Dänische Firma Vestas: Chinesen greifen nach weltgrößtem Windradbauer

Erst die Solarbranche und jetzt die Windkraft? China baut seine Ökoindustrien kräftig aus - und greift dabei auch nach europäischen Konkurrenten. Laut einem Pressebericht haben chinesische Firmen nun den weltgrößten Windanlagenbauer Vestas ins Visier genommen.

Offshore-Windpark in der Nordsee: Chinesische Investoren wollen Vestas kaufen Zur Großansicht
DDP / DOTI / Matthias Ibeler

Offshore-Windpark in der Nordsee: Chinesische Investoren wollen Vestas kaufen

Aarhus - Chinesische Firmen haben einem Pressebericht zufolge Interesse am Kauf des weltgrößten Windkraftanlagenbauers Vestas. Die Unternehmen Sinovel Wind Group und Goldwind prüften ein mögliches Gebot für den dänischen Konzern, schreibt die Zeitung "Jyllands-Posten". Sie beruft sich dabei auf mit den Vorgängen vertraute Personen. Vestas Chart zeigen und die chinesischen Firmen wollten den Bericht nicht kommentieren.

China baut seine Ökostromindustrie seit einigen Jahren stark aus. In der Windenergie ist das Land inzwischen der größte Markt. Allerdings haben heimische Unternehmen oft noch große technologische Probleme. Mit Vestas könnten die Chinesen die Lücke zu den europäischen Konkurrenten auf einen Schlag schließen und an die Weltspitze rücken.

Vestas steckt angesichts des großen Preisdrucks in der Branche in einer tiefen Krise. Im vergangenen Jahr schrieb das Unternehmen statt eines erwarteten Gewinns einen Verlust von rund 166 Millionen Euro. Im Februar waren der Finanzchef des Unternehmens und weitere Manager zurückgetreten.

Mittlerweile hat das dänische Unternehmen ein hartes Sparprogramm aufgelegt. Allein in diesem Jahr sollen gut zehn Prozent der 23.000 Stellen wegfallen.

Der Börsenkurs war in den vergangenen zwölf Monaten um 70 Prozent eingebrochen und fiel in der vergangenen Woche auf den niedrigsten Stand seit fast neun Jahren. Am Montag legte die Aktie wegen der Gerüchte um die mögliche Übernahme allerdings kräftig zu. Der Kurs schoss teilweise um bis zu 18 Prozent nach oben.

stk/dpa/Reuters

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insgesamt 58 Beiträge
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1. Ich hoffe, dass der Deal nicht zustande kommt,
gegenrede 16.04.2012
dann würde die europäische Windkraft der europäischen Solarenergie in den Niedergang folgen. Wie lange möchte die EU diesem Ausverkauf durch hoch subventionierte chinesische Firmen eigentlich noch tatenlos zusehen? Hier ist ein Wirtschaftskrieg im Gange, der ohne geeignete Gegenmaßnahmen Europa auf Dauer schädigt. Ähnliches findet gerade auch in der Eisenbahnbranche statt. Bahnindustrie: Der weltgrößte Zughersteller kommt aus China | FTD.de (http://www.ftd.de/unternehmen/industrie/:bahnindustrie-der-weltgroesste-zughersteller-kommt-aus-china/70023034.html)
2. Berichtigung
gegenrede 16.04.2012
Zitat von gegenredeÄhnliches findet gerade auch in der Eisenbahnbranche statt. Bahnindustrie: Der weltgrößte Zughersteller kommt aus China | FTD.de (http://www.ftd.de/unternehmen/industrie/:bahnindustrie-der-weltgroesste-zughersteller-kommt-aus-china/70023034.html)
Hier hätte ich besser die Wörter "kann stattfinden" verwendet. Denn *noch* kaufen hier die Chinesen keine europäischen/kanadischen Hersteller auf.
3. ...
Norbert1981 16.04.2012
Zitat von gegenrededann würde die europäische Windkraft der europäischen Solarenergie in den Niedergang folgen. Wie lange möchte die EU diesem Ausverkauf durch hoch subventionierte chinesische Firmen eigentlich noch tatenlos zusehen? Hier ist ein Wirtschaftskrieg im Gange, der ohne geeignete Gegenmaßnahmen Europa auf Dauer schädigt. Ähnliches findet gerade auch in der Eisenbahnbranche statt. Bahnindustrie: Der weltgrößte Zughersteller kommt aus China | FTD.de (http://www.ftd.de/unternehmen/industrie/:bahnindustrie-der-weltgroesste-zughersteller-kommt-aus-china/70023034.html)
Selbst der Deal nicht zustande kommt, sind die Chinesen in Sachen Windkraft nun bereits ganz aktiv oder besser gesagt aggressiv: Erneuerbare Energien: Flaute in der Windkraft - Mittelstand - Unternehmen - Wirtschaftswoche (http://www.wiwo.de/unternehmen/energie/erneuerbare-energien-flaute-in-der-windkraftbranche/6500930.html)
4.
einbelgier 16.04.2012
Da haben die grünbewegten das Mârchen von "High Tech" in Sachen Windräder und PV-Paneelen selbst geglaubt, dabei ist das nur "basic Engineering " - was die Cinesen schnell billiger können. Jetzt holt die Realität die Blütenträume ein, und laut ist das Gejammere der technikfernen Idealisten.
5.
einbelgier 16.04.2012
Zitat von gegenrededann würde die europäische Windkraft der europäischen Solarenergie in den Niedergang folgen. Wie lange möchte die EU diesem Ausverkauf durch hoch subventionierte chinesische Firmen eigentlich noch tatenlos zusehen? Hier ist ein Wirtschaftskrieg im Gange, der ohne geeignete Gegenmaßnahmen Europa auf Dauer schädigt. Ähnliches findet gerade auch in der Eisenbahnbranche statt. Bahnindustrie: Der weltgrößte Zughersteller kommt aus China | FTD.de (http://www.ftd.de/unternehmen/industrie/:bahnindustrie-der-weltgroesste-zughersteller-kommt-aus-china/70023034.html)
Da stampft man einen subventionsgestuezten PV- und WKA Strommarkt aus dem Boden, und wundert sich dass das nicht funktioniert. Die Leute aus der Stromwirtschaft haben von Anfang an davor gewarnt, aber wer hoert schon auf "Technokraten" wenn es um den oekologischen Gesellschaftsumbau geht. Jetzt beginnt das grosse Jammern......
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