Streit über Dieselaffäre VW einigt sich mit US-Staat Maryland

Tausende Verbraucher in Maryland seien betrogen und die Luft massiv verpestet worden - so der Vorwurf an Volkswagen. Nun haben sich Konzern und US-Bundesstaat auf einen Millionenvergleich geeinigt.

VW-Logo auf der Automesse in Detroit
REUTERS

VW-Logo auf der Automesse in Detroit


Volkswagen hat sich in den USA auf einen weiteren Vergleich mit Klägern im "Dieselgate"-Skandal geeinigt. Der deutsche Autokonzern zahlt dem Bundesstaat Maryland gemeinsam mit den Töchtern Audi und Porsche bis zu 33,5 Millionen Dollar wegen manipulierter Abgaswerte, wie Generalstaatsanwalt Brian Frosh am Mittwoch in Baltimore mitteilte. Das sind umgerechnet etwa 27,5 Millionen Euro.

Wie aus Gerichtsunterlagen hervorgeht, zahlt der Konzern 29 Millionen Dollar. Weitere 4,5 Millionen Dollar sind nur fällig, wenn die Unternehmen in den nächsten fünf Jahren keinen Hafen im Bundesstaat für einen Teil ihrer Logistik nutzen und so die örtliche Wirtschaft ankurbeln.

Die Autohersteller hätten Tausende Verbraucher in Maryland betrogen und die Luft massiv verpestet, sagte Staatsanwalt Frosh. Der Vergleich zeige, dass Umweltverschmutzer in seinem Bundesstaat einen hohen Preis zahlten.

VW bezeichnete die Einigung als wichtigen Schritt nach vorne beim Bemühen, die restlichen regionalen US-Umweltklagen im Zusammenhang der "Diesel-Thematik" beizulegen. Der Autoriese hat im Zuge der Abgasaffäre, die im September 2015 von den US-Umweltbehörden aufgedeckt wurde, bereits Rechtskosten von mehr als 25 Milliarden Euro für Vergleiche mit Klägern in Nordamerika verbucht.

aar/dpa

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zia-zaruba 26.04.2018
1. schon der Begriff
der "Schummel Software" spielt den Schweren Betrug an Millionen Menschen unsäglich herunter.
rainercom 26.04.2018
2. Konzern und US-Bundesstaat auf einen Millionen-Vergleich geeinigt
Warum geht das nur in den USA? Antwort: Weil wir eine Regierung haben die schützend ihr Hand über die Unternehmen hält.
robhob 26.04.2018
3. Das freut mich aber...
Ich habe mir 2015 einen gebrauchten Dieael- Passat BJ 2012 gekauft. Das Auto fährt toll, ich habe aber einen neuen Job gefunden und bräuchte eigentlich nur noch einen kleinen Benziner, da ich nicht mehr pendeln muss. Verkauft bekomme ich die Kiste nur mit hohen Verlusten. DANKE VW !
Leser161 26.04.2018
4. Lache nicht mehr über die USA
Früher lachte ich über das Land in dem auf Mikrowellen steht, dass man keine Haustiere darin trocknen darf. Heute lache ich nicht mehr. Das US-Rechtssystem hat schon einiges für sich. Dafür bin ich bereit ein paar Hinweise zu ignorieren die mich nicht betreffen.
gantenbein3 26.04.2018
5. Es ist atemberaubend
Zitat von rainercomWarum geht das nur in den USA? Antwort: Weil wir eine Regierung haben die schützend ihr Hand über die Unternehmen hält.
dass der millionenfache Betrug an den deutschen Diesel-Autofahrern die Bundesregierung völlig kalt lässt, während wegen desselben Betruges in den USA Entschädigungen in Milliardenhöhe gezahlt werden. Wieso lässt man die Geschädigten im eigenen Land so im Regen stehen? Wieso lassen es die Medien mit dem bloßen Berichten bewenden? Weshalb schreien sie nicht auf? Drei Jahre nach dem Bekanntwerden des Skandals wurde in Deutschland keine einzige Anklage erhoben. Wird auf Verjährung hingearbeitet? Haben wir es mit mafiaähnlichen Strukturen zu tun?
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