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22. Februar 2013, 15:24 Uhr

Dickes Plus dank Porsche

22 Milliarden Euro - Volkswagen macht Rekordgewinn

Europas Autobauer Nummer eins erzielt den größten Unternehmensgewinn in der Geschichte der Bundesrepublik. Volkswagen hat im vergangenen Jahr 21,9 Milliarden Euro verdient, dank seiner neuen Tochter Porsche. Die Aktie schmiert dennoch ab.

Wolfsburg - Euro-Krise, Milliardeninvestitionen, Zukäufe - war da was? Volkswagen macht trotz hoher Ausgaben und Mindereinnahmen einen Rekordgewinn. Knapp 21,9 Milliarden Euro hat Europas größter Autobauer im vergangenen Jahr verdient. Ein Plus von 38,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Es ist der größte Gewinn, den ein Unternehmen in der Bundesrepublik je erzielt hat. Unterm Strich hatte die VW-Gruppe bereits 2011 den größten Profit erzielt, der jemals bei einem Dax-Konzern anfiel.

Ein wichtiger Grund für das Mega-Plus war - wie im vorigen Jahr - der Sondereffekt höher bewerteter Anteile und Optionen bei Porsche. Ohne diesen lag das operative Ergebnis - die eigentliche zentrale Messgröße für die Geschäftsentwicklung - bei 11,5 Milliarden Euro.

Das ist allerdings ebenfalls eine leichte Steigerung zu den 11,3 Milliarden Euro im Vorjahr - und mehr, als Experten erwartet hatten. VW-Chef Martin Winterkorn hatte wegen der Nachfrageschwäche in Europa angepeilt, den Vorjahreswert zu halten.

2012 hatte VW erstmals mehr als neun Millionen Fahrzeuge ausgeliefert. Der Umsatz wuchs von 159,3 Milliarden Euro auf 192,7 Milliarden Euro. Dazu trugen auch weitere Aufstockungen beim Lkw-Bauer MAN und die Übernahme des restlichen Porsche-Sportwagengeschäfts bei.

Die VW-Aktie sackte dennoch ab, zeitweise um mehr als fünf Prozent. Hauptgrund ist einem Händler zufolge der miese Ausblick des Autobauers für das laufende Jahr. VW strebt 2013 einen operativen Gewinn auf Höhe des Vorjahresniveaus an. Analysten hatten mit weiterem Wachstum gerechnet. Zudem werde die Dividende wohl niedriger als gehofft ausfallen.

Angesichts des enormen Gewinnsanstiegs ändert VW das Vergütungssystem für das Management. Vorstandschef Martin Winterkorn erhält im laufenden Jahr 14,5 Millionen Euro. Damit ist er weiterhin Europas bestbezahlter Vorstandschef. Nach den bisher gültigen Kriterien hätte er allerdings mehr als 20 Millionen Euro verdienen müssen. Das fand der Manager jedoch nicht mehr vermittelbar - und bestand auf eine Kürzung seines eigenen Lohns.

Für das Geschäftsjahr 2011 hatte Winterkorn ein Rekordgehalt von 17,5 Millionen Euro erhalten, das für öffentliches Aufsehen und Kritik gesorgt hatte.

ssu/dpa/Reuters

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