Volkswagen Ex-BMW-Manager übernimmt Nordamerika-Geschäft

Volkswagen hat einen Kandidaten für einen der kompliziertesten Posten im Konzern gefunden: Hinrich Woebcken übernimmt die Position des Statthalters in den USA.

Top-Manager Woebcken: neue, schwierige Aufgabe
Knorr-Bremse

Top-Manager Woebcken: neue, schwierige Aufgabe

Von manager-magazin-Redakteur Michael Freitag


Der Volkswagen-Konzern hat einen Manager für die Region Nordamerika gefunden. Der langjährige BMW-Mann Hinrich Woebcken (55) werde das Amt wahrscheinlich schon Anfang April antreten und damit dem VW-Markenvorstand angehören, berichtet das manager magazin unter Berufung auf Konzernkreise. Woebcken hatte zuletzt 15 Monate die Nutzfahrzeugsparte des Münchener Zulieferers Knorr-Bremse geleitet.

Als Nordamerika-Chef vorgesehen war bei Volkswagen Chart zeigen ursprünglich Winfried Vahland. Der Ex-Skoda-Chef hatte einem Wechsel in die USA auch schon zugestimmt. Nachdem allerdings im September der Dieselskandal bekannt geworden war und zusätzlich Matthias Müller den langjährigen Vorstandsvorsitzenden Martin Winterkorn an der Konzernspitze abgelöst hatte, hatte Vahland abgesagt und das Unternehmen verlassen.

Woebcken wird künftig das gesamte Nordamerika-Geschäft der Marke VW verantworten. Dazu gehören die Werke im mexikanischen Puebla und in Chattanooga genauso wie der von Michael Horn geleitete Vertrieb und die Entwicklungsabteilung, die künftig deutlich ausgebaut werden soll.

Zunächst aber werde sich auch Woebcken vor allem um die Lösung der Abgasaffäre kümmern müssen, heißt es in Wolfsburg. Unter anderem wird VW, wenn die US-Umweltbehörden den technischen Lösungen der Marke zustimmen, wahrscheinlich Hunderttausende Dieselfahrzeuge zurückrufen und umrüsten müssen.

Woebcken hatte vor seinem Wechsel zu Knorr-Bremse fast zehn Jahre für BMW gearbeitet und dort unter anderem den Einkauf Gesamtfahrzeug geleitet. Aus dieser Zeit kennt ihn auch der heutige VW-Markenchef Herbert Diess, der damals im Vorstand über den Einkauf bei BMW gewacht hatte.



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insgesamt 10 Beiträge
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hugocmeier 19.01.2016
1. Wieder kein Amerikaner
Solange nicht ein Amerikaner an der Spitze steht, wird das nichts, aus zwei ganz einfachen Gründen: 1.) ein Deutscher versteht nicht, wie Amerikaner denken, selbst nach 20 Jahren noch nicht. 2.) die amerikanischen Behörden wollen dort einen Amerikaner, denn den Deutschen können sie nicht vertrauen. Solange die Familien Porsche und Piech das nicht verstehen, wird das ein sehr teures Unterfangen. Betriebsräte haben keine wirkliche Anerkennung, sie stören ehr den Ablauf.
eckawol 19.01.2016
2. Wenig USA-Erfahrung
soll helfen ?
prophet46 19.01.2016
3. Seilschaft
Ein BMW Mann soll es richten? Hinrich Woebcken kommt ja von der KnorrBremse und ist seit zwei Jahre von BMW weg. Nehme an, dass sich der neue VW-Markenvorstand Diess (früher Entwickler bei BMW) eine Seilschaft mit Gevolksleuten für seinen neuen Job zusammen stellt.
Partieller Augentinnitus 19.01.2016
4.
Zitat von hugocmeierSolange nicht ein Amerikaner an der Spitze steht, wird das nichts, aus zwei ganz einfachen Gründen: 1.) ein Deutscher versteht nicht, wie Amerikaner denken, selbst nach 20 Jahren noch nicht. 2.) die amerikanischen Behörden wollen dort einen Amerikaner, denn den Deutschen können sie nicht vertrauen. Solange die Familien Porsche und Piech das nicht verstehen, wird das ein sehr teures Unterfangen. Betriebsräte haben keine wirkliche Anerkennung, sie stören ehr den Ablauf.
Sie kennen aber amerikanische Firmen, wie Alcoa, https://en.wikipedia.org/wiki/Alcoa oder Visa? https://en.wikipedia.org/wiki/H._Robert_Heller Und wenn man Betriebsräte ernst und damit auch in die Verantwortung nimmt, trägt dies zur Zufriedenheit der Mitarbeiter sowie der Produktivität bei. Betriebsräte werden nämlich von mehreren anderen Betriebsangehörigen gewählt. Meistens sind es eher inkompetente Manager-Darsteller, sogenannte Schönwetterkapitäne, die den Betriebsablauf empfindlich stören und damit eine Firma viereckig Geld kosten können.
upalatus 19.01.2016
5.
Ein äußerst gewinnendes Lächeln. Es irritiert geradezu.
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