Taschenmesser Schweizer Armee verklagt Traditionshersteller Victorinox

Es ist eine Schweizer Legende: das Offiziersmesser von Victorinox. Jeder Soldat erhält eines als Ausstattung - nun verklagt ausgerechnet die Armee den Traditionshersteller. Es geht um Markenrechte in den USA.

Produktion von Victorinox-Taschenmessern in Ibach (Schweiz)
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Produktion von Victorinox-Taschenmessern in Ibach (Schweiz)


Seit 1884 gibt es das Unternehmen, es ist noch immer in Familienhand. Seit 1891 beliefert es die Armee mit Soldatenmessern - und gilt rund um die Welt als Inbegriff des Schweizerischen. Doch nun steht Victorinox vor Gericht, und verklagt hat das Aushängeschild Schweizer Handwerkskunst ausgerechnet die Schweizer Armee.

Grund ist der Markenname "Swiss Military", den Victorinox sich in den USA registrieren lassen hat. Das Unternehmen aus dem Kanton Schwyz fertigt zwar auch Uhren, Koffer und Parfüms - vor allem ist es aber für seine Messer bekannt, insbesondere die "Sackmesser" - zu deutsch Taschenmesser. Die Offiziers- oder Soldatenmesser-Variante erhalten zum Beispiel Schweizer Armeeangehörige als persönliche Ausstattung. Auch die US-Armee empfiehlt das Schweizer Fabrikat, in einer Variante mit Edelrost-Schutzschicht.

Inhaltlich ist also durchaus naheliegend, dass das Unternehmen sich die Marke "Swiss Military" in den USA schützen ließ. Die Schweizer Armee stört das dennoch - zumindest neuerdings. Denn jahrelang konnten Unternehmen durchaus mit dem Markennamen Geschäfte machen. Vor fünf Jahren begann die Schweizer Armee aber, dagegen vorzugehen. Sie will mitverdienen, wenn etwas mit der Aufschrift "Swiss Military" vermarktet wird - und vorerst verhindern, dass Victorinox damit in den USA agiert. Ein Urteil erwarten beide Seiten frühestens am Freitag.

fdi/dpa



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