Sponsoringaffäre um VfL Wolfsburg Volkswagen muss zwei Millionen Euro Bußgeld zahlen

Umstrittene Sponsoringgeschäfte für den Bundesligaverein VfL Wolfsburg kommen Volkswagen teuer zu stehen. Der Konzern muss ein Bußgeld in Höhe von zwei Millionen Euro zahlen.

Volkswagen-Logo am Konzernsitz: Bußgeld wegen Sponsoringaffäre
AP

Volkswagen-Logo am Konzernsitz: Bußgeld wegen Sponsoringaffäre


Stuttgart - Die Verquickung eines millionenschweren Vertrages mit Sponsoringaktivitäten kostet den Volkswagen-Konzern viel Geld. Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft hat gegen das Unternehmen ein Bußgeld in Höhe von zwei Millionen Euro verhängt. Die Ermittler hatten zwei VW-Manager und drei ehemalige Mitarbeiter der Telekom ins Visier genommen. Die VW-Führungskräfte sollen die Verlängerung eines Sponsoringvertrags für den Fußballverein VfL Wolfsburg gefordert haben, damit sie ihrerseits einen hochdotierten Vertrag mit der Telekom-Tochter T-Systems weiterführen.

Das Strafverfahren gegen die Manager hatte das Landgericht Stuttgart zuletzt gegen Zahlung einer Geldsumme eingestellt. Die Zahlung der Auflagen in Höhe von 100.000 und 200.000 Euro für seine beiden Führungskräfte übernahm Volkswagen.

Die Staatsanwaltschaft hat sich nun zusätzlich dazu mit VW auf die zwei Millionen Euro Bußgeld geeinigt. Das Gericht sah als erwiesen, dass der Konzern 2009 die Fortführung eines Dienstleistungsvertrages mit einem Fachunternehmen für Computersysteme von einem millionenschweren Sponsoring der Partnerfirma bei Wolfsburgs Fußballern abhängig gemacht hat. Trotz letztlich ergebnisloser Gespräche über das Sponsoring hielt das Gericht die Vorgehensweise des VfL-Gesellschafters durch zwei seiner Manager für strafwürdig. Der Konzern habe zudem seine Aufsichtspflicht zur Verhinderung derartiger Vorgänge verletzt. Für beide Sachverhalte erging ein Urteil über ein Bußgeld von jeweils einer Million Euro. Nach dem heutigen Recht hätte Volkswagen ein Bußgeld von bis zu 20 Millionen Euro gedroht.

Die Telekom kommt ohne Geldzahlung davon: Sie hatte den Fall damals angezeigt. Volkswagen erklärte auf Anfrage, das Unternehmen sei weiter überzeugt, sich im rechtlich zulässigen Rahmen bewegt zu haben. VW habe aber ein langwieriges Gerichtsverfahren vermeiden wollen. Das Gericht in Stuttgart war zuständig, weil einer der Manager in Stuttgart ansässig ist.

