Abgasaffäre Staatsanwaltschaft durchsucht VW-Zentrale

Hat VW 2015 falsche Angaben zu Abgaswerten gemacht? Laut einem Bericht gehen Ermittler diesem Verdacht nach - und haben Büros in der Konzernzentrale durchsucht.

VW-Zentrale in Wolfsburg
AFP

VW-Zentrale in Wolfsburg


Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat einem Medienbericht zufolge ihre Ermittlungen gegen Volkswagen ausgeweitet - und erneut die Zentrale in Wolfsburg durchsucht. Dabei seien Papiere und größere Datenmengen beschlagnahmt worden, zitierte die "Wirtschaftswoche" einen Sprecher der Ermittlungsbehörde.

Bei den Ermittlungen gehe es um möglicherweise falsche Verbrauchs- und damit CO2-Angaben bei Fahrzeugen. Die Staatsanwaltschaft geht dem Bericht zufolge aufgrund eigener Ermittlungen dem Verdacht nach, dass Volkswagen im Herbst 2015 falsch über das Ergebnis eigener Untersuchungen im Zusammenhang mit CO2-Werten informiert hat. Aus dieser möglicherweise falschen Information des Kapitalmarkts ergebe sich der Verdacht der Marktmanipulation.

Dabei geht es offenbar um eine von VW am 9. Dezember 2015 herausgegebene Adhoc-Mitteilung. Diese sei "objektiv inhaltlich falsch gewesen" sei, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft der "Wirtschaftswoche".

Die für den Börsenkurs und Anleger relevante Mitteilung hatte VW mit der Überschrift "CO2-Thematik weitgehend abgeschlossen" versehen und damit seine vorherige Adhoc vom 3. November 2015 revidiert. In dieser hatte VW gemeldet, bei der Bestimmung des CO2-Wertes für die Typ-Zulassung von Fahrzeugen sei es "zu nicht erklärbaren Werten gekommen". Rund 800.000 Fahrzeuge des VW-Konzerns sollten ursprünglich betroffen sein, die wirtschaftlichen Risiken bezifferte VW auf rund zwei Milliarden Euro.

"Wir können bestätigen, dass es Durchsuchungen gegeben hat", sagte ein VW-Sprecher. Darüber hinaus wollte er sich nicht äußern und verwies auf die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft war zunächst nicht zu erreichen.

beb/Reuters/dpa



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Wolfgang Porcher 20.03.2018
1. Zeit genug gewesen
um Beweismaterial zu entfernen. wie auch immer, Deutschland ist das einzige Land was ein krankhaften Diesel Tick hat und sich und seine Wirtschaft krankhaft lächerlich macht. Allein die in die Türkei gelieferten Panzer , die gerade als Mordwaffe benutzt werden richten Abgasschaden und Umweltschäden an, wie alle VW DIESEL in einem Jahr zusammen .
Zäsus 20.03.2018
2.
Abwickeln, den Betrügerverein. Mal etwas genauer beleuchtet, offenbaren sich doch hier die gierigen Auswüchse einer Too-Big-To-Fail-Company, auf Teufel-komm-raus oder auch Profit-über-Gesundheit die Kunden abrippen, den Staat schmieren und die Gesetz verbiegen. Und nun, erwischt und trotzdem Zillionen fahrend: Keine Reue, kein Einsehen. Geld und Macht. Ich weine diesem Konzern keine Träne nach, und schäme mich, wenn ich einen Skoda/Seat/Audi/VW/Portsche/Bugatti/Lamborghini/Ducati/Scania/MAN vor mir sehe. Bitte bei Kaufentscheidung bedenken, auf wessen Rücken sich wer bereichert. Und die dazugehörigen, Skandal deckenden, Parteien bitte nicht wiederwählen: CXU+SPD. Guckt euch den aktuellen Spahn an, ein leuchtendes Beispiel für Pharmalobbypolitik!
forza_del_destino 20.03.2018
3. So macht man das
Ein bißchen Durchsuchung, ein bißchen Ermittlungsverfahren und die Frage, warum der Betrüger nicht zum Ersatz des verursachten Schadens verurteilt wird, kommt nicht mehr hoch. Die Plicht, den betrogenen Dieselkäufern die Umrüstung zu bezahlen oder ein neues Auto zu liefern, das wäre das Richtige. Vielleicht sollte die Staatsanwaltschaft auch des Büro des Aufsichtsratsvorsitzenden durchsuchen, darf sie aber nicht.
rosenblum64 20.03.2018
4. Total zynisch
Es ist ja wohl ein schlechter Witz, dass VW-Manager ungestraft Kunden und Staat betrügen, die Bevölkerung vergiften und gleichzeitig Gesetzestexte mitschreiben dürfen, dass sie aber die ganze Härte des deutschen Rechtsstaats zu spüren bekommen, sobald sie sich mit dem Kapital anlegen. Audis, VWs und Porsches verursachen nachweislich Asthma und Lungenkrebs - und töten so Menschen. Das ist vor allem unserer Politik vollkommen egal. Doch sobald diese drittklassig gemanagten Konzerne falsche ad hoc-Meldungen herausgeben drohen Konsequenzen, weil das vielleicht die Deutsche Bank schädigen könnte.
Otto Reutter 20.03.2018
5. Lachhafte Aktion,
um das plebs weiter einzulullen - seht her, der Staat macht etwas, damit die Täter eine gerechte? Strafe erhalten. Für mich selbst habe ich letztes Jahr die Bestrafung dahingehend durchgezogen, daß ich das Wolfsburger Betrüger-Fahrzeug zu (noch) akzeptablen Konditionen bei einem Fernost-Händler in Zahlung gegeben habe. Nach etlichen VW/Audis fahre ich in Zukunft keine Fahrzeuge dieses Mafia-Konzerns mehr, selbst wenn die mir für lau einen Neuwagen auf den Hof stellen. Ich hoffe, daß myright & Co. der Müller/Diess-Clique noch richtig Probleme bereiten - die Abfindung haben diese sicher schon ausgehandelt. NIE WIEDER VW !
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