Vertragsverlängerung: Teyssen bleibt bis 2018 E.on-Chef

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E.on-Chef Teyssen: Fünf weitere Jahre an der Spitze des Konzerns

Johannes Teyssen soll E.on weitere fünf Jahre führen. Der Aufsichtsrat des Unternehmens verlängerte den Vertrag des 53-Jährigen bis Ende 2018. Allerdings bekommt der Chef des größten deutschen Energiekonzerns einen ambitionierten Manager an die Seite gestellt.

Düsseldorf - Johannes Teyssen darf den Umbau bei Deutschlands größtem Energiekonzern E.on weiter vorantreiben. Der Vertrag des 53-Jährigen sei bis Ende 2018 verlängert worden, teilte das Unternehmen nach einer Sitzung des Aufsichtsrats mit. Der Manager ist seit Mai 2010 an der Spitze des Konzerns. Zugleich zieht aber mit dem bisherigen RWE-Mann Leonhard Birnbaum ein erfahrener Manager in den Vorstand ein, dem zudem eigene Ambitionen auf den Chefposten nachgesagt werden.

Teyssens bisherige Amtszeit bei E.on Chart zeigen war geprägt von den finanziellen Belastungen durch die Einkaufstour seines Vorgängers Wulf Bernotat, den Umwälzungen des Marktes durch Energiewende und Atomausstieg sowie dem Streit um den Stellenabbau. Der Manager hatte nach seinem Amtsantritt begonnen, den angeschlagenen E.on-Konzern umzubauen. Er verkaufte in den vergangenen Jahren Beteiligungen im Milliardenwert und leitete den Abbau von bis zu 11.000 Jobs ein. Dennoch drücken E.on weiter Schulden von mehr als 35 Milliarden Euro. Das Unternehmen beschäftigt rund 75.000 Mitarbeiter.

Gewinnrückgang für 2013 erwartet

Im Vorstand stehen mehrere personelle Veränderungen an: Leonhard Birnbaum wird voraussichtlich am 1. Juli in den Konzern eintreten. Der 46-Jährige solle das dezentrale Energiegeschäft weiterentwickeln und die Neubauaktivitäten koordinieren, teilte E.on mit. "Außerdem wird Birnbaum für die Entwicklung neuer Geschäftsideen sowie energiewirtschaftliche Positionierungen zuständig sein." Birnbaum hatte bei RWE eine Verlängerung seines im Herbst auslaufenden Vertrages abgelehnt. Er galt als Kronprinz des früheren RWE-Chefs Jürgen Großmann, zu dessen Nachfolger aber im vergangenen Jahr der Niederländer Peter Terium gewählt worden war.

Zudem wird Mike Winkel neuer Personalvorstand bei E.on. Der 42-Jährige war zuletzt Chef der Ökostromsparte und folgt auf Regine Stachelhaus. Sie gehörte zu den ersten Frauen im Vorstand eines Dax-Konzerns. Die bei Arbeitnehmervertretern umstrittene Managerin gibt den Posten eigenen Angaben zufolge wegen eines schweren Krankheitsfalls in ihrer Familie auf. Auch Klaus-Dieter Maubach scheidet Ende März aus dem Konzern aus.

Am Mittwoch will E.on seine Bilanz für 2012 vorstellen. Nach vorläufigen Zahlen konnte der Versorger sein operatives Ergebnis zwar verbessern, 2013 erwartet er aber wegen der europaweiten Marktschwäche und der Lasten der Energiewende bereits wieder einen Gewinnrückgang. Der Konzern will deshalb weitere Beteiligungen verkaufen, seine Investitionen verringern und hofft darauf, dass sich die Konzentration auf Aktivitäten in Märkten wie Brasilien oder die Türkei auszahlt.

fdi/dpa/Reuters

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insgesamt 3 Beiträge
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1. Planlos
desitka 13.03.2013
Da glaubt also nicht einmal mehr der eigene Aufsichtsrat an den relativ planlosen Aktionismus seines Vorstandsvorsitzenden und stellt ihm den ehemaligen Kronprinzen der Konkurrenz zur Seite. Oder sehen wir hier nur den ersten kleinen Schritt der ohnehin vor dem Hintergrund der internationalen Konkurrenz notwendigen Zusammenschlüsse auf dem deutschen Energiemarkt?
2.
3-plus-1 13.03.2013
Die Fragen, die unbeantwortet bleiben sind zum einen warum Klaus-Dieter Maubach gegangen wurde (hier wäre Recherche interessant) und der Einfluss, den man von Leonhard Birnbaum erwartet. Investiert E.ON jetzt ernsthaft in E-Mobility? Ich fürchte aber die Diskussion wird statt darin in eine unsinnige, stellvertretende Gender-Debatte um Regine Stachelhaus abdriften (und eine Frauenquote fordern). Als ob es für den normalen Angestellten oder die Angestellte relevant wäre wer auf den wenigen millionenbewährten Topmanagerposten sitzt.
3. Denn sie wissen nicht was sie tun
Sharoun 13.03.2013
Zitat von sysop...und leitete den Abbau von bis zu 11.000 Jobs ein
..ja wo solls denn noch herkommen?! Verbrannte Erde zugunsten der kurzfristigen Gewinnmaximierung. Fällt am Ende allen auf die Füße; auch die treibenden Konzerne werden sich dem nicht entziehen können; aber Hauptsach die Kohle für die Bosse stimmt am Ende! Völlig krude - und alle machen mit.
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