Milliardenrisiko für Volkswagen US-Anwalt plant Sammelklagen für deutsche VW-Kunden

Es geht um bis zu 2,5 Milliarden Euro: Der Anwalt, der in den USA die Sammelklage gegen VW vertritt, will nach Informationen des manager magazin auch für deutsche Betroffene des Abgasskandals Entschädigungen erwirken.

Von manager-magazin-Redakteur Thomas Werres

VW-Logo in Wolfsburg: Auch Entschädigungen für betroffene deutsche Kunden?
DPA

VW-Logo in Wolfsburg: Auch Entschädigungen für betroffene deutsche Kunden?


Dem Volkswagen-Konzern droht in der Dieselaffäre nun auch Ärger von betroffenen deutschen Kunden. Der US-Sammelkläger Michael Hausfeld, der bereits in den USA gegen VW vorgeht, will für die heimischen Besitzer von Autos mit manipulierten Abgaswerten jetzt ebenfalls Schadenersatz erwirken.

In Deutschland könnte es dabei um Entschädigungen von bis zu 2,5 Milliarden Euro gehen. Dies berichtet das manager magazin in der kommenden Ausgabe, die ab dem 19. Februar im Handel erhältlich ist.

Den Informationen von manager magazin zufolge will die Washingtoner Kanzlei Hausfeld, die seit Jahresbeginn auch ein Büro in Berlin hat, noch in diesem Monat eine Webseite freischalten, auf der die rund 2,5 Millionen betroffenen VW-Kunden Ansprüche geltend machen und an einen Rechtsdienstleister abtreten können.

Den Regressanspruch leitet Hausfeld, gestützt auf ein Rechtsgutachten, demnach aus dem offensichtlichen Verstoß des VW-Konzerns gegen die Energieverbrauchskennzeichnungsverordnung ab.

Die Finanzierung des Projekts ist laut Hausfeld durch einen Prozessfinanzierer gesichert. "Wir sind in der Lage, Klagen und Verfahren notfalls zehn Jahre lang durchzuziehen", sagte Hausfeld dem manager magazin.

Hausfeld, Staranwalt und Sohn von Naziflüchtlingen, ist in Deutschland Ende der Neunzigerjahre bekannt geworden. Damals war er einer der Hauptbeteiligten beim Zustandekommen des Entschädigungsfonds für ehemalige Zwangsarbeiter während des Nationalsozialismus.

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