Abgasausstoß VW-Manipulation betrifft auch Transporter

Volkswagen hat offenbar nicht nur bei Diesel-Pkw den Abgasausstoß manipuliert. Laut Verkehrsminister Dobrindt sind auch leichte Nutzfahrzeuge betroffen.

VW-Transporter T6: "Unzulässige Beeinflussung der Emissionen"
Vokswagen

VW-Transporter T6: "Unzulässige Beeinflussung der Emissionen"


Der Skandal um gefälschte Abgasmessungen bei Volkswagen Chart zeigen weitet sich erneut aus. "Nach unserer aktuellen Kenntnis sind bei Volkswagen neben Pkw auch leichte Nutzfahrzeuge von der unzulässigen Beeinflussung der Emissionen der Dieselmotoren betroffen", teilte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin mit. Details nannte er zunächst nicht.

In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass der Konzern bei Tests der Abgaswerte von Dieselfahrzeugen betrogen hat. Eine entsprechende Software ist nach Angaben des Konzerns weltweit in elf Millionen Autos eingebaut. Allein in den USA kommen auf Volkswagen eine Milliardenstrafe sowie eine teure Rückrufaktion und Schadensersatzklagen zu.

Die Bundesregierung schließt nicht aus, dass durch die Manipulation auch deutschen Verbrauchern Schadensersatzansprüche entstehen. Wenn eine Kaufsache nicht die vereinbarte Beschaffenheit habe, verletze der Verkäufer seine Pflicht, sagte ein Sprecher des Justizministeriums. Das gelte auch, wenn sich der Käufer auf öffentliche Äußerungen des Verkäufers verlassen habe. "Darunter können unter Umständen auch Abgaswerte fallen."

Nordrhein-Westfalens Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) hatte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) aufgefordert, mit VW einen verbindlichen Rahmen für Entschädigungszahlungen zu vereinbaren. Der von Dobrindt eingesetzten Untersuchungskommission ist nach Ministeriumsangaben noch nicht bekannt, ob und wie viele Autos in Deutschland betroffen sind. Auch eine vollständige Liste der fraglichen Modelle liegt bisher nicht vor.

Immer mehr Länder kündigen wegen des Skandals inzwischen eigene Untersuchungen an. In Indien sei die Automotive Research Association mit Tests von Software und Abgasen beauftragt worden, sagte ein Sprecher des Schwerindustrieministeriums. Dies dauere eine Woche.

Das litauische Umweltministerium kündigte ebenfalls eine Untersuchung zur Frage an, wie viele betroffene Fahrzeuge es in dem baltischen Land gibt. Das Ergebnis der Untersuchung soll in spätestens zehn Tagen feststehen. Zuvor hatten schon australische Behörden Ermittlungen angekündigt.

dab/dpa/AFP

insgesamt 82 Beiträge
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Klartext007 25.09.2015
1. Dreckschleuder
das war zu vermuten. Jeder, der das Pech hat, hinter einem VW-Bus herzufahren (egal ob alt oder neu) wird das bestätigen. Nase zu und durch! Arme Umwelt.
der:thomas 25.09.2015
2. Autsch...
..also wenn da jetzt noch grundsätzlich weitere Motortypen dazu kommen, sehe ich langsam schwarz. Bei dem Baukastenprinzip wieviele grundsätzlich verschiedene Typen gibt es da überhaupt...
tiad 25.09.2015
3. ...peu à peu
Dieses stückweise Rausgeben von Informationen ist wirklich Blödsinn. Warum nicht warten, bis alles intern möglichst komplett aufgeklärt ist, und dann an die Öffentlichkeit gehen, aber dann auch Tacheles reden..?
GesunderMenschenverstand 25.09.2015
4. VW mutet uns zu, vergiftete Luft zu atmen, damit sie mehr Geld verdienen
VW mutet uns Bürgern (und dem Rest der Umwelt, Tieren, Pflanzen, Mikroorganismen etc.) also zu, Abgasbelastete Luft in einem Umfang einzuatmen, die der Gesetzgeber als zu hoch eingestuft hat. Das ist kein Betrug an den Käufern der Fahrzeuge, sondern an der Allgemeinheit. Ich verlinke ungern auf die WELT, aber letzte Woche gab es da einen Artikel, der aufzeigt, dass Schadstoffe durch Verkehr ein größeres Gesundheitsproblem sind als Unfälle: http://www.welt.de/gesundheit/article146534810/Mehr-Tote-durch-verpestete-Luft-als-durch-Unfaelle.html
sierrabravofour 25.09.2015
5. Das geht ja lustig weiter
mit der deutschen "Wertarbeit" mal sehn wann die ersten europaeischen Laender reagieren und VW-Fahrzeugen die Typzulassung entziehen. Wird auf jeden Fall sehr, sehr teuer und sehr unangenehm. Sicher laesst sich da doch auch bei anderen "Premiumfahrzeugen" Made in Germany der eine ode andere Betrugsversuch feststellen.
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