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Widerstand des Betriebsrats: VW droht Streit über Sparkurs

"Deutlich, wirksam und auch schmerzhaft" sollen die Schritte sein, mit denen VW-Chef Winterkorn die Produktivität erhöhen will. Der Betriebsrat gibt Kontra: Die Arbeitskosten seien nicht das Problem.

Neuwagen von VW in Wolfsburg: "Erheblicher Nachholbedarf" Zur Großansicht
REUTERS

Neuwagen von VW in Wolfsburg: "Erheblicher Nachholbedarf"

Wolfsburg - Nach der Ankündigung eines Sparkurses durch Volkswagen-Chef Martin Winterkorn hat der Konzernbetriebsrat vor Einschnitten zulasten der Beschäftigten gewarnt. In einem Beitrag für die interne Mitarbeiterzeitung schrieb Betriebsratschef Bernd Osterloh, es sei richtig, die Renditeziele nicht aus den Augen zu verlieren. Die Arbeitskosten von VW seien jedoch wettbewerbsfähig. Das Unternehmen müsse vielmehr bei der Entwicklung sparen.

In Zukunft werde die Arbeitnehmerseite im Aufsichtsrat nur noch Fahrzeugprojekten zustimmen, die mehr Rendite abwerfen als das Vorgängermodell, schrieb Osterloh weiter. "Alles andere wird es nicht mehr geben, weil das Spielereien auf dem Rücken der Beschäftigten sind." Bei der Erweiterung neuer Werke - etwa für neue Modelle - oder beim Fabrikneubau hat die Arbeitnehmerseite Vetorechte.

VW-Chef Winterkorn hatte zuvor einen Milliarden-Sparkurs für die Kernmarke angemahnt und ein angebliches Missverhältnis zwischen Arbeitskosten und Produktivität angekreidet. Der bisherige Kurs der Pkw-Sparte von Volkswagen Stammaktien Chart zeigen gefährde die Renditevorgabe aus der Konzernstrategie, mit der die Wolfsburger bis 2018 Weltmarktführer werden wollen.

"Seien wir ehrlich: Wir haben in der Produktivität gegenüber den Kernwettbewerbern unverändert erheblichen Nachholbedarf", sagte der Konzernchef am Montagabend vor VW-Führungskräften in Wolfsburg. Winterkorn taxierte das schrittweise zu erreichende Sparziel auf jährlich fünf Milliarden Euro von 2017 an. Es gelte jetzt, "Maßnahmen zu ergreifen, die deutlich, wirksam und auch schmerzhaft sind", sagte er. So müsste etwa hinterfragt werden, welche Arbeiten künftig Zulieferer übernehmen könnten.

VW-Pkw ist federführend bei der Umsetzung des Baukastensystems MQB und muss einen Großteil der Kosten schultern - profitieren soll aber der Gesamtkonzern. "Die durchgängige Umsetzung dieses großen Projekts in Entwicklung, Beschaffung, Werken und allen anderen Bereichen ist ein echter Kraftakt", sagte Winterkorn. Ende 2016 will VW die MQB-Technologie laut älteren Angaben in mehr als 20 Werken eingeführt haben.

dpa/dab

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insgesamt 93 Beiträge
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1.
Aquifex 16.07.2014
Zitat von sysopREUTERS"Deutlich, wirksam und auch schmerzhaft" sollen die Schritte sein, mit denen VW-Chef Winterkorn die Produktivität erhöhen will. Der Betriebsrat gibt Contra: Die Arbeitskosten seien nicht das Problem. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/volkswagen-betriebsrat-kontert-sparplaene-von-winterkorn-a-981239.html
Dieser Satz bestätigt die Offensichtlichkeit, daß ein Betriebsrat nicht die leiseste Ahnung vom Unternehmen hat und einfach nur dagegen ist: Wenn man irgendwo NICHT sparen darf, dann ist das in der Entwicklung. Da werden die eigentlichen Werte geschaffen.
2.
nic 16.07.2014
Geht wieder ein mal darum Löhne zu drücken und Gewinne zu maximieren.
3. Volkswagen
ihawk 16.07.2014
Gravierende Managementfehler schmälern die satten Profite bei Volkswagen ... und das soll die Belegschaft bezahlen? Volkswagen 'leidet' u.a. daran, dass es keinen 'Volkswagen' mehr gibt und dass der Konzern mit einem lausigen Kundenservice die Kunden verprellt.
4. Ach so
geddup 16.07.2014
VW investiert halt lieber in betriebsratsfreien Gegenden.
5. Wie immer
ramón 16.07.2014
Am Ende wird wie immer bei VW der Druck auf die Zulieferer erhöht. Während VW Mitarbeiter zu Top-Konditionen arbeiten wird bei den Lieferanten der Trend weitere Fertigungsanteile in Billigstlohnländer zu verlagern, verstärkt. Das Schicksal der Arbeiter dort ist dem VW-BR egal, den Millionären in Vorstand und AR sowieso.
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