Wolfsburg - Diese Ankündigung dürfte
Ferdinand Piëch nur ungern gemacht haben: Volkswagen
zieht die Kandidatur von Konzernchef
Martin Winterkorn, Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch und Lkw-Vorstand Jochem Heizmann für den MAN-Aufsichtsrat zurück. Das teilte Piëch, der Aufsichtsratschef von VW und MAN
ist, am Montag auf der MAN-Hauptversammlung mit.
Zur Begründung hieß es, die EU-Kommission habe in der vergangenen Woche aus kartellrechtlichen Überlegungen Bedenken gegen die Kandidatur der drei Manager geäußert - weil alle drei auch im Aufsichtsrat der schwedischen VW-Tochter
Scania sitzen. VW will aus Scania
und MAN eine Lkw-Allianz schmieden, die Neubesetzungen des Aufsichtsrates hätten den Einfluss des Konzerns bei MAN weiter ausgebaut.
Da Piëch und Audi-Chef Rupert Stadler bereits im MAN-Aufsichtsrat sitzen, hätten die Wolfsburger nach den ursprünglichen Plänen künftig fünf von acht Vertretern der Kapitalseite im Kontrollrat gestellt. In Piëchs Doppelrolle bei VW und MAN sehen angelsächsische Investoren und Kleinaktionäre jedoch einen Verstoß gegen die Regeln guter Unternehmensführung.
Statt der VW-Kandidaten sollen nun zwei Aufsichtsratsmitglieder wiedergewählt werden und Matthias Bruse, ein Rechtsanwalt aus München, neu in das Gremium einziehen. Bleiben soll Audi-Vorstand Ulf Berkenhagen, der in den vergangenen Wochen als neuer Einkaufsvorstand für MAN ins Spiel gebracht wurde.
dab/dpa-AFX/Reuters
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