Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

VW-Abgasaffäre: Dobrindt will nichts von Manipulation gewusst haben

Die Grünen werfen der Regierung vor, von Tricksereien der Autokonzerne gewusst zu haben. Verkehrsminister Dobrindt nennt die Kritik "falsch und unanständig". Er habe erst aus der Zeitung von der Abgas-Affäre bei VW erfahren.

Verkehrsminister Alexander Dobrindt hat den Vorwurf der Grünen zurückgewiesen, sein Haus habe vom konkreten Einsatz einer Abgas-Manipulationssoftware bei Autoherstellern gewusst. "Die Vorwürfe sind falsch und unanständig", sagte Dobrindt nach einer Sitzung des Bundestagsverkehrsausschusses in Berlin. Auf die Frage, wann er zum ersten Mal von dem Verdacht gegen Volkswagen Chart zeigen gehört habe, antwortete Dobrindt: "Ich hab's am Wochenende aus der Zeitung erfahren, wie alle anderen auch."

Die Grünen blieben bei ihrer Kritik. Fraktionsvize Oliver Krischer sagte, Dobrindt habe im Ausschuss keineswegs den Eindruck ausräumen können, dass die Regierung grundsätzlich von Tricksereien der Autokonzerne bei Abgas- und Verbrauchsangaben im Bilde gewesen sei. "Ich gehe davon aus, dass der Minister über solche Vorgänge informiert war", sagte Krischer. Dobrindts Aufklärungsarbeit sei scheinheilig. Die Union nahm den CSU-Politiker in Schutz. Die Grünen manipulierten selbst Informationen, nur um Dobrindt zu schaden.

Der Minister erklärte, mit der von ihm eingesetzten Kommission werde nun dezidiert geprüft, ob elf Millionen Dieselautos "den deutschen und europäischen Regeln entsprochen haben, sowohl was ihre Zulassung betrifft als auch ihren weiteren Bau und die Prüfmechanismen". Die Kommission sei bereits in Wolfsburg und sichte Unterlagen. Dobrindt sagte, der VW-Konzern habe der Bundesregierung "volle Unterstützung" bei der Aufklärung zugesichert.

Zugleich machte Dobrindt deutlich, dass die Regierung nicht den Rücktritt von VW-Chef Martin Winterkorn fordern werde. Darüber habe die Regierung nicht zu entscheiden, sagte der Minister.

Im Video: Das Statement von VW-Chef Winterkorn

AFP

brk/dpa

Diesen Artikel...
Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 134 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Verantwortung
klugschieter112 23.09.2015
tragen Politiker schon lange keine mehr. Egal ob Dobrindt davon gewußt hat oder nicht, glaubt ja wohl niemand auch nur ansatzweise, dass er die Wahrheit sagen würde, wenn er davon gewußt hätte.
2. Spende 690 000 von BMW/Quandt/Klatten an CDU
Zweistein100 23.09.2015
2013, kurz nach der Wahl, gab es Großspenden der Eignerfamilie von BMW an die CDU, just als die Bundesregierung auf EU-Ebene eine strengere CO2-Norm verhindert hatte. Ja, warum wohl? Warum erst nach der Wahl? http://www.spiegel.de/politik/deutschland/union-erhaelt-riesenspende-von-bmw-eignern-klatten-und-quandt-a-927871.html https://www.lobbycontrol.de/2013/10/grossspenden-der-bmw-grossaktionaere-quandtklatten/
3. Warum soll er ...
Rotter 23.09.2015
was gewußt haben, er weiß doch sonst auch nichts.
4. Dobrindt weiß gar nix
schnuckrusch, 23.09.2015
das ist ja sein Problem in allen Belangen!
5. Eben der Skandal ist ja....
mistergarak 23.09.2015
Zitat von Rotterwas gewußt haben, er weiß doch sonst auch nichts.
das er als Minister so wenig Ahnung/Interesse daran hatte das es erst in den USA aufliegen musste! Das heisst ja nichts anderes als das in Deutschland entweder nicht richtig kontrolliert wird oder die "echten" schlechteren Abgaswerte korrigiert werden im Interesse der Industrie. Beides die fehlende Kontrolle oder das umschreiben der der Werte muss er sich als Minister schon ankreiden lassen!
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH





Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: