Versorgungsengpässe: Süddeutsche sollen Gas sparen
Der anhaltend kalte Winter sorgt für erste Engpässe bei der Gasversorgung: Einzelne Kunden in Süddeutschland wurden nach Angaben des Wirtschaftsministeriums nicht mit der vertraglich vereinbarten Menge beliefert. Sie sollen nun ihren Verbrauch verringern.
Berlin - In Süddeutschland sollen einzelne Kunden trotz des strengen Winters Gas einsparen: Wegen Engpässen bei der Gasversorgung seien in wenigen lokalen Einzelfällen Kunden nicht mit den vollen vertraglich vereinbarten Mengen beliefert worden, erklärte eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums am Sonntag in Berlin. Laut Medienberichten wurden Kunden dazu aufgefordert, ihren Verbrauch zu reduzieren.
Grund für den Eingriff ist nach Angaben des Ministeriums aber kein Mengen- sondern ein Verteilungsproblem beim Transport von Gas vom Norden in den Süden Deutschlands. Die derzeitige Versorgungssituation sei angespannt, aber stabil, hieß es weiter aus dem Ministerium. Bei Strom gebe es bisher keine Einschränkungen für die Kunden - auch dort hatte es zu Beginn der Woche erneut Lieferengpässe gegebe.
Der anhaltende Winter macht den Energieversorgen zu schaffen. Laut Medienberichten ist aber auch die die Kürzung von Gaslieferungen durch den russischen Energiekonzern Gazprom für den Engpass im Süden verantwortlich. Laut "Welt am Sonntag" berichteten Netzbetreiber demnach von Liefermengen, die zwischen 25 und 30 Prozent unter dem üblichen Niveau lagen. Einem Bericht der "Wirtschaftswoche" zu Folge reduzierte der deutsche Verteiler Open Grid Europe den Weitertransport Richtung Süddeutschland deshalb auf die vertraglich vereinbarte Mindestmenge.
Als Folge davon habe die Gasversorgung Süddeutschland (GVS) die Belieferung ihrer Kunden einschränken müssen. Das Unternehmen habe seine Abnehmer "dringend" darum gebeten, "alle zur Reduzierung ihres Bezugs aus dem Netz zur Verfügung stehenden Maßnahmen anzuwenden".
Der Vorstandsvorsitzende des Energiekonzerns EnBW, Hans-Peter Villis, bestätigte der "Wirtschaftswoche", dass "die Sicherheitsreserven sich dem Ende zuneigen". Die Versorger müssten mächtig eingreifen, um Engpässe auszugleichen. Dank solcher Maßnahmen sei die Lage aber "noch sicher und stabil".
Zuvor hatte die "Welt am Sonntag" berichtet, dass im Ministerium ein Krisenstab zur Sicherung der Energieversorgung einberufen worden sei. Dies dementierte jedoch eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums: Es sei selbstverständlich, dass das Ministerium bei der derzeitigen Lage im regelmäßigen Kontakt mit den Netzbetreibern und der Bundesnetzagentur stehe.
usp/AFP/dpa/Reuters
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