Verizon und Vodafone: Übernahme für 130 Milliarden Dollar ist besiegelt

Vodafone-Shop in Prag: Konzentration auf das Europageschäft Zur Großansicht
REUTERS

Vodafone-Shop in Prag: Konzentration auf das Europageschäft

Der Rekord-Deal steht: Vodafone verkauft seine Anteile am US-Mobilfunkkonzern Verizon Wireless für 130 Milliarden Dollar. Das Unternehmen trennt sich damit von einem seiner wertvollsten Konzernteile - und kann weiter auf Einkaufstour gehen.

Newbury/New York - Es ist eine der größten Transaktionen in der Wirtschaftsgeschichte: Vodafone Chart zeigen verkauft seine Beteiligung am US-Mobilfunkriesen Verizon Chart zeigen Wireless für 130 Milliarden US-Dollar (98,5 Milliarden Euro). Der Anteil von 45 Prozent geht an den Mutterkonzern Verizon, wie dieser am Montagabend nach Börsenschluss mitteilte. Zahlen werde Verizon teils in bar, teils in Aktien.

In der vergangenen Woche hatte der britische Konzern mitgeteilt, dass er mit Verizon über den Ausstieg aus dem US-Geschäft verhandelt und die Gespräche weit fortgeschritten seien. Aktionären gefiel das: Vodafone-Papiere kosteten so viel wie seit Jahren nicht mehr. Auch die Anteile von Verizon verteuerten sich.

Mit dem Verkauf seines US-Geschäfts trennt sich Vodafone von einem seiner wertvollsten Konzernteile. Das Unternehmen schlägt seit einiger Zeit Sparten los, die es nicht vollständig kontrolliert. So hatte der Konzern unter anderem auch seinen Anteil am zweitgrößten französischen Mobilfunker SFR verkauft. Zudem braucht Vodafone aber auch dringend das Geld, um das Europageschäft auf Vordermann zu bringen. Hier ist Vodafone wegen der starken Konkurrenz unter anderem durch die Deutsche Telekom einem erheblichen Preisdruck ausgesetzt.

Deshalb geht Konzernchef Vittorio Colao auf Einkaufstour: In Großbritannien kaufte er den Glasfasernetzbetreiber Cable & Wireless für rund eine Milliarde Pfund. Und auf dem wichtigen deutschen Markt will er Kabel Deutschland übernehmen.

Verizon wiederum hatte in der Vergangenheit schon mehrfach Interesse angemeldet, die volle Kontrolle über die Mobilfunktochter übernehmen zu wollen. Mit der Übernahme hat das Unternehmen wieder freie Hand, um Verizon Wireless für den zunehmend härteren Kampf auf dem US-Mobilfunkmarkt zu rüsten.

Verizon Wireless ist der größte Mobilfunkbetreiber in den USA mit 100,1 Millionen Kunden und 73.400 Beschäftigten. Firmensitz ist Basking Ridge im Bundesstaat New Jersey. Der Umsatz belief sich nach Konzernangaben 2012 auf 75,9 Milliarden Dollar.

Die Verkaufssumme wurde in der Sparte bislang nur einmal übertroffen - bei der Übernahme des deutschen Mannesmann-Konzerns durch Vodafone im Jahr 1999. Damals zahlten die Briten 172 Milliarden Dollar.

vks/dpa

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 7 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Spannend
herr_kleint 02.09.2013
Zitat von sysopDer Rekord-Deal steht: Vodafone verkauft seine Anteile am US-Mobilfunkkonzern Verizon Wireless an den Mutterkonzern Verizon - für 130 Milliarden Dollar. Vodafone und Verizon: Rekord-Übernahme ist perfekt - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/vodafone-und-verizon-rekord-uebernahme-ist-perfekt-a-919914.html)
Das ist spannender als alles, was ich bisher erlebt habe. Wahnsinn.
2.
Steuerzahler0815 02.09.2013
Wie kann eig eine Firma deren Rekordgewinn bei etwa 5 Mrd liegt 130 Mrd für Aktien zahlen?
3. Vielleicht
heinz4444 02.09.2013
Zitat von Steuerzahler0815Wie kann eig eine Firma deren Rekordgewinn bei etwa 5 Mrd liegt 130 Mrd für Aktien zahlen?
weil manche Manager Heutzutage nicht wissen,wieviele Nullen eine Milliarde hat? Oder weil schon lange keine Blase mehr geplatzt ist?
4.
hokie 02.09.2013
Zitat von heinz4444weil manche Manager Heutzutage nicht wissen,wieviele Nullen eine Milliarde hat? Oder weil schon lange keine Blase mehr geplatzt ist?
oder andere (bessere) Alternative: wenn man keine Ahnung hat einfach mal die Kauleiste geschlossen halten! Es ist nicht so dass Verizon der Firma Vodafone einen Check ueber $130 Mrd ausstellt ... Die Finanzierung laeuft ueber 3 Saeulen. 1.) ca 60 Mrd werden ueber einen Kredit grosser US Banken finanziert 2.)Verizon hat einen ca 25% Anteil an Vodafone Italien dieser wird Vodafone ueberschrieben, bzw am Markt veraeussert und dieser Erloes geht dann in die Finanzierung ein 3.) fuer die restliche Summe erhaelt Vodafone dann Aktien des 'Mutterkonzern' VerizonCom; es mag fuer den ein oder anderen erstmal sicher schwer verstaendlich sein, dass VerizonCom 'Verizon Wireless' von Vodafone ("frei")kauft um alleinige Kontrolle ueber Verzion Wireless zu bekommen und dafuer bekommt Vodafone nun Anteile an der Muttergesellschaft VerizonCom und hat so indirekt trotzdem noch Einfluss auf Verizon Wireless ... Aber da steckt schon eine Logik hinter; auch wenn der ein oder andere sie (noch) nicht erkennen mag/kann. Dies zu erklaeren wuerde jedoch den Rahmen hier sprengen.
5. optional
al3x4nd3r 02.09.2013
Das ist doch eigentlich nur der Tausch der Aktien des Tochterunternehmens in die der Mutter!
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Unternehmen & Märkte
RSS
alles zum Thema Vodafone
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 7 Kommentare