Wolfsburg/München - VW hat seinen Anteil am Lastwagenhersteller MAN deutlich ausgebaut. Der größte europäische Autokonzern hält nun 73 Prozent der Stammaktien der Münchner Tochter. Dies teilte MAN am Freitag mit. Damit steht VW unmittelbar vor der entscheidenden 75-Prozent-Schwelle. Sollte diese überschritten werden, hätte VW über einen Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag die volle Entscheidungsmacht bei MAN. Damit könnte der Konzern beispielsweise über die Finanzen der gewinnträchtigen Tochter voll verfügen. Im November hatte VW erklärt, der Konzern halte erst 55,9 Prozent der Stimmrechte.
"Wir haben einen Großaktionär, der jetzt noch größer ist", sagte ein MAN-Sprecher. Neben den Stammaktien hält VW 26,46 Prozent der stimmrechtslosen Vorzugsaktien von MAN
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VW hatte 2011 die Mehrheit an MAN übernommen. Der Wolfsburger Konzern will aus MAN und seiner schwedischen Tochter Scania einen neuen Lkw-Konzern formen und damit den Weltmarktführer Mercedes herausfordern. Mit der MAN-Übernahme sollen Synergieeffekte mit Scania in Höhe von mindestens 200 Millionen Euro erzielt werden. Das Verhältnis zwischen MAN und Scania gilt nach einem gescheiterten Übernahmeversuch von MAN seit Jahren als nicht einfach.
Ein VW-Sprecher machte auf Anfrage keine Angaben dazu, ob der größte Autobauer Europas nun weitere Aktien zukaufen werde. Der VW-Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn hatte allerdings mehrfach erklärt, sein Konzern halte sich "alle Optionen offen". Die MAN-Hauptversammlung findet am Freitag kommender Woche in München statt. Winterkorn und zwei weitere VW-Vorstandsmitglieder sollen dann in den Aufsichtsrat gewählt werden.
Der bayerische Wirtschaftsminister Martin Zeil sagte, der Freistaat habe ein erhebliches Interesse, dass die MAN-Konzernspitze in München bleibe. Auch der MAN-Unternehmensbereich "Diesel & Turbo" mit Sitz in Augsburg müsse erhalten bleiben. VW hatte bereits im Vorjahr für MAN eine Standort- und Arbeitsplatzgarantie gegeben.
ulz/dapd/dpa-AFX
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