VW-Abgasaffäre Winterkorn will bleiben und entschuldigt sich

Volkswagen-Chef Martin Winterkorn tritt wegen der Vorwürfe um Abgas-Manipulationen vorerst nicht zurück. In einer Video-Botschaft bittet er stattdessen um Vertrauen - und entschuldigt sich.


VW-Chef Martin Winterkorn hat im Skandal um manipulierte Abgasmessungen in den USA eine umfassende Aufklärung zugesagt und um Vertrauen gebeten. "Wir klären das auf", sagte Winterkorn in einer Videobotschaft, die am Dienstag auf der Website des Konzerns veröffentlicht wurde. Die rund 600.000 Mitarbeiter des Konzerns hätten es nicht verdient, unter Generalverdacht gestellt zu werden.

"Ich gebe Ihnen mein Wort, bei all dem werden wir mit der nötigen Transparenz und Offenheit vorgehen", sagte Winterkorn. "Wir werden alles tun, um Ihr Vertrauen Schritt für Schritt zurückzugewinnen."

Winterkorn sprach nicht von einem Rücktritt, bat aber um Entschuldigung. "Es tut mir unendlich leid, dass wir dieses Vertrauen enttäuscht haben. Ich entschuldige mich in aller Form bei unseren Kunden, bei den Behörden und der gesamten Öffentlichkeit für das Fehlverhalten."

VW und Manipulation - das dürfe es nie wieder geben, sagte Winterkorn. "Die Unregelmäßigkeiten bei Dieselmotoren unseres Konzerns widersprechen allem, für was Volkswagen steht. Auch ich habe zum jetzigen Zeitpunkt nicht die Antworten auf alle Fragen."

stk/Reuters/dpa

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insgesamt 297 Beiträge
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Seite 1
Ruhri1972 22.09.2015
1.
Vertrauen muss man sich erarbeiten. Legt Winterkorn alle Manipulationen offen ? Wird er darlegen, welche Politiker im Auftrag von VW bei der EU Lobbyarbeit betreiben und faire Messverfahren blockieren ? Hat sich nicht Frau Merkel für eine Senkung der Standards in Brüssel stark gemacht ?
febra 22.09.2015
2. Verantwortung ist...
wenn man fuer die Fehler geradesteht und diese nicht nur bedauert. Genau für solche Fälle wird das gute Gehalt gezahlt. Tritt der Fall der Verantwortung ein, muss er nicht gleich Hartz-4 beantragen.
in-teressant! 22.09.2015
3. Mit welcher Berechtigung...
...bittet Winterkorn um Vertrauen?! Bar jeder Realität!
stefan.martens.75 22.09.2015
4. ein Witz
Wir machen uns ja immer gerne lustig ueber Politiker die an ihren Posten kleben obwohl sie 700 ? nicht korrekt benutzt haben aber innerhalb von 2 Tagen 30 Milliarden Firmenwert vernichten und 6 Milliarden Rueckstellungen bilden müssen weil man einen Betrug zu verantworten hat rechtfertigt natürlich keinen freiwilligen Ruecktritt weil man einen Funken Restwuerde behalten will. Nee, nicht im Top Management.....
treisernr.1 22.09.2015
5. wer
Stellt denn 600000 Mitarbeiter unter Generalverdacht? Bestimmt keiner. Der Schuldige steht sicher nicht am Band.
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