VW-Abgasaffäre US-Umweltbehörde deutet offenbar erstmals Entgegenkommen an

Bislang waren die Fronten im VW-Abgasskandal verhärtet, doch einem Bericht zufolge zeigt die kalifornische Umweltbehörde CARB nun Kompromissbereitschaft. Demnach müssten vielleicht nicht alle Autos umgerüstet werden.

Autos von VW für den Export
REUTERS

Autos von VW für den Export


In die Gespräche zwischen Volkswagen und der kalifornischen Umweltbehörde CARB kommt offenbar Bewegung. Die Behörde sei zu der Erkenntnis gelangt, dass in der Abgasaffäre eine komplette Umrüstung aller knapp 600.000 betroffenen Autos in den USA nicht möglich sei, schreibt die "Welt am Sonntag" unter Verweis auf interne Aussagen eines CARB-Vertreters. "Unser Ziel war es, dass alle Fahrzeuge umgerüstet und in einen gesetzeskonformen Zustand versetzt werden. Unglücklicherweise ist das nicht möglich."

Daher überlege die Behörde nun, ob man jene Autos im Straßenverkehr belassen könne, die mehr als die erlaubten Schadstoffe ausstießen. Der Autobauer könnte dann im Gegenzug für die Emissionen über dem zulässigen Maß pro Auto zahlen.

VW bestätigte auf Anfrage lediglich, in Verhandlungen mit den zuständigen Behörden in den USA zu sein. "Zum Inhalt dieser Gespräche äußern wir uns nicht." Der Aotomobilkonzern Chart zeigen hatte im September eingeräumt, weltweit in rund elf Millionen Dieselfahrzeugen eine Software eingesetzt zu haben, die Emissionstests manipuliert. Besonders in den USA, wo der Skandal ans Licht kam und rund 600.000 Autos betroffen sind, drohen dem Konzern hohe Strafzahlungen und Schadenersatzforderungen. Die Genehmigung der US-Umweltbehörden für einen Rückrufplan steht noch immer aus.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Braunschweig zu der Affäre werden unterdessen wohl erst 2017 abgeschlossen sein. "Ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass in diesem Jahr noch über Anklagen oder Einstellungen von Verfahren entschieden wird", sagte Oberstaatsanwalt Klaus Ziehe der "Welt am Sonntag".

mik/Reuters

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insgesamt 17 Beiträge
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juergenhesse 13.03.2016
1. Sehr verdächtig!
Ich lebe in Kanada und fahre einen Golf Diesel. Da kommt mir doch diese ganze Abgasaffäre sehr verdächtig vor. Wenn ich hier die Armee von Diesel Lastwagen sehe, die jedesmal beim Anfahren eine gewaltige dunkle Wolke ausstoßen, die Eisenbahn hier mit 4 Diesellocks. 2 vorne, 2 hinten gewatige Mengen von (Chinesischen) Gütern quer durch Nord Amerika gondeln und dann von (Diesel)Kleinlastern zu ihrer Bestimmung gebracht werden, wundert man sich doch, wieviel mein verdreckender kleiner Golf zu dem Umwelt Problemen in Nord Amerika beiträgt. Da sind wohl doch auch andere Interessensgruppen daran interresiert VW eins überzubraten. Erinnere man sich an die Audi Affäre ein paar Jahre zurück. Abgesehen davon, die Rechtsanwälte, die wohl schon ihre Luxus Lexus vorbestellt haben.
n.wemhoener 13.03.2016
2.
In Zusammenhang mit dem Abgasskandal liest man immer nur von amerikanischen Umweltbehörden, Was machen eigentlich die deutschen Behörden ? Was macht Dobrindt mit den Ergebnissen der Tests des KBA, von denen die Öffentlichkeit hierzulande noch nichts erfahren hat ? Nach wie vor fahren 13 Millionen Diesel-PKWs sämtlicher Marken auf unseren Straßen mit Abgaswerten, die vermutlich mehrfach über dem liegen was erlaubt ist. Unser Verkehrsminister ist vollkommen auf Tauchstation gegangen.
juergenhesse 13.03.2016
3. Die haben wohl andere Probleme.
Zitat von n.wemhoenerIn Zusammenhang mit dem Abgasskandal liest man immer nur von amerikanischen Umweltbehörden, Was machen eigentlich die deutschen Behörden ? Was macht Dobrindt mit den Ergebnissen der Tests des KBA, von denen die Öffentlichkeit hierzulande noch nichts erfahren hat ? Nach wie vor fahren 13 Millionen Diesel-PKWs sämtlicher Marken auf unseren Straßen mit Abgaswerten, die vermutlich mehrfach über dem liegen was erlaubt ist. Unser Verkehrsminister ist vollkommen auf Tauchstation gegangen.
Vielleicht machen die Beörden sich Sorgen über die ganzen Seelenveräufer von Lastern, die vom Osten kommen.Ich kann es mir erlauben, nur am Wochenende von Frankreich nach Deutschland und zurück über die Autobahnen zu fahren. Selbst dann sehe ich einige dieser Laster in Fankreich und Deutschland. Die brauchen wohl keine Angst zu haben, hauen über die deutsche Grenze ab und sind dann sicher von irgendwelchen Strafen. Eine Beobachtung eines ex-Deutschen, der viel Zeit im wundervollen Franenland und Süden von Frankreich verbringt (sind pensioniert).
pirx64 13.03.2016
4. #1
Immer noch nicht verstanden? Es geht um Betrug, VW hat behauptet, ihre Diesel seien sauber. Und erfüllen die Norm. Das haben andere nicht behauptet und dadurch Wettbewerbsnachteil gehabt und weniger verkauft.
frozenf 13.03.2016
5. Lieber pirx64,
wir haben es ja verstanden. Sie fahren kein Produkt aus dem VW Konzern, Sie hätten vor September letzten Jahres und auch danach niemals ein Produkt dieses Konzerns gekauft, entweder weil Sie es nicht wollen oder vielleicht weil Sie es nicht können. Wenn Sie denn Auto und nicht Fahrrad fahren, dann glauben Sie sicherlich auch, dass Ihr Wagen soviel verbraucht, wie der Hersteller in seinen Prospekten behauptet. Und natürlich glauben Sie auch, dass alle anderen Schadstoffwerte 1 zu 1 stimmen. Und sollte es nicht so sein, ist das natürlich nur Zufall und keinesfalls Betrug. Nein, wo kämen wir da auch hin... Und so glauben Sie auch, dass Ihre Waschmaschine, Ihr Herd oder Ihr Kühlschrank selbstverständlich die Verbrauchswerte einhalten, die diesen unter Laborbedingungen das Tripple-A eingebracht hatten. Und so wie Sie daran glauben, glauben Sie auch noch an den Weihnachtsmann und den Osterhasen. Ich hoffe, ich habe Sie nur jetzt nicht aus Ihrer rosaroten naiven Traumwelt geholt... Dies täte mir dann fast leid, da Sie doch so gerne an das Gute glauben.
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