Konzernumbau Volkswagen-Chef Matthias Müller soll gehen

Der Autobauer Volkswagen will seine Führungsspitze umbauen. Vorstandschef Matthias Müller steht nach SPIEGEL-Informationen vor der Ablösung.

Matthias Müller
imago/ Sven Simon

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An der VW-Konzernspitze steht ein Wechsel bevor. Vorstandschef Matthias Müller wird nach SPIEGEL-Informationen den Posten des Vorstandschefs räumen und soll offenbar durch Herbert Diess abgelöst werden, der die Kernmarke VW führt. Als erstes hatte das "Handelsblatt" darüber berichtet. Der Vertrag des 64-jährigen Müller läuft eigentlich noch bis 2020.

Zuvor hatte Volkswagen per Pflichtmitteilung erklärt, die Führungsspitze umbauen zu wollen. "Dazu könnte auch eine Veränderung im Amt des Vorstandsvorsitzenden gehören", hieß es. Vorstandschef Müller habe seine "grundsätzliche Bereitschaft signalisiert, an den Veränderungen mitzuwirken". Nähere Angaben dazu machte der Dax-Konzern zunächst nicht.

Umbau seit Langem Thema

Bereits auf einer Sitzung des Aufsichtsrats am kommenden Freitag könnte die Personalie nach SPIEGEL-Informationen entschieden werden. Eine offizielle Stellungnahme zu den Berichten gibt es bislang noch nicht.

Laut "Handelsblatt" sei bei den Großaktionären die Erkenntnis gereift, dass das Unternehmen nach der weitgehenden Aufarbeitung des Dieselskandals nun einen Neuanfang brauche. Müller sehe dies auch so und gehe daher freiwillig, schrieb die Zeitung unter Berufung auf das Umfeld des VW-Chefs.

Bei den Anlegern dürfte der Vorstandsumbau tendenziell gut ankommen, zumal Müller nicht ganz unumstritten war. Die Vorzugsaktien von Volkswagen stiegen am Nachmittag um zuletzt vier Prozent.

Zeitgleich mit Volkswagen ging die Muttergesellschaft Porsche SE an die Öffentlichkeit und teilte mit, dass Veränderungen im VW-Vorstand auch zu Änderungen im Vorstand bei der Porsche SE führen könnten. Die von den Familien Porsche und Piëch kontrollierte Porsche SE hält gut 52 Prozent der Stimmrechte an Volkswagen.

ssu/hej/kig/dpa/Reuters

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insgesamt 68 Beiträge
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Little_Nemo 10.04.2018
1. Valium für die Aktionäre
"Die Zukunft von Vorstandschef Matthias Müller ist ungewiss." Der Ärmste, im Zweifel starten wir ein Crowdfunding für ihn. Naja, in Hartz IV wird er wohl nicht gleich abgleiten. Vermutlich handelt es sich ohnehin nur um eine Image-Aktion. Denn da wurde ja doch so manches Böckchen geschossen in der letzten Zeit.
gable 10.04.2018
2. Die berufliche Zukunft von Herrn Müller ist ungewiss
Darüber hinaus muss er sich keine Sorgen machen. Nach zweieinhalbjähriger Tätigkeit als Vorstandsvorsitzender wird er wahrscheinlich mit einen höheren einstelligen Millionenbetrag verabschiedet werden. Ihm ist also eine rosige Zukunft gewiss....
alternativlos 10.04.2018
3.
Müller hat einen tollen Job gemacht. Sicher sind ihm schon die Boni von selbsterfüllenden Leerverkaufswetten auf den Unternehmenswert, die wie ein Schneeballsystem von einer Generation zur nächsten weitergereicht werden. Vielen Dank und weiterhin Alles Gute
werlesenkann 10.04.2018
4. VW bezahlt eine Hardwarenachrüstung für EA189-Motoren
DAS wäre eine interessante Überschrift gewesen. Ob da jetzt neue Leute an der Konzernführung dilettieren, ist für den geprellten Dieselkäufer eher uninteressant.
Semmelbroesel 10.04.2018
5.
Zitat von alternativlosMüller hat einen tollen Job gemacht. Sicher sind ihm schon die Boni von selbsterfüllenden Leerverkaufswetten auf den Unternehmenswert, die wie ein Schneeballsystem von einer Generation zur nächsten weitergereicht werden. Vielen Dank und weiterhin Alles Gute
Na ja, da kann man durchaus geteilter Meinung sein. Für VW selbst war es wohl ein toller Job, für die betrogenen Käufer von Volkswagen wohl eher nicht. Herr Müller bestach eigentlich nur durch seine zur Schau gestellten Arroganz. Für mich ein Grund, die Marke VW zu boykottieren.
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