VW-Aufsichtsratssitzung Kontrolleure entscheiden über Abberufung von Audi-Chef Stadler

Nach seiner Verhaftung wurde Rupert Stadler zunächst nur beurlaubt. Nun muss der Audi-Chef nach SPIEGEL-Informationen womöglich endgültig abtreten. Nachfolger könnte ein früherer Manager der Konkurrenz werden.

Rupert Stadler (Archivbild)
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Der Aufsichtsrat des VW-Konzerns will am Montag über die berufliche Zukunft des inhaftierten Audi-Chefs Rupert Stadler entscheiden. Bei einer Aufsichtsratssitzung soll die Personalie des Managers, der seit drei Monaten in U-Haft sitzt, behandelt werden. Schließlich könne der bislang nur vorübergehend beurlaubte Audi-Chef sein Amt aktuell nicht mehr ausüben.

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Die Aufsichtsräte sollen entscheiden, ob Stadler seinen Posten nun endgültig räumen muss. Konzernkenner halten das für wahrscheinlich. Kommt es zur Trennung, hätte das vornehmlich organisatorische Gründe, heißt es im Konzern. Neue belastende Hinweise in Bezug auf Stadlers Rolle in der Dieselaffäre seien nicht bekannt. Volkswagen wollte sich auf Anfrage nicht äußern.

Wunschkandidat für die Stadler-Nachfolge ist Markus Duesmann, der bis Juli 2018 bei BMW Einkaufsvorstand war. Dem Ingenieur wird zugetraut, die Entwicklung sauberer Dieselmotoren voranzutreiben - und Audis Altlasten im Abgasbetrug zu beseitigen. Einziges Manko: Duesmann fehlt noch die Freigabe, sein BMW-Vertrag sieht einen Konkurrenzausschluss bis Herbst 2020 vor. Bei Volkswagen hofft man, sich mit BMW bald einigen zu können.

Mitte Juni wurde Stadler im Zusammenhang mit der Dieselaffäre wegen Verdunklungs- und Fluchtgefahr verhaftet. Der Audi-Chef hat die gegen ihn erhobenen Vorwürfe stets bestritten. Seither führt Interimschef Bram Schot, der zuvor Vertriebsvorstand war, die Geschäfte bei Audi. Stadler amtiert jedoch offiziell noch immer als Vorstandschef - mit dem Status "ruhend".

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insgesamt 36 Beiträge
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Seite 1
C.Rainers 14.09.2018
1. Wieso Entwicklung sauberer Dieselmotoren?
Hat VW noch keine? Das sind doch alles Warmduscher und Heißluftgebläse. Ich glaube kein Top-Manager ist das halbe Geld wert,daß die meinen verdienen zu müssen. Der Stadler soll an ruhig ein wenig schmoren. Komischerweise zerlegen sich diese ganzen Wunderkinder früher oder später selbst (siehe Finanzkrise),daher winke ich immer nur ab, wenn mir irgendjemand von so einem "Könner" erzählt
marcnu, 14.09.2018
2. Immer wieder neue Namen, aber immer Manager aus dem gleichen Konzern.
Das Spiel geht so lange, bis herauskommt, dass auch der Neue an der Affaire beteiligt war.
Sixpack, Joe 14.09.2018
3. Neue Dieselmotoren vorantreiben?
Ich dachte VW setzt voll auf Elektro-autos. Aber nein: die Dreckschleuder mit Traktorenlärm werden weiter entwickelt und beim ADAC Test auf Platz 1 gekauft.
hellmut1 14.09.2018
4.
Fluchtgefahr und Verdunklungsgefahr. Basiert das Ganze immer noch auf dem ominösen Telefongespräch oder hat die Staatsanwaltschaft neue Beweise? Wenn nicht kommt das einer Erpressung gleich, entweder du gestehst oder du bleibet in Haft. Egal wie man über diese Herrschaften von der Automobiiindustrie denkt, das sind mittelalterliche Methoden.
Spiegelleserin57 14.09.2018
5. wer kritisiert muss es auch besser können!
Zitat von C.RainersHat VW noch keine? Das sind doch alles Warmduscher und Heißluftgebläse. Ich glaube kein Top-Manager ist das halbe Geld wert,daß die meinen verdienen zu müssen. Der Stadler soll an ruhig ein wenig schmoren. Komischerweise zerlegen sich diese ganzen Wunderkinder früher oder später selbst (siehe Finanzkrise),daher winke ich immer nur ab, wenn mir irgendjemand von so einem "Könner" erzählt
nur kritisieren ohne Verbesserungen bringt keinen weiter. Bringen es denn andere Leute zu besserer Arbeit? Die Luft in diesen Etagen ist sehr dünn und dort herrschen enorme Machtkämpfe und der Druck der Aktionäre die ( reiche Bürger) die immer mehr Geld sehen wollen. Ich möchte mit keinem Manager tauschen wollen, nicht um das dreifache Gehalt welches sie jetzt bekommen. Ich kenne etwas die Szene dort und kann nur sagen, nein Danke. Die Hintergründe die zu solchen Entscheidungen geführt haben werden nie veröffentlicht. Abwinken kann man natürlich, sollte aber dann auch Vorschläge parat haben wie man Konzerne besser führt und den Wettbewerb sicher bestehen kann. Genau das vermisse ich! Wie wäre mit einem zweiten Kommentar der diese enthält?
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