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02. Juni 2012, 21:28 Uhr

Konzernumbau

VW wechselt 30 Führungskräfte aus

Großes Stühlerücken bei VW: Im Kampf um die weltweite Marktführerschaft besetzt Konzernchef Martin Winterkorn mehr als 30 Posten neu. Um den wachsenden Markt in China kümmert sich künftig Jochem Heizmann.

Hamburg - VW-Chef Martin Winterkorn will die Schlüsselpositionen bei Volkswagen neu besetzen. Das Unternehmen wertet sein China-Geschäft auf, ordnet seine Lastwagensparte neu und besetzt den Audi-Vorstand um. Von dem Umbau sind mehr als 30 Manager betroffen.

Winterkorn verspricht sich vom großen Vorstandsumbau eine bessere Vernetzung der elf Konzernmarken und hofft auf zusätzliches Wachstum. Vor allem das China-Geschäft soll umgebaut werden. Besetzt wird es jedoch nicht mit dem bisherigen Verantwortlichen für China, Karl-Thomas Neumann.

Stattdessen soll Jochem Heizmann, der bisher als Vorstand für das Nutzfahrzeuggeschäft zuständig war, das neu geschaffene Vorstandsressort für China übernehmen.

"China ist unser größter und einer der wichtigsten Märkte weltweit", sagte Winterkorn. Für Neumann solle eine neue Aufgabe im Konzern gesucht werden. Das Verhältnis zwischen Neumann und VW galt zuletzt als gestört.

Österling übernimmt Nutzfahrzeuggeschäft

Auch das LKW-Geschäft des Konzerns soll neu geordnet werden. Der Autokonzern will damit vor allem die Zusammenarbeit zwischen den Töchtern Scania und MAN vorantreiben. Der bisherige Chef der schwedischen Tochter Scania, Leif Östling, wechselt in den VW-Vorstand und wird dort das gesamte Nutzfahrzeuggeschäft verantworten. Der 66-Jährige soll als neuer Lkw-Chef die Allianz zwischen MAN und Scania neu beleben. "Wir haben eine klare Vorstellung davon, wie wir Synergien heben wollen", sagte Winterkorn.

Östling galt lange Zeit als Skeptiker der Zusammenarbeit mit den anderen Marken im VW-Konzern. Scania hatte es auch ohne den Wolfsburger Konzern zu einem der profitabelsten Fahrzeughersteller der Welt gebracht. Winterkorn sagte, die Entscheidung, Östling mit seinen 40 Jahren Erfahrung an die Spitze des Nutzfahrzeugressorts zu stellen, sei relativ leicht gefallen.

Neuer Scania-Chef wird der bisherige Verkaufsvorstand Martin Lundstedt. MAN-Chef Georg Pachta-Reyhofen zieht in den erweiterten Vorstand des Konzerns mit ein. Er wird dort das Industriegeschäft mit Motoren konzernweit koordinieren. Zudem werden wichtige Posten bei MAN neu besetzt. Der bisherige Audi-Vorstand Ulf Berkenhagen wird neuer Einkaufschef bei dem Münchner Lastwagenbauer. Der VW-Personalmanager Jochen Schumm wird neuer Personalchef und löst Jörg Schwitalla ab.

Auch die VW-Sparte Nutzfahrzeuge bekommt einen neuen Chef, den Posten übernimmt der bisherige Skoda-Entwicklungschef Eckard Scholz. Er löst Wolfgang Schreiber, der künftig Chef der Luxusmarken Bentley und Bugatti wird.

Sein Vorgänger Wolfgang Dürheimer wechselt zu Audi und wird dort Technischer Entwicklungschef.

Aus Wolfsburg schickt Winterkorn den bisherigen VW-Marketingchef Luca de Meo als neuen Audi-Marketingchef nach Ingolstadt. Der bisherige Audi-Vertriebschef Peter Schwarzenbauer verlässt den Konzern.

Zudem übernimmt Bernd Martens, derzeit im Konzern im Einkauf für neue Produktanläufe zuständig, bei Audi das Vorstandsressort Beschaffung. Die personellen Veränderungen sollen im Wesentlichen mit Wirkung zum 1. September umgesetzt werden.

kha/dpa/dapd

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