VW-Skandal Piëch belastet Winterkorn vor Staatsanwaltschaft

Lange schwieg Ferdinand Piëch im VW-Dieselskandal. Nun hat er vor der Staatsanwaltschaft ausgesagt - nach SPIEGEL-Informationen zuungunsten von Ex-Konzernchef Winterkorn.

Martin Winterkorn (l.) und Ferdinand Piëch im April 2012 (Archivfoto)
AFP

Martin Winterkorn (l.) und Ferdinand Piëch im April 2012 (Archivfoto)


Der einstige Aufsichtsratsvorsitzende des Volkswagen-Konzerns, Ferdinand Piëch, belastet mit einer ausführlichen Aussage vor der Staatsanwaltschaft Braunschweig den ehemaligen Konzernchef Martin Winterkorn.

Winterkorn habe früher als bislang eingeräumt von dem Dieselbetrug erfahren, so Piëch. Er selbst habe Ende Februar 2015 von einem Informanten den Hinweis erhalten, dass VW ein großes Problem in den USA habe, weil das Unternehmen mit einer Software die Abgaswerte manipuliere; Hinweise darauf hätten US-Behörden bereits an VW weitergeleitet. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Er habe Winterkorn darauf angesprochen. Doch der damalige VW-Chef habe ihm versichert, ein solches Papier aus den USA existiere nicht, sagte Piëch den Ermittlern bei einer Befragung Ende vergangenen Jahres.

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig will zum Ermittlungsverfahren keine Stellung nehmen. Ihr Sprecher Klaus Ziehe sagt: "Alle relevanten Zeugen werden von uns befragt, unabhängig von der Hierarchieebene bei VW."

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haw/sh



insgesamt 70 Beiträge
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thequickeningishappening 03.02.2017
1. Der Piëch hat doch angefangen
mit seiner Show im 1L/100 Diesel! Die Belegschaft muss sich nach den Vorgaben des Eigentümers richten!
paulhaupt 03.02.2017
2. Na, Herr Piëch,
Wäre es da nicht mal eine Idee gewesen, wirksame Maßnahmen zu ergreifen anstatt Winterkorn nur öffentlich mit eine kryptischen Äußerung an's Bein zu pinkeln?
heavenstown 03.02.2017
3. Piech / Winterkorn...
Selbsternannte Alphatiere die nun versuchen die Schuld auf den anderen zu schieben.
flytogether 03.02.2017
4. Eigenartige Logik
Piëch spricht Winterkorn an und der versichert ihm, ein solches Papier der US-Behörde existiert nicht. Wie kommt der Autor auf Grund dieser Aussagen zu dem Schluss, Winterkorn habe von dem Betrug gewusst? Davon abgesehen darf man davon ausgehen, dass Winterkorn Bescheid wusste.
katueins 03.02.2017
5. Typisch Piech
Haltet den Dieb!, - erneut will Piech seinen Kopf aus der Schlinge ziehen, dabei: es war Piech, der Winterkorn als den von ihm am besten Manipulierbaren aus dem Hut gezaubert und fortan praktisch alle strategischen Entscheidungen (mit)gestaltet hat. Als vermutlich brillantester Auto-Techniker nach Ferdinand Porsche führte Ferdinand Piech Audi in die Premium-Spitze; als genialer ökonomischer Stratege formulierte wohl Piech das Ziel, den (Dank seiner Mitwirkung viel zu heterogenen) Konzern auch zur Welt-Nr. 1 zu machen. Dass dies nur mit brachialen Markt-Maßnahmen zu erreichen war, gehörte zum Kalkül einer fragwürdigen Größen-Strategie. Und - dass der geniale Techniker nicht um die Probleme des in den US-Markt gedrückten Pkw-Diesel Bescheid wusste, könnte als Treppenwitz der Piech-Geschichte gelten. Karl Turecek, Linz
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