Volkswagen Jetzt geht auch der Skoda-Chef

Skoda-Chef Winfried Vahland sollte das Nordamerika-Geschäft von Volkswagen übernehmen. Stattdessen verlässt er nun laut Medienberichten den Konzern. Der überraschende Schritt ist ein herber Rückschlag.

VW-Manager Vahland: Unterschiedliche Auffassungen über Strategie in den USA
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VW-Manager Vahland: Unterschiedliche Auffassungen über Strategie in den USA


Volkswagen verliert einen weiteren Top-Manager. Winfried Vahland, der bisherige Chef der VW-Tochter Skoda, verlässt nach übereinstimmenden Berichten von "Auto Bild" und "Handelsblatt" das Unternehmen.

Somit wird der 58-Jährige nun doch nicht Chef für die neu geschaffene Region Nordamerika mit den Märkten USA, Mexiko und Kanada. Als Grund für seinen Rücktritt wurden unterschiedliche Auffassungen über die Strategie in den USA genannt. Die Berichte berufen sich auf Insider im Konzern, ein VW-Sprecher wollte den Bericht auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa nicht kommentieren.

Vahland arbeitete 25 Jahre lang für Volkswagen, besonders erfolgreich war er als Chef des wichtigen China-Geschäfts und zuletzt bei Skoda. Als erstes hatte "Auto Bild" am Mittwoch über das Ausscheiden des Managers berichtet.

In den Vereinigten Staaten hatte der Skandal um manipulierte Abgaswerte begonnen, zudem kämpft Volkswagen in den USA seit Jahren mit Absatzproblemen. Vahland war lange als möglicher Nachfolger für Konzernchef Martin Winterkorn gehandelt worden, kam dann aber nach dessen Rücktritt in der Abgasaffäre doch nicht zum Zuge. Auf Winterkorn war der frühere Porsche-Chef Matthias Müller gefolgt: Der sieht das Unternehmen wegen der Abgasaffäre vor der "größten Bewährungsprobe" seiner Geschichte.

Die US-Umweltbehörde EPA hatte Mitte September öffentlich gemacht, dass Volkswagen Diesel-Emissionswerte durch eine Software in der Motorensteuerung manipuliert hat. Deshalb muss der Wolfsburger Konzern mit hohen Strafzahlungen und Schadensersatzforderungen rechnen.

bos/dpa/Reuters

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wibo2 14.10.2015
1. Persönliche Risiken für VW Manager in Amerika zu groß
"Volkswagen verliert einen weiteren Top-Manager. Winfried Vahland, der bisherige Chef der VW-Tochter Skoda, verlässt nach übereinstimmenden Berichten von "Auto Bild" und "Handelsblatt" das Unternehmen. Somit wird der 58-Jährige nun doch nicht Chef für die neu geschaffene Region Nordamerika mit den Märkten USA, Mexiko und Kanada." (SPON) Manager sollten Risiken nicht unterschätzen. Sie haften auch für Fehler von Kollegen und Mitarbeitern. Er hatte womöglich keine Lust für Fehler anderer ins Gefängnis zu gehen. Das zeigt das Ausmaß der Schwierigkeiten mit denen VW im Ausland zu rechnen hat infolge des Abgas Betruges. Das braucht er sich freiwillig nicht anzutun.
mike_same 14.10.2015
2. TOP - Mitarbeiter...
hat gekündigt bei VW. Liebe Redakteure. Scheinbar gibt es unterhalb eines von Ihnen bezeichneten TOP Managment nur Unterbelichtete oder MInderbemittelte, weniger Wertvolle Menschen/Mitarbeiter. Oder warum werden solche Leute wie Herr Vahland, der Lediglich ein Chef ist als TOP bezeichnet ? Mit TOP bezeichnet man Menschen die TOP Leistung leisten, TOP Wissen haben. Wenn HErr Vahland TOP ist, warum gab es dann diesen Skandal bei VW ? TOP Presse Berichtererstattung ?
wakaba 14.10.2015
3.
Nordamerika? Markt? Gibts nicht mehr. Der Motor wurde auch bei beim Skoda Badge eingesetzt. Der Mann wusste. Teil des Problems und nicht Teil der Lösung.
koehler.basti 14.10.2015
4. @mike_same
Die Definition für TOP-Management ist aber bekannt oder? TOP bezieht sich in dem Falle nicht auf die Qualitätseinstufung der geleisteten Arbeit oder dem Wissenstand der Person sondern auf die Position in der Unternehmenshierarchie! Und diese ist in dem Falle nun mal die oberste Ebene. Ob bei Skoda oder in leitender Position in den USA etc. spielt dabei doch keine Rolle. Aber nette Formulierung Ihres Kommentars im übrigen, überhaupt nicht abwertend oder verletzend ;-) Gruß
ihawk 14.10.2015
5. Sichere Anzeichen
"Die Ratten verlassen das sinkende Schiff" Man könnte es aber auch so interpretieren: "Rette sich wer kann" Ich sehe das so: "Der Brachialkapitalismus zerlegt sich selbst und Korruption hat das an sich gute System des Kapitalismus zerstört." Nun gilt es die Lobbyisten der Finanzmafia schnellstens aus der Politik zu verbannen, damit die notwendige und friedliche Revolution nicht pervertiert wird.
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