Millionengehälter Volkswagen verschärft Boni-Regeln für Topmanager

Weniger Geld bei Fehlverhalten, Rückzahlung bei groben Fehlern - Volkswagen will die Boni seiner 450 Topmanager strenger reglementieren. Die Hoffnung: ein Kulturwandel.

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Der Volkswagen-Konzern will ab 2019 ein neues Vergütungssystem für das Topmanagement einführen - und vor allem das Bonussystem deutlich verändern. Individuelle Bonuszahlungen sollen dann entfallen, dafür sollen künftig zwei Drittel statt bisher ein Drittel der variablen Vergütung von Konzernzielen wie dem Gewinn oder dem Aktienkurs abhängen. Das teilte VW am Mittwoch mit.

Der vielzitierte Kulturwandel werde damit auch im Vergütungssystem verankert, sagte VW-Personalvorstand Gunnar Kilian. Bei schwerwiegenden Verfehlungen kann der Konzern den Angaben zufolge künftig auch Bonuszahlungen zurückverlangen.

Es geht bei dem neuen Vergütungssystem um Regeln für etwa 450 Führungskräfte unterhalb des Konzernvorstands. Beim Langzeitbonus erhalten die Manager künftig jedes Jahr virtuelle VW-Aktien und erst nach drei Jahren eine entsprechende Zahlung.

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In den vergangenen Jahren und angesichts von "Dieselgate" hatten die Boni für die VW-Manager für Aufregung gesorgt. Der Konzern reformierte zum Geschäftsjahr 2017 sein System zur Bestimmung der Vorstandsgehälter. So gibt es für den Vorstandschef seitdem eine Höchstgrenze von 10 Millionen Euro, für Vorstandsmitglieder von 5,5 Millionen Euro.

Spitzenverdiener unter den zehn obersten VW-Führungskräften war im vergangenen Jahr der frühere Vorstandschef Matthias Müller, der mehr als 10,1 Millionen Euro erhielt.

ssu/dpa

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insgesamt 15 Beiträge
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havana43 19.12.2018
1. Vierhundertfünfzig
Also 450 TOP Manager. Kann das mal jemand aufschlüsseln? Gibt es da für jeden Bereich (Kantine, WC´s, Büromaterial usw.) einen Manager? Nannten die sich nicht früher Abteilungs- oder Bereichsleiter. Ist ja wie bei den öffentlich rechtlichen da werden nur Posten vergeben um die überschüssigen Milliönchen zu verteilen. Uuuuuund wieviele von denen sind weiblich?
uhu_13 19.12.2018
2. Das ist ein Schritt zurueck
Es ist zwar einfacher und nachvollziehbarer einfach Geschaeftszahlen oder den Aktienkurs als Erfolgsmesser zu nehmen und damit "scheinbar" alle Fuehrungskraefte gleich zu behandeln aber nicht nachhaltig. Das ist immer noch alles innerhalb eines Modellzykluses. Mit intelligenten Individuellen Zielen lassen sich laengerfristige Ziele erreichen als das Schielen auf die Quartals, Jahres oder 3 Jahresmarke. Ein Modellzyklus dauert derzeit 4...5 Jahre? Fundamentale Neuentwicklungen einschliesslich Vorlauf im Technologieaufbau 10? Fuer alle die daran, ethisch sauber arbeiten ist das zu kurz gesprungen.
53er 19.12.2018
3. Das gesamte Bonisystem
muss auf den Prüfstand und nicht nur bei VW. Es ist völliger Unsinn, Boni für den kurzfristigen Erfolg zu zahlen. Das ist besonders dann der Fall, wenn die Boni direkt auf dem Koto landen. Wer für Verantwortung und gute Arbeit bezahlt wird, sollte für seine Arbeit auch auf Dauer Verantwortung tragen. Erfolg ist nur Erfolg, wenn er nachhaltig ist. Wenn sich erfolgreiche Arbeit auf Dauer für das Unternehmen und seine Mitarbeiter auszahlt, sind hohe Boni absolut gerechtfertigt, aber nur dann. Und um Nachhaltigkeit prüfen und bewerten zu können, braucht es eine längere Zeit als bis zur nächsten HV und Dividendenausschüttung. Droht Regress trennen sich sehr schnell die Schönschwätzer und Blender von den Könnern und Machern. Eben wie im richtigen Leben.
sven2016 19.12.2018
4. @uhu_13: Stimmt genau.
Das für Führungskräfte (und Aktienkurse) wesentliche Quartalsergebnis macht eine konzernorientierte Planung oft zuschanden. Bonuszahlungen für Aufgaben, die in den vertraglich vereinbarten Tätigkeiten enthalten sind, sollten ebenfalls überprüft werden. 450 bonusberechtigte Führungskräfte + die Vorstandsebene sind schon recht üppig. Von Krisenzeiten sind bisher nur die Leiharbeiter betroffen; eine Verantwortung der Leitenden wäre auch schon ganz nach nett.
ManRai 19.12.2018
5. #havana43
war meine erste Idee, 450 Top Manager, naja 4 Räder, 1 Ersatzrad - sind schon mal 5, ein Lenkrad 6 und die Fenster und und usw - da kommt man auf 450 sehr schnell. Klar hier muss abgespeckt werden. Ich habe mal fuer eine Firma gearbeitet die irgendwas um 70 - 80 VicePresidents hatte - und damit untergegangen ist. Langsam wird "Manager" zum Schimpfwort - zur Beleidigung
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