Aufsichtsräte attackieren VW-Boss "Ich bin auf Distanz zu Winterkorn"

VW-Chef Martin Winterkorn hat nach SPIEGEL-Informationen keine Chance, am Ende seiner Amtszeit den Aufsichtsratsvorsitz zu übernehmen. Das Verhältnis zu Aufsichtsratschef Piëch ist gestört. Der sagt: "Ich bin auf Distanz zu Winterkorn."

Piëch (r.) im Gespräch mit Winterkorn: "Nicht durch meine Frau weiter regieren"
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Piëch (r.) im Gespräch mit Winterkorn: "Nicht durch meine Frau weiter regieren"


Bislang galt es als ausgemacht, dass Winterkorn spätestens im Frühjahr 2017 Aufsichtsratsvorsitzender des Wolfsburger Autokonzerns wird. Doch im Aufsichtsrat mehrt sich die Kritik am VW-Chef. Hans Michel Piëch, der im VW-Aufsichtsrat sitzt, wirft Winterkorn vor, dass er die Probleme im US-Geschäft nicht in den Griff bekommt, die Marke Volkswagen Chart zeigen nur eine geringe Rendite erwirtschaftet und seit Jahren über den Einstieg ins Billigsegment mit einem "Budget Car" diskutiert wird, aber noch immer keine Entscheidung getroffen wurde. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

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Heft 16/2015
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In den Familien Porsche und Piëch, die zusammen 53,1 Prozent der Stammaktien des Volkswagen-Konzerns halten, wird spekuliert, dass der Aufsichtsratsvorsitzende seine Ehefrau Ursula zur Nachfolgerin küren wolle. Ferdinand K. Piëch erteilt diesen Spekulationen eine Absage: "Ich strebe an, dass an die Spitze des Aufsichtsrats und des Vorstands die Richtigen kommen", sagt er dem SPIEGEL, "und das sind keine Familienmitglieder, das ist auch nicht meine Frau." Ursula Piëch ist bislang Mitglied des VW-Aufsichtsrats. "Mehr wird sie nicht machen", sagt Ferdinand K. Piëch. Er wolle "nicht durch meine Frau weiter regieren."

Die Entscheidung, wer künftig an der Spitze des Vorstands und des Aufsichtsrats im VW-Konzern stehen soll, falle erst im Jahr 2017, "kurz vor meinem Ausscheiden", sagt Piëch. Die Kandidaten dafür seien bereits im Unternehmen. Diese beiden Spitzenpositionen des Konzerns müssten jeweils von einen Techniker besetzt werden.

Im Management des Autokonzerns wird seit einiger Zeit beobachtet, dass das Verhältnis zwischen dem Aufsichtsratsvorsitzenden Piëch und Vorstandschef Winterkorn gestört ist. Ferdinand K. Piëch sagt gegenüber dem SPIEGEL: "Ich bin auf Distanz zu Winterkorn."

Dies fiel vor allem deshalb auf, weil Piëch über Jahrzehnte hinweg mit Winterkorn, den er 1981 als seinen Assistenten zu Audi geholt hatte, eng zusammen gearbeitet hatte. Schon im März vergangenen Jahres hatte Piëch auf die Frage, ob er den Konzern auf einem guten Weg sehe, geantwortet: "Nicht wirklich". Seitdem sind die Probleme vor allem bei der Marke Volkswagen, die Winterkorn persönlich führt, eher noch gewachsen.

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL - ab Samstagmorgen erhältlich.

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insgesamt 94 Beiträge
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Seite 1
kuschl 10.04.2015
1. Unsitte
Es ist eine Unsitte, daß CEO's nach ihrem Ausscheiden aus dem Amt, im Aufsichtsrat weitermachen, um dort eventuelle Fehlentscheidungen zu vertuschen.
Eppelein von Gailingen 10.04.2015
2. Ist diese Feststellung etwa überraschend?
Mit wem überwirft sich Aufsichtsratschef Piëch nicht? Einmal dauert es etwas länger, wie mit Winterkorn. Einmal ist die Dauer Kurzweil wie im Fall Pischetsrieder. Ein ungeduldiger Mensch - war der Großvater Ferdinand Porsche auch so?
Maya2003 10.04.2015
3.
Machtspielchen unserer Eliten - Ist das wirklich eine Schlagzeile wert ?
ClausWunderlich 10.04.2015
4.
Vieleicht sollte VW jetzt die Chance nutzen und einen aus der "jüngeren" Generation nehmen.
wannbrach 10.04.2015
5.
Vielleicht sollte VW mehr in Deutschland investieren als Milliarden in anderen Ländern. Außerdem ist es einfach Blödsinn der größte Auto Hersteller der Welt werden zu wollen. VW kann viel von Toyota abgucken, leider tun sie es nicht.
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