Oliver Schmidt Verurteilter VW-Manager muss mit Kündigung rechnen

Sieben Jahre Haft, 400.000 Dollar Geldstrafe und jetzt das: Der in den USA verurteilte VW-Manager Oliver Schmidt muss mit einer Entlassung und möglichen Schadensersatzforderungen rechnen - wegen der Compliance-Regeln.

VW-Kraftwerk in Wolfsburg
DPA

VW-Kraftwerk in Wolfsburg


Volkswagen setzt neue Maßstäbe - insbesondere beim Umgang mit Mitarbeitern. Einen Tag nachdem der VW-Beschäftigte Oliver Schmidt in den USA wegen des Dieselbetrugs verurteilt wurde, muss er nun auch arbeitsrechtliche Konsequenzen fürchten. Der 48-Jährige wird voraussichtlich seinen Job verlieren. Außerdem muss er mit möglichen Schadensersatzforderungen seines Arbeitgebers rechnen.

Grundsätzlich müssten bei schwerwiegenden Straftaten arbeitsrechtliche Maßnahmen geprüft werden, sagte ein VW-Sprecher. Dies gelte besonders bei einer strafrechtlichen Verurteilung. "Das ist integraler Bestandteil der Compliance-Plicht jedes Unternehmens." Der Sprecher machte klar, dass dies nicht nur im Allgemeinen, sondern auch in dem speziellen Fall gelte. "Auch über weitergehende Maßnahmen wie die Verfolgung von Schadensersatzansprüchen durch das Unternehmen wird einzelfallbezogen unter Berücksichtigung aller relevanten Aspekte entschieden", erklärte der Sprecher.

Das Bezirksgericht in Detroit hatte Schmidt wegen seiner Beteiligung an dem Abgasbetrug zu sieben Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe von 400.000 Dollar verurteilt. Dabei hatte der Richter das nach dem späten Geständnis des Angeklagten maximal mögliche Strafmaß ausgeschöpft (Lesen Sie hier die Analyse: Die tragischste Figur im VW-Skandal). Schon bei dem zuvor verurteilten VW-Ingenieur James Liang hatte das Gericht ein hartes Urteil gefällt.

Der Dieselskandal war vor gut zwei Jahren in den USA aufgeflogen. VW gab daraufhin zu, Abgaswerte mit einer illegalen Abschalteinrichtung manipuliert zu haben. Volkswagen bekannte sich nach langen Verhandlungen schuldig und akzeptierte eine milliardenschwere Wiedergutmachung an Kunden und Behörden sowie eine Strafzahlung. Insgesamt kostete der Betrug den Wolfsburger Konzern bisher mehr als 25 Milliarden Euro.

yes/Reuters

TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.