mmq/dpa/sid



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 3 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
raber 06.10.2014
1. 2014er Urteil nach älterem Recht zum Vorteil von VW?
Ich finde dieses Formulierungen einiger Firmen "sich im rechtlich zulässigen Rahmen bewegt zu haben." und "VW habe aber ein langwieriges Gerichtsverfahren vermeiden wollen" so lustig und aussagekräftig wie diese Firmen bewusst herumtricksen. VW ist ja auch die ganze Zeit Sponsor vom FC Bayern München geblieben trotz dessen Präsident sich als Steuerbetrüger selbst angezeigte und weiterhin Präsident blieb. Bei solchen Verhalten ist die Einhaltung von Corporate Compliance nur noch als Mentalgymnastik für die Aussenstehenden zu verstehen. Heisst es hier auch, dass man mit Geld straffrei bleibt und ein Bussgeld alles erledigt? Geld beherrscht die Welt. Warum wird VW nicht das Bussgeld nach heutigem Recht verhängt wenn das Urteil im 2014 gefällt wird? Das hätte der Staatskasse immerhin 18 Millionen Euro mehr gebracht.
jupp78 07.10.2014
2.
Zitat von raberIch finde dieses Formulierungen einiger Firmen "sich im rechtlich zulässigen Rahmen bewegt zu haben." und "VW habe aber ein langwieriges Gerichtsverfahren vermeiden wollen" so lustig und aussagekräftig wie diese Firmen bewusst herumtricksen. VW ist ja auch die ganze Zeit Sponsor vom FC Bayern München geblieben trotz dessen Präsident sich als Steuerbetrüger selbst angezeigte und weiterhin Präsident blieb. Bei solchen Verhalten ist die Einhaltung von Corporate Compliance nur noch als Mentalgymnastik für die Aussenstehenden zu verstehen. Heisst es hier auch, dass man mit Geld straffrei bleibt und ein Bussgeld alles erledigt? Geld beherrscht die Welt. Warum wird VW nicht das Bussgeld nach heutigem Recht verhängt wenn das Urteil im 2014 gefällt wird? Das hätte der Staatskasse immerhin 18 Millionen Euro mehr gebracht.
Weil wir erstens glücklicher Weise in einem Rechtsstaat leben. In diesem wird man immer nur nach der Rechtslage zum Zeitpunkt der Tat verurteilt. Oder wissen Sie was in einem Jahr gültige Rechtslage ist? Wissen Sie nicht? Wie sollen Sie sich also rechtkonform gemäß der zukünftigen Rechtslage verhalten? Können Sie also nicht ... nur gut, dass Sie danach nicht verurteilt werden können. Zweitens gibt die heutige Gesetzeslage auch nur ein Bußgeld BIS ZU 20 Millionen Euro her. Das bedeutet nicht, dass generell die maximale Summe ausgeschöpft wird (in diesem Fall wäre das auch ganz sicher nicht der Fall). Drittens richtet sich die Höhe eines Bußgeld nicht danach, wie viel der Staat einstreichen kann, sondern nach der Schwere der Schuld. Und das ist auch gut und richtig so!
jupp78 07.10.2014
3.
Zitat von raberIch finde dieses Formulierungen einiger Firmen "sich im rechtlich zulässigen Rahmen bewegt zu haben." und "VW habe aber ein langwieriges Gerichtsverfahren vermeiden wollen" so lustig und aussagekräftig wie diese Firmen bewusst herumtricksen. VW ist ja auch die ganze Zeit Sponsor vom FC Bayern München geblieben trotz dessen Präsident sich als Steuerbetrüger selbst angezeigte und weiterhin Präsident blieb. Bei solchen Verhalten ist die Einhaltung von Corporate Compliance nur noch als Mentalgymnastik für die Aussenstehenden zu verstehen. Heisst es hier auch, dass man mit Geld straffrei bleibt und ein Bussgeld alles erledigt? Geld beherrscht die Welt. Warum wird VW nicht das Bussgeld nach heutigem Recht verhängt wenn das Urteil im 2014 gefällt wird? Das hätte der Staatskasse immerhin 18 Millionen Euro mehr gebracht.
Weil wir erstens glücklicher Weise in einem Rechtsstaat leben. In diesem wird man immer nur nach der Rechtslage zum Zeitpunkt der Tat verurteilt. Oder wissen Sie was in einem Jahr gültige Rechtslage ist? Wissen Sie nicht? Wie sollen Sie sich also rechtkonform gemäß der zukünftigen Rechtslage verhalten? Können Sie also nicht ... nur gut, dass Sie danach nicht verurteilt werden können. Zweitens gibt die heutige Gesetzeslage auch nur ein Bußgeld BIS ZU 20 Millionen Euro her. Das bedeutet nicht, dass generell die maximale Summe ausgeschöpft wird (in diesem Fall wäre das auch ganz sicher nicht der Fall). Drittens richtet sich die Höhe eines Bußgeld nicht danach, wie viel der Staat einstreichen kann, sondern nach der Schwere der Schuld. Und das ist auch gut und richtig so!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.