Patentstreit US-Chipkonzern verlangt von VW eine Milliarde Dollar

Volkswagen steht ein weiterer schmerzhafter Rechtsstreit bevor: Der US-Halbleiterkonzern Broadcom hat nach SPIEGEL-Informationen Patentklagen gegen den Autohersteller eingereicht - und droht mit einem Lieferstopp.

Logo von Volkswagen auf dem Hauptsitz des Unternehmens
DPA

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Der US-Halbleiterproduzent Broadcom setzt den Volkswagen-Konzern unter Druck: Der Zulieferer fordert von dem Autohersteller eine Milliarde US-Dollar - und droht anderenfalls, die Produktion mehrerer Varianten der VW-Modelle Golf, Passat, Touran, Tiguan sowie diverser Modelle von Porsche und Audi gerichtlich stoppen zu lassen.

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Heft 45/2018
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Broadcom hat in München und Mannheim Patentklage eingereicht. Es geht um die Nutzung von insgesamt 18 seiner Patente in Navigations- und Entertainmentsystemen, die der VW-Konzern in mehreren Automodellen einsetzt.

In den USA geht Broadcom auch gegen Toyota und Panasonic vor. Die betroffenen Unternehmen stehen unter hohem Druck, sich mit dem Zulieferer zu einigen, bevor Gerichte entscheiden. Diese könnten den Einsatz der entsprechenden Halbleiter vorläufig untersagen und damit die Produktion zum Erliegen bringen.

Die Autoindustrie beklagt schon länger, Patentverwerter würden die geltende Rechtslage ausnutzen, um überhöhte Lizenzgebühren einzufordern. VW hat mittlerweile Gespräche mit Broadcom aufgenommen.

Ein VW-Sprecher bestätigt, dass Broadcom Klagen "im Zusammenhang mit behaupteten Vorwürfen zu patentrechtlichen Fragen" eingereicht hat, will sich aber nicht zum laufenden Verfahren äußern.

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Seite 1
spon_6562341 02.11.2018
1. VWs Feind ist mein Freund.
Ich wurde von diesem Konzern betrogen. Ich wuensche ihm alles erdenklich Schlechte und in diesem Zusammenhang Broadcom viel Erfolg. Sowenig ich das Patentgeschache und Patente an sich (aus eben solchen Gruenden wie hier) ansonsten gut heissen kann.
peterka60 02.11.2018
2. Selber schuld
VW und auch andere Autokonzerne haben immer noch nicht begriffen, dass sie endlich reinen Tisch machen müssen und die dumme Geschichte aus dem Weg schaffen müssen. Das feilschen um ein paar Euro bei den Europäern rauf oder runter schadet ihn viel mehr und die Amis schlagen dann halt mit aller Kraft zu und es wird am Schluss wieder ein sehr teurer Vergleich geben, den natürlich am Schluss die Kunden bezahlen. Bei diesem Konzern läuft einfach so viel schief, das konnte sich keiner vorstellen. Und viele, viele Personen haben es gewusst und waren einfach ruhig.
b1964 02.11.2018
3. Feuerzangenbowle
Zitat von spon_6562341Ich wurde von diesem Konzern betrogen. Ich wuensche ihm alles erdenklich Schlechte und in diesem Zusammenhang Broadcom viel Erfolg. Sowenig ich das Patentgeschache und Patente an sich (aus eben solchen Gruenden wie hier) ansonsten gut heissen kann.
Frei nach der "Feuerzangenbowle": "Was ham se doch für nen fiesen Charakter." Oder mit meinen Worten: Gehässigkeit ist keine gute Tugend. Ganz im Gegenteil werden auch Sie (jedenfalls im geringen Umfang) der Leidtragende sein, wenn der VW-Konzern in die Brüche geht. Natürlich hat der VW-Konzern für Schäden einzustehen. Er hat sich an Recht und Gesetz zu halten und etwaige Betrüger sind auch persönlich zu bestrafen und in Haftung zu nehmen. Aber dem Konzern gleich den ganzen Untergang herbeizuwünschen, dürfte für unsere Volkswirtschaft und unseren Wohlstand nicht gerade gut sein.
Bitjaeger 02.11.2018
4. VW, Schmeck deine eigene Medizin...
Überhöhte Lizenzkosten.... Da triffts den Richtigen, mit überhöhten Kosten für Reparaturen, Ersatzteilen, Fahrzeugpreisen glänzen ja unsere tollen Autohersteller. Kein Mitleid mit euch... Eure Autos kaufe ich eh nicht, insofern können die gerne gemolken werden und über die Preise an die Endkunden weitergeben... solange ich kein Kunde bin solls mir sogar sehr recht sein
muekno 02.11.2018
5. Die sollen den ganze unnötigen
Elektronik Mist aus den Fahrzeugen rausnehmen. Ansonsten halt mal die Patete durchlesen und das mit den Inhaber vorher klären. Aber sich lieber von den Zulieferern abhängig machen statt Alternativen zu haben. jetzt rächt sich der Preisdruck auf die Zulieferer, erst durch exklusive Verträge und Massenstückzahlen sich von einem Zulieferer abhängig machen und dann Jammern. Die Hersteller sind doch heute im wesentlichen nur Assemblieret die Teile von Zulieferern zusammensetzen.
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