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Vertagte Fusion mit VW Millionenverlust für Porsche Holding

Porsche 911 Carrera (auf der IAA): Rote Zahlen für die HoldingZur Großansicht
Peter Schmalfeldt/Porsche

Porsche 911 Carrera (auf der IAA): Rote Zahlen für die Holding

Die verschobene Fusion mit VW beschert der Porsche Holding in der Bilanz rote Zahlen. Der Konzernverlust der Stuttgarter Dachgesellschaft beläuft sich in den ersten neun Monaten auf 462 Millionen Euro.

Stuttgart - Die Porsche Holding ist durch die vertagte Fusion mit Volkswagen in die roten Zahlen geschlittert. Der Konzernverlust belaufe sich in den Monaten Januar bis September auf 462 Millionen Euro nach Steuern, teilte Porsche am Freitag in Stuttgart mit.

Die roten Zahlen beruhen auf buchhalterischen Gründen. Denn die Porsche Holdinggesellschaft SE verdient dank der guten Autokonjunktur Milliarden und schreibt wegen der verschobenen Fusion mit VW dennoch einen hohen Verlust. Unter dem Dach der Porsche Holding sind 50,1 Prozent der Anteile an der Porsche AG gebündelt und die gut 50 Prozent, die die Stuttgarter an VW halten.

Der 3,4 Milliarden Euro schwere Gewinn aus den Beteiligungen an VW und dem Porsche-Fahrzeuggeschäft sei von der notwendig gewordenen Neubewertung der mit VW vereinbarten Optionen auf Anteile der Porsche AG mehr als aufgezehrt worden, hieß es. Die Neubewertung schlug bei der Porsche Holding mit minus 3,7 Milliarden Euro zu Buche, VW hatte im jüngsten Quartal hingegen ein deutlichen Gewinn aus der Neubewertung der Optionen gezogen. Ein vergleichbares Vorjahresergebnis der Porsche Holding gibt es wegen der inzwischen erfolgten Umstellung des Geschäftsjahres nicht.

Für die Stuttgarter Dachgesellschaft kommt der Verlust aber nicht unerwartet: Sie hatten bereits Anfang September angekündigt, dass sich der geplatzte Zeitplan für das Zusammengehen mit VW negativ in der Bilanz niederschlagen wird. Damals hatten die beiden Autobauer eingeräumt, wegen zahlreicher ungelöster Probleme nicht mehr wie ursprünglich geplant noch 2011 zusammenzufinden.

Auch die Anleger hatten die Zahlen offenbar erwartet und reagierten gelassen. Die Porsche Chart zeigen-Aktie notierte am Mittag leicht im Plus.

Das Geschäft mit den Autokunden läuft für das Unternehmen gut. Von Januar bis Ende September setzte die Porsche Zwischenholding 85.872 Fahrzeuge ab und fuhr ein operatives Ergebnis von 1,51 Milliarden Euro ein. Der VW-Konzern lieferte in den ersten neun Monaten 6,2 Millionen Fahrzeuge aus und erzielte ein operatives Ergebnis von 8,98 Milliarden Euro.

als/mmq/Reuters/dpa/dapd

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insgesamt 2 Beiträge
friedenspfeife 04.11.2011
Halb so schlimm, bleibt ja alles in der "Familie".
Halb so schlimm, bleibt ja alles in der "Familie".
deppvomdienst 04.11.2011
wie stark shareholder value & Co die Rechnungslegung von Unternehmen verzerrt haben: In der Kürze der Zeit habe ich nicht herausgefunden, wie viele Autos Porsche hergestellt oder ausgeliefert hat, aber mir ist als [...]
Zitat von sysopDie verschobene Fusion mit VW beschert der Porsche Holding in der Bilanz rote Zahlen. Der Konzernverlust der Stuttgarter beläuft sich in den ersten neun Monaten auf 462 Millionen Euro. Von den Autobauern war das schlechte Resultat erwartet worden. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,795866,00.html
wie stark shareholder value & Co die Rechnungslegung von Unternehmen verzerrt haben: In der Kürze der Zeit habe ich nicht herausgefunden, wie viele Autos Porsche hergestellt oder ausgeliefert hat, aber mir ist als Jahresproduktion ~100.000 im Gedächtnis. Ein Verlust von 462 Mio Euro würde bedeuten, dass man bei jedem abgesetzten Auto 4.620 Euro draufgezahlt hat. Können die Verkäufer nicht rechnen? Oder geht es wieder darum irgendwelche Finanztricks abzubilden, die mit dem Kerngeschäft, also dem Autobau, nichts zu tun haben? Wenn die Kunstbucherei derartige Auswüchse annimmt, dass sie keinerlei Rückschlüsse mehr auf die Geschäftstätigkeit zulässt, müsste hier der Hebel angesetzt werden. Dabb benötigen wir dringend neue Bilanzrichtlinien, bis in die Buchführung kleiner und mittlerer Unternehmen hinein!
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