USA VW-Aufseher kritisiert Aufklärung der Dieselaffäre

Noch kein Kulturwandel erkennbar: Der von den US-Behörden bestellte VW-Kontrolleur Larry Thompson bemängelt laut einem Medienbericht die lasche Aufarbeitung des Abgasskandals.

VW-Autohaus in San Diego, Kalifornien (Symbolbild)
REUTERS

VW-Autohaus in San Diego, Kalifornien (Symbolbild)


VW-Aufseher Larry Thompson hat seinen ersten Bericht beim US-Justizministerium eingereicht. Der Jurist kritisiert in dem vertraulichen Papier auch die interne Aufarbeitung der Abgasaffäre, berichtet die "Bild am Sonntag" (BamS). Demnach vermisst Thompson die Ernsthaftigkeit bei VW und bemängelt, dass es kaum personellen Konsequenzen in Deutschland gegeben habe.

Aufgrund eines Vergleichs mit der US-Justiz hatte sich VW verpflichtet, das Unternehmen drei Jahre lang von einem Monitor überwachen zu lassen. In einer internen Ansprache an Führungskräfte sagte der neue VW-Chef Herbert Diess laut BamS, dass der erste Kontrollbericht eine "große Anzahl von Empfehlungen und Beobachtungen - positive wie negative" - enthalte und "Handlungsbedarf" bestehe. "Wir müssen Ethik und Compliance im Unternehmen ernstnehmen", so Diess vor den Spitzenmanagern. Der Monitor sei "eine Chance, um ehrlicher, offener, wahrhaftiger und ein Stück 'anständiger' zu werden".

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Diesel-Fahrzeuge: VW schickt Autos in die Wüste

In jedem großen Unternehmen würde es belastende Themen und Vorgänge geben. "Aber bei uns gibt es eindeutig zu viel davon", so Diess weiter. Während der US-Kontrolleur noch keinen echten Kulturwandel bei VW erkennen kann, ist Diess für die Zukunft optimistisch: "In zwei bis drei Jahren sollten wir soweit sein, dass Schlagzeilen wie zuletzt nicht mehr vorkommen können."

mkl

insgesamt 43 Beiträge
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basic11 22.04.2018
1. Jede Industrie, die sich so dreist über...
Regeln hinwegsetzt, geht früher oder später an Grössenwahn unter, daher muss man den Amerikanern noch dankbar sein, dass Sie die Arbeit der Bundesregierung übernehmen..
derspiegeldesspiegel 22.04.2018
2. Warum?
Es gibt keinen Grund diesen unwichtigen Bericht in der deutschen Presse zu erwähnen. Deutsche Autos sind die saubersten und Diesel-Fahrer die Opfer ausländischer Verschwörung! Ausserdem wird VW durch ethisch einwandfreie Politiker aus Deutschland ständig kontrolliert. Abweichungen werden sofort korrigiert. Alles super in Deutschland!
kuac 22.04.2018
3. Aufklärung?
Die Amis haben wenigstens dafür viel Geld erhalten. In DE gibt es hingegen weder Geld, noch Aufklärung noch Aufarbeitung des Skandals. Der Verkehrsminister verhindert es.
clausina 22.04.2018
4. Irgendwann ist Schluss
Was glaubt Volkswagen eigentlich wer sie sind.Die lernen wirklich nichts.Da müssen sie sich auch nicht wundern wenn es dann mal richtig knallt.Erwas Demut wäre angebracht.Offenvar haben die Konzernlenker nichts verstanden.so fahren sie die.Kiste gegen die Wand.Und der Ami greift da richtig durch.Nicht wie hierin Deutschland.Wo ich das Gefühl habe die dürfen alles machen
ex-optimist 22.04.2018
5. Auch kein Kulturwandel im KBA
In der regierungslosen Zeit konnte der Eindruck entstehen, als würde sogar das Kraftfahrtbundesamt seine Aufgaben wahrnehmen wollen. Seit wieder die CSU den Verkehrsminster stellt, herrscht auch da wieder die Omerta.
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