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Manipulierte Abgaswerte: Volkswagen droht Rückzahlung der Abwrackprämie

Von manager-magazin-Redakteur Nils-Viktor Sorge

Als Deutschland mit der Umweltprämie den Neuwagenkauf förderte, profitierte kein Konzern mehr davon als Volkswagen. Jetzt könnte der Staat Geld vom Konzern zurückfordern, das VW-Käufer damals erhielten. Es geht um viele Millionen Euro.

Schrottautos bei Hamburg (Archivbild): "VW muss für den Schaden aufkommen" Zur Großansicht
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Schrottautos bei Hamburg (Archivbild): "VW muss für den Schaden aufkommen"

Fast täglich prasseln neue Geldforderungen auf Volkswagen ein: Angesichts des Abgasskandals verlangen Autofahrer, Behörden, Banken und Aktionäre eine Entschädigung für Folgeschäden durch die millionenfach manipulierten Motoren.

Auch die 2009 und 2010 gezahlte Abwrackprämie gerät nach Informationen von manager-magazin.de ins Visier von Umweltschützern. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) prüft eine Rückforderung für Fahrzeuge, die mit manipulierten Dieselmotoren auf den Markt gekommen sind.

Entscheiden will das Bafa, wenn weitere Untersuchungsergebnisse zum Skandal vorliegen. "Bevor die Frage beantwortet werden kann, ob die früher gewährte Umweltprämie für VW-Dieselfahrzeuge möglicherweise zu Unrecht gewährt wurde, muss zunächst der Sachverhalt restlos aufgeklärt und rechtlich bewertet worden sein", teilte ein Bafa-Sprecher mit. Die offiziell Umweltprämie genannte Förderung wurde nur beim Kauf von Autos gezahlt, die mindestens die Abgasnorm Euro 4 erfüllten.

Für die Deutsche Umwelthilfe (DUH) ist der Fall dagegen bereits klar. "Dieser Zuschuss ist zu Unrecht ergangen", sagt der Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH), Jürgen Resch. "Volkswagen muss für den Schaden aufkommen." Nach Recherchen von manager-magazin.de dürfte es um eine Summe im dreistelligen Millionenbereich gehen.

Inmitten der großen Wirtschaftskrise hatte der deutsche Staat vor sechs Jahren den Kauf eines Neuwagens mit 2500 Euro bezuschusst, sofern im Gegenzug ein Altfahrzeug eingetauscht wurde. Voraussetzung für den Erhalt der offiziell Umweltprämie genannten Förderung war außerdem, dass der Neuwagen die Abgasnorm Euro 4 erfüllte.

Die DUH geht davon aus, dass viele Diesel-VW diese Norm nur dank der eingebauten Betrugssoftware erfüllten. Aufgrund dieser Software hätten die Fahrzeuge im Übrigen überhaupt nicht zugelassen werden dürfen. Volkswagen ließ eine Anfrage von mmo zu der DUH-Forderung zunächst unbeantwortet.

Staat förderte den Kauf von 700.000 VW-Autos

Insgesamt hatte der Staat 2009/2010 den Kauf von 700.000 Autos der Marken Volkswagen, Audi, Skoda und Seat bezuschusst. Die Absatzhilfe für Volkswagen betrug demnach 1,75 Milliarden Euro. Der Konzern war damit der mit Abstand größte Profiteur der Abwrackprämie.

Wie viele Dieselautos mit der Prämie bezuschusst wurden, ist allerdings unklar - ebenso, wie viele davon mit manipulierten Motoren ausgestattet waren. Sowohl das Bafa als auch das Kraftfahrt-Bundesamt teilten mmo mit, sie hätten darüber keine Kenntnis.

Sicher ist, dass Volkswagen Chart zeigen den betroffenen Motor EA 189 ab dem Jahr 2008 in Serienmodelle eingebaut hat. Die allgemeinen Zulassungszahlen lassen wiederum den Schluss zu, dass deutlich mehr Benzin- als Dieselfahrzeuge mit der Abwrackprämie bezuschusst wurden.

Formal betrachtet müssten die Autokäufer die Prämie zurückzahlen - ihnen wurde sie vor sechs Jahren schließlich gewährt. Nach Ansicht der DUH muss allerdings Volkswagen das Geld für die Autofahrer zurückzahlen. Die Kunden hätten nicht gewusst, dass die Autos nicht die Voraussetzungen der Umweltprämie erfüllten. Resch: "Der Verbraucher sollte den Schaden nicht haben."

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insgesamt 289 Beiträge
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1.
Tom82 13.10.2015
So ist es recht! Für mein Empfinden ist das Betrug, der hart bestraft gehört!
2. Millionen sind für VW kein Problem...
Spiegelleserin57 13.10.2015
wahrscheinlich aknn man diese ganze Misere sowieso von der STeuer absetzen, die Fachleute werden da schon einen Weg finden!
3. richtig so
bessernachgedacht 13.10.2015
her mit den Milliarden dieser Betrüger. Zahlen zudem eh kaum Steuern. Daher schmälern solche Strafen auch nicht die Steuerlast. Jedes andere Unternehmen würde wegen solch eines Betrugs zu Tode geknüppelt. Am Ende schreit man bei VW sicher wieder wegen der Arbeitsplätze. Aufspalten den Konzern und privatisieren.
4. Rip vw
hubie 13.10.2015
Ich meine, ich arbeite in der Forschung. Mein Job steht auch alle 6 Monate auf der Kippe, aber bei VW möchte ich jetzt auch nicht gerade angestellt sein (eigentlich schon, aber da kriegt man schwer Promotionsstellen ^^).
5. Gut überlegen
skandalfrei 13.10.2015
Wenn alle jetzt gleichzeitig auf diese Firma schlagen,wird es wohl wirklich bald jede Menge neue Arbeitslose geben und ein Unternehmen was zum Konkurs getrieben wurde. Ja die Schummelei war ein schwerer Fehler,aber deshalb die ganze Firma platt zu machen hilft wohl keinem,oder?
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