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Abgasaffäre: US-Regierung reicht Klage gegen VW ein

Das US-Justizministerium reicht Klage gegen Volkswagen wegen Verstoßes gegen Umweltgesetze ein. Dem Konzern drohen Strafzahlungen in Höhe von mehreren Milliarden Dollar.

VW-Autos für die USA: Zivilklagen nicht berührt Zur Großansicht
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VW-Autos für die USA: Zivilklagen nicht berührt

Das US-Justizministerium strengt eine Milliarden-Zivilklage gegen denVW-Konzern wegen dessen Abgasmanipulationen an. Das Ministerium teilte am Montag in Washington mit, es werfe dem Autokonzern die Verletzung des Clean Air Act vor.

Die Klage werde in Michigan erhoben und später nach Kalifornien transferiert. Die Möglichkeit eines strafrechtlichen Vorgehens gegen VW werde durch die Zivilklage nicht berührt, so das Ministerium. Derzeit bereiten mehrere Anwaltskanzleien in den USA Sammelklagen von geschädigten VW-Kunden und anderen Privatpersonen gegen den Konzern vor.

Die Gesetzesverletzung könnte den Konzern im schlimmsten Fall bis zu 18 Milliarden Dollar kosten. Doch selbst erfahrene Juristen wagen den Ausgang des Gerichtsverfahrens nicht vorherzusagen. Denn der 1963 verabschiedete Clean Air Act enthält eine Ausnahmeklausel für die Autoindustrie, auf die Volkswagen Chart zeigen sich berufen könnte. Die Frage ist nur, ob der Richter den Einwand gelten lässt.

VW hatte gegenüber der US-Umweltbehörde EPA eingestanden, seine Autos mit einer illegalen Software ausgestattet zu haben. Diese erkennt, wenn die Abgaswerte des Fahrzeugs auf den Prüfstand getestet werden und aktiviert zusätzliche Filtersysteme im Abgassystem. Im Alltagsbetrieb sind diese Filter jedoch abgeschaltet, weil sie den Spritkonsum erhöhen und die Leistung reduzieren. Dafür bläst der Wagen viel mehr Stickoxide als erlaubt in die Luft.

Die jetzt eingereichte Klage richte sich neben VW auch gegen die ebenfalls vom Skandal betroffenen Konzerntöchter Audi und Porsche. Ein VW-Sprecher sagte am Montagabend in Wolfsburg: "Wir kennen die Klageschrift noch nicht im Detail und werden sie nun zunächst prüfen." Man sei aber in einem ständigen Austausch mit den Behörden

mik/Reuters

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