Dieselskandal US-Justiz nimmt VW-Tochter IAV ins Visier

US-Ermittler haben die VW-Tochterfirma IAV schon länger verdächtigt, am Abgas-Skandal beteiligt gewesen zu sein. Eingeweihte Kreise berichten nun offenbar schon von Vergleichsverhandlungen mit dem US-Justizministerium.

VW-Fahrzeuge
REUTERS/Shannon Stapleton

VW-Fahrzeuge


Im Abgas-Skandal ist mit der VW-Tochterfirma IAV ein weiteres Unternehmen ins Visier der US-Ermittler geraten. Der Zulieferer verhandle bereits mit dem US-Justizministerium, um strafrechtliche Konsequenzen mit einem Vergleich beizulegen, berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf eingeweihte Kreise. "Wir können zu den laufenden Ermittlungen keine Auskunft geben", sagte ein IAV-Sprecher.

Das Justizministerium wollte den Bericht weder dementieren noch bestätigen. Eine Sprecherin betonte jedoch, dass man Unternehmen und Verantwortliche zur Verantwortung ziehen werde, um die US-Verbraucher und die Umwelt zu schützen.

Der Verdacht gegen IAV, am Abgasbetrug von Volkswagen beteiligt gewesen zu sein, besteht schon lange. Die Berliner Firma, die zur Hälfte VW gehört, tauchte auch schon in US-Sammelklagen zur Dieselaffäre auf.

Volkswagen hatte im September 2015 auf Druck der US-Behörden eingeräumt, in großem Stil bei Abgastests betrogen zu haben. Der Autokonzern hat bereits über 25 Milliarden Euro an Rechtskosten für Strafen und Entschädigungen bei Vergleichen in Nordamerika verbucht. Weltweit betrifft der Skandal rund elf Millionen Dieselautos, bei denen eine spezielle Software eingebaut wurde, um die Messwerte des Schadstoffs Stickoxid zu manipulieren.

cop/dpa



insgesamt 5 Beiträge
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karliboy 01.02.2018
1. Verantwortungslos
Wer schon beim Heuern und Feuern von Mitarbeitern und das gilt für alle Firmen, skrupellos ist, der wird heimlich still und leise auch an allen anderen Fronten skrupellos handeln. Da, wo Charakterlosigkeit vorhanden ist, da ist sie zumeist durchgehend! Das lehrt die Geschichte!
dirk1962 01.02.2018
2. Es kommt keine Ruhe rein
in die Skandale des VW Konzerns. Dazu kommen jetzt noch drohende Fahrverbote, auch für die allermeisten Benzinmotoren des Konzerns. Bei alternativen Antrieben voll im Abseits fragt man sich wirklich, ob nur der Vorstand seit Jahren versagt, oder ob der Konzern wirklich keine Autos bauen kann, die tatsächlich legal sind und mit denen der Kunde auch sicher sein kann, in Zukunft fahren zu dürfen.
kritischergeist 01.02.2018
3. Nur noch Abzocke ist mein Verdacht
Die Amerikaner versuchen noch möglichst viel Geld aus VW, seinen Zulieferanten und beteiligten Unternehmen herauszupressen. Um die Schadstoffbelastung ihres Landes geht es ihnen ganz bestimmt nicht. Man muss nur mal die Worte „Coal roller USA“ in Google einzugeben. Was da im Rahmen von Auto-Freaks tagtäglich an Schadstoffen in die Umwelt geblasen wird ist viel mehr als VW durch seine Software-Manipulation je in den USA verursacht hat. Keine Sammelklage gibt es dagegen und kein Anwalt kümmert sich darum. Man will ja den eigenen Leuten nicht ans Leder. Das Ganze ist nur noch scheinheilig. Die Medien sind wohl auch nicht in der Lage diese Scheiheiligkeit zu erkennen oder wollen es nicht weil das Bashing deutscher Unternehmen viel mehr Spaß macht.
Steve B 01.02.2018
4. Um was für eine IAV geht es?
Die IAV (also die http://www.iav.com) als Tochter von VW kann man mehr oder weniger durchgehen lassen, VW ist an der Firma zu 50% beteiligt. Aber Zulieferer? Was man bei der IAV an Produkten kaufen kann, wird nicht in Serienfahrzeuge eingebaut, sondern in Prüfstände oder Testfahrzeuge. Hauptsächlich ist das ein Ingenieurdienstleister.
heikhen 01.02.2018
5. ist der US Markt so wichtig für VW
setzt man die bisherigen Kosten von 25 Mia € in Verhältnis zu den Sachanlagen und den Umsätzen / Erträgen so sollte sich rein betriebswirtschaftlich doch ein Ergebnis zeigen ob ein Verbleiben im US Markt noch gerechtfertigt ist. Nicht eingerechnet der zukünftigen Unsicherheiten die dieser Markt aufgrund seiner Abschottungspolitik sonst noch an Risiken bietet.
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