Rückruf in den USA Dieselaffäre kostet VW weitere Milliarden

Der Dieselrückruf in den USA belastet den Gewinn bei Volkswagen. Der Konzern muss seine Rückstellungen für die Abgasaffäre aufstocken und wendet sich mit einer Gewinnwarnung an die Aktionäre.

VW Golf
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VW Golf


Volkswagen muss wegen der Abgasaffäre in den USA weitere Milliardenkosten verbuchen. Im dritten Quartal werde das operative Ergebnis mit rund 2,5 Milliarden Euro belastet, teilte der Konzern mit.

Hintergrund sei eine Aufstockung der Vorsorge für den Vergleich mit geschädigten Autobesitzern von 2,0-Liter-TDI-Fahrzeugen in Nordamerika. Die Umsetzung des Rückkauf- und Nachrüstungsprogramms sei erheblich langwieriger und gestalte sich technisch anspruchsvoller als gedacht.

Insgesamt kostet der Skandal um die Manipulation von Dieselabgaswerten in den USA den Konzern bereits mehr als 25 Milliarden Euro. Die VW-Aktie drehte nach der Bekanntgabe der neuerlichen Belastungen ins Minus. Volkswagen hatte im September 2015 nach Vorwürfen der US-Umweltbehörden eingeräumt, mit einer speziellen Software in großem Stil bei Abgastests getrickst zu haben. Weltweit waren elf Millionen Fahrzeuge betroffen, in Nordamerika rund 600.000.

Zuletzt hatten auch die europäischen Verbraucherschutzbehörden und die EU-Kommission den Druck auf Volkswagen erhöht, alle gut acht Millionen betroffenen Fahrzeuge rasch zu reparieren. In einem gemeinsamen Schreiben an den Konzern forderten die Behörden, der deutsche Autobauer solle binnen eines Monats bestätigen, dass die Nachrüstung wie versprochen im Herbst 2017 abgeschlossen werde. Andernfalls drohten Schritte in einzelnen Mitgliedstaaten.

asa/dpa/Reuters



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bernhard.geisser 29.09.2017
1. technisch anspruchsvoller
Das Nachrüstungsprogramm "gestalte sich technisch anspruchsvoller als gedacht". Heisst wohl: Die US-Behörden liessen sich nicht ein reines Software-Update aufschwatzen. Hardware-Nachrüstungen stellen sofort und dauerhaft den ordnungsgemässen Zustande her, was eigentlich genau das ist, worauf Käufer, Staat und Bürger anspruch erheben sollten, auch in Europa.
schamot 29.09.2017
2. Wie wäre es mit Gewinnwarnung
Und Reparaturzahlungen für Vorstäne?
Stäffelesrutscher 29.09.2017
3.
Ich wiederhole mich ja ungern, aber NICHT zu betrügen wäre billiger gewesen.
guenther2009 29.09.2017
4. Wir hier in Europa
haben durch Kauf von VW-und anderen zum Konzern gehörenden Marken diese Gewinne bezahlt, die in USA ausgegeben werden. Es ist mehr als bodenlose Winkelzüge des Vorstandes von VW, wie sie hier in Europa mit Kunden umgehen. Die Milliardegehälter der Vorstände gehören endlich gekürzt. Ausserdem verstehe ich nicht, dass die Aktieneigner so still halten und dieses Managment nicht entsorgen.
Ottokar 29.09.2017
5. Gewinnwarnung an die Aktionäre ?
Oh mein Gott, jetzt nagen die Hungertuch.
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