Aktien Sieben Lehren für Anleger aus der VW-Affäre

Rund 25 Milliarden Euro Börsenwert sind diese Woche bei Volkswagen verpufft. Die Abgas-Affäre trifft den Konzern, Fahrer und Anleger - manche davon hart. Ein Leitfaden, wie Sie künftig sicherer fahren.

VW-Logo in Wolfsburg: Jetzt Aktien des Autobauers kaufen?
DPA

VW-Logo in Wolfsburg: Jetzt Aktien des Autobauers kaufen?


Volkswagen Chart zeigen hat in der aktuellen Affäre Millionen von Kunden mit Versprechen zur Öko-Bilanz seiner Autos hinters Licht geführt. Der Konzern lässt weltweit seine Autos die Luft mehr als behauptet verpesten. Und als Folge gefährdet er jetzt nicht nur das Ersparte seiner Anleger, sondern auch die Jobs von 600.000 Beschäftigten. Rund 25 Milliarden Euro Börsenwert verpufften bei VW diese Woche.

Kleinanleger sollten sieben Lehren aus dem VW-Desaster ziehen:

  • Investieren Sie nicht in Einzelaktien. Die sind viel zu anfällig für Skandale und externe Schocks. Das gilt sogar für die Größten der jeweiligen Branchen wie VW oder die Deutsche Bank Chart zeigen.

  • Halten Sie sich vor allem bei heimischen Einzelwerten oder gar Aktien Ihres Arbeitgebers zurück - im schlimmsten Fall werden Sie nach einem Skandal sonst ärmer und auch noch arbeitslos.

  • Legen Sie weltweit an. Eine Anlage im Dax Chart zeigen ist nicht optimal, denn der ist viel zu sehr auf einzelne Branchen konzentriert. Neben VW prägen auch noch Daimler Chart zeigen, BMW Chart zeigen sowie der Reifenkonzern Continental Chart zeigen den deutschen Index: Die Autobranche macht damit fast ein Viertel des Wertes aus. Ähnliche Konzentrationen gibt es auch bei Chemie- und bei Pharmaunternehmen. Viel ruhiger schläft man daher nach dem Anlegen in weltweit gestreute Werte.

  • Halten Sie Ihre Kosten niedrig. Auch bei einem weltweit gestreuten Depot gib es natürlich Kursentwicklungen nach oben und unten. Die können Sie nicht beeinflussen. Wohl aber können Sie Ihre Kosten im Schach halten. Zum einen, in dem Sie einen günstigen Indexfonds statt des teureren gemanagten Fonds kaufen. Zum anderen, indem Sie diese Aktienfonds in einem günstigen Depotkonto platzieren, anstatt es in die Hände einer teuren Filialbank zu legen. Die Ersparnis summiert sich leicht auf einige Hundert Euro im Jahr.

  • Investieren Sie nur Geld, das Sie in absehbarer Zeit nicht benötigen. Selbst wenn Sie das Risiko weltweit verteilt haben, kann es Einbrüche geben, die alle großen Aktienmärkte zeitweilig nach unten drücken. Es wäre dumm, wenn man gerade dann verkaufen müsste. Richten Sie sich auf eine Anlagedauer von mindestens zehn Jahren ein.

  • Falls Ihnen Aktien generell zu unsicher sind, steigen Sie nicht ein. Wenn Sie bei Tages- und Festgeld bleiben, sollten Sie jedoch gut vergleichen, ob Sie auch wirklich den besten Zins bekommen. Für drei Jahre gibt es aktuell bis zu 1,6 Prozent bei seriösen Banken, für ein Jahr 1,4 Prozent.

  • Prüfen Sie eine Entschädigung: Wenn Sie in den vergangenen Jahren viel Geld in VW-Aktien gesteckt haben und jetzt unbedingt verkaufen wollen oder gar müssen, prüfen Sie die Chance auf Entschädigung für Verluste und Betrug. Einige große deutsche Anwaltskanzleien haben schon angekündigt, entsprechende Klagen gegen den Autokonzern einreichen zu wollen. Schließlich hat der Konzern seine Anleger nicht rechtzeitig über die Probleme mit den Abgasen und mit den US-Behörden informiert.

Gute Fahrt!


Zum Autor
  • Finanztip
    Hermann-Josef Tenhagen (Jahrgang 1963) ist Chefredakteur von "Finanztip". Das Onlineportal ist gemeinnützig. "Finanztip" refinanziert sich über sogenannte Affiliate-Links. Mehr dazu hier.

    Tenhagen hat zuvor als Chefredakteur 15 Jahre lang die Zeitschrift "Finanztest" geführt. Nach seinem Studium der Politik und Volkswirtschaft begann er seine journalistische Karriere bei der "Tageszeitung". Dort ist er heute ehrenamtlicher Aufsichtsrat der Genossenschaft. Bei SPIEGEL ONLINE schreibt Tenhagen wöchentlich über den richtigen Umgang mit dem eigenen Geld.



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insgesamt 57 Beiträge
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Seite 1
DCWorld 26.09.2015
1. Tipps sind enttäuschend
Ich muss sagen, die Tipps kann man gleich in die Tonne treten. Ein Anleger muss eine Entscheidung treffen. Er muss sich für eine Banche, ein Unternehmen, eine Region entscheiden. Selbstverständlich kann er diversifizieren, aber eine Entscheidung muss er treffen. So wie es im Artikel steht, dass man nicht in Einzelaktien, nicht in den DAX usw anlegen soll, sondern überall und niergendwo, braucht kein Investor erst anfangen. Dass sind keine Tipps, sondern Fülltext. Wer durch die Überschrift einen Tipp erwartet hat, wird enttäuscht sein.
hubermeiermueller 26.09.2015
2. Der Kostolany unserer Tage......
Vielen Dank, Herr Tenhagen, jeder einzelne Ihrer Tips bringt mit Sicherheit mehrere hundert Euro, die sich mit den meheren hundert Euro Ersparnis durch Indexfonds und die mehrere hundert Euro Ersparnis durch Meidung einer teuren Filialbank auf mehrere tausende Euro summierenl.......:-))) Gehts eigentlich noch seichter und substanzloser???? Das ist kein Artikel für Kleinanleger sondern für Kleingeister!
umegubbe 26.09.2015
3. Ewig Gestrige
Vor allem: Legen Sie nicht in Sachen an, die Umweltzerstörung als Geschäftsmodell haben - das lohnt nicht, und Sie können unseren Kindern nicht in die Augen sehen! Die Autoindustrie, Ölindustrie, Kohle sind Relikte, wird Zeit dass die schrumpfen / verschwinden!
spon-facebook-10000143627 26.09.2015
4. I love my Bug
VW-Motoren sind sparsam, laufruhig, durchzugsstark, haltbar, wartungsarm...ein bischen mehr Abgas als es den durchgeknallten Schützern passt? so what..i love my vw.
vask 26.09.2015
5. @1
Haben Sie auch eine Begründung für ihre engstirnige Vorstellung von Investments? "Er muss sich für eine Banche, ein Unternehmen, eine Region entscheiden." Warum, warum, warum? Im Artikel wird wenigstens ansatzweise erklärt, warum das keine Gute Idee ist. Sie hingegen führen in ihrem ganzen Beitrag kein einziges Argument an. Starke Leistung.
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