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VW-Abgasskandal: Hunderte Leiharbeiter müssen gehen

Die VW-Bosse informieren heute die Belegschaft über den Stand der Ermittlungen im Abgasskandal. Die Stimmung ist gedrückt - die Arbeiter bangen um ihre Arbeitsplätze und um Geld.

VW-Stammwerk in Wolfsburg: Verunsicherte Belegschaft Zur Großansicht
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VW-Stammwerk in Wolfsburg: Verunsicherte Belegschaft

Zum zweiten Mal seit dem Aufkommen des weltweiten Abgasskandals bei Volkswagen kommen die Mitarbeiter im Wolfsburger Stammwerk an diesem Mittwoch zu einer Betriebsversammlung zusammen. Zu der nicht öffentlichen Veranstaltung wird neben Betriebsratschef Bernd Osterloh auch VW-Aufsichtsrat Wolfgang Porsche als Vertreter des Großaktionärs Porsche erwartet. Die Beschäftigten sollen auf der Versammlung über weitere Schritte in der Aufklärung informiert werden.

Zweieinhalb Monate nach Bekanntwerden des Skandals ist die Verunsicherung unter den Mitarbeitern weiterhin groß. Obwohl nach Aussage von Osterloh die Stammbelegschaft nicht gefährdet ist, hat die Ankündigung von verlängerten Weihnachtsferien Fragen aufgeworfen. VW-Miteigentümer Wolfgang Porsche bekräftigte jedoch in einem Interview mit der "Wolfsburger Allgemeinen Zeitung" noch einmal, dass er einen Stellenabbau unbedingt vermeiden will. "Die Familien Porsche und Piëch stehen zur Beschäftigungssicherung bei Volkswagen durch ein stabiles und erfolgreiches Unternehmen", sagte Porsche. Auch VW-Konzernchef Matthias Müller sowie Markenchef Herbert Diess hatten angekündigt, die Stammbelegschaft halten zu wollen.

Die Leiharbeiter und Mitarbeiter mit befristeten Arbeitsverträgen können sich ihres Arbeitsplatzes allerdings nicht mehr sicher sein. Nach Informationen der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" sollen die Verträge von rund 300 Beschäftigten im Nutzfahrzeugwerk in der niedersächsischen Landeshauptstadt Ende Januar auslaufen. Damit fällt demnach etwa jede dritte Zeitarbeitsstelle an dem Standort weg. Die Verträge von weiteren 500 Leiharbeitern wurden zudem zunächst nur um drei Monate verlängert, wie die Zeitung weiter schrieb.

Auch die Ankündigung, dass die rund 120.000 Mitarbeiter im Haustarifvertrag in diesem Jahr auf die sonst üblichen Bonuszahlungen verzichten müssen, belastet die Stimmung in der Belegschaft. Für 2014 hatte Volkswagen Chart zeigen je 5900 Euro Prämie an seine Haustarifmitarbeiter ausgeschüttet. Die knapp 1500 Euro, die die VW-Beschäftigte bereits als Abschlag für 2015 erhalten haben, müssen sie aber nicht zurückzahlen. Osterloh appellierte an den Vorstand, auch bei den eigenen Bonuszahlungen finanziell zurückzustecken.

mik/dpa-AFX

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insgesamt 127 Beiträge
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1. Die nun freigestellten...
sachfahnder 02.12.2015
... Mitarbeiter sind vermutlich das schwächste Glied in dieser unheilvollen Kette! VW-Qualität schätze ich seit gut drei Jahrzehnten, wobei sich Qualität da auf die Technik beschränkt, denn wann immer ich ausserplanmäßig in die Werkstatt musste, waren es Mängel in der Verarbeitung = Ursachen durch Menschen im Produktionsprozess! Dass VW-Mitarbeiter, dank der massiven Einflüsse der IGM zu den höchstbezahlten Metallern in Deutschland zählen, ist auch kein Geheimnis. Der allgegenwärtige Schlendrian könnte jetzt mal durch Einbußen bei den Prämien eine Nachbesserung verdienen!
2. Das ist das einzige was unseren Managern einfällt
mictann 02.12.2015
Es ist wie immer, bevor überhaupt irgendwas geklärt, irgendein Plan entwickelt und irgendwas richtig durchdacht ist, werden Leute entlassen. Das ist die einzige Handlungsoptionen, die Manager in ihrer Beschränktheit sehen. Aber ... es ist Kontinuität in Deutschland. Das beruhigt. Frau Merkel klatscht schon Beifall.
3. War ja klar!
psypunk 02.12.2015
Typisch, daß Betrug und Mißmanagement zu Lasten der Schwächsten, die nichts dafür können, gehen. Widerlich!
4. Nicht schlecht ...
kuddemuddel 02.12.2015
... 5900 Euro Boni für 2014 zusätzlich zum Gehalt. Davon können die meisten Arbeitnehmer nur träumen.
5.
trude2004 02.12.2015
Arme Leiharbeiter, Winterkorn und Konsorten stecken sich dagegen Millionen ein. Was ist aus unserem Land geworden. Mich wundert das noch keine Bürger auf die Straße gehen und unsere korrupte Regierung anzeigen.
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