Neuer VW-Vorstandsvorsitzender Herbert Diess wird auch Chefkontrolleur von Audi

Herbert Diess ist neuer VW-Chef - und soll offenbar auch den Aufsichtsrat der Konzerntochter Audi leiten. Diese Machtfülle weckt bei manchem böse Erinnerungen.

VW-Chef Diess
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Der neue Volkswagen-Chef Herbert Diess will auch den Vorsitz des Aufsichtsrats der Tochter Audi übernehmen. Das berichten die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Konzernkreise sowie das Branchenmagazin "Automobilwoche".

"Der Aufsichtsrat wird auf seiner nächsten Sitzung am 8. Mai über den Vorsitz entscheiden", sagte ein Audi-Sprecher. Von Volkswagen gibt es bislang keine Stellungnahme zu der Personalie. Bei VW hat es Tradition, dass die Vorstandsvorsitzenden zugleich Chefkontrolleure von Audi sind.

Der bisherige VW-Markenchef Diess hat nicht nur Konzernchef Matthias Müller auf dem Chefposten abgelöst: Er ist nun auch für den Bereich Forschung und Entwicklung im Konzern verantwortlich - und für die neue Markengruppe "Volumen", zu der neben den VW-Pkw die VW-Nutzfahrzeuge, Seat und Skoda gehören.

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Der "Automobilwoche" zufolge stößt die Machtfülle des 59-Jährigen auf Skepsis und weckt Erinnerungen an seinen Vorvorgänger Martin Winterkorn. "Diess darf sich bitte nicht wie Winterkorn noch um die letzte Schraube kümmern wollen. Das kostete damals viel Zeit, Geld - und Nerven", wird ein hochrangiger VW-Entwicklungsexperte zitiert. Diess sagte dem Bericht zufolge: "Ich habe gern viel Arbeit."

mxw/Reuters

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chrismuc2011 14.04.2018
1.
Na dann kann er sich später nicht wie Winterkorn rausreden, er hätte von nichts gewußt. Dann sollte er auch wirklich die Konsequenzen tragen. In vollem Umfang, auch strafrechtlich. Sollte bei dem fürstlichen Gehalt eh selbstverständlich sein!
manitoba 14.04.2018
2. Fehlgriff
Diess ist BMW. Das ist schlecht für Audi. Ich hoffe, er bleibt nicht lange.
Profdoc1 14.04.2018
3. Winterkorn? Piech!
Na, da wirkt Herr Dr. Diess eher wie der altehrwürdige Herr Dr. Piech in seinen besten Jahren. Auch er hatte immense Machtfülle, die einem Unternehmen nicht gut tut. Positiv ist sicherlich, dass er kein 'Hausgewächs' ist. Ansonsten pflichte ich dem Foristen #1 bei. Ich erwarte, dass er sich in jeder Hinsicht VOR seine Leute stellt!
weltbekannt 14.04.2018
4. Aus dem Sommernachtstraum
von Shakespeare stammt mein Kommentar und ist ein Zitat; „Lasst mich den Löwen auch noch spielen.“ Ach ja und Hybris (nein nicht Hybrid) kommt vor dem Fall.
zweiter 14.04.2018
5. Audi gehört zu 99,5% der VW AG,
Wer bitte sonst sollte denn AR Vorsitz innehaben, wenn nicht der Chef des "Familienunternehmen" Volkswagen AG, das mit 52% der Stammaktien bei den Haupt-Eigentümern, den Familien Porsche/Piech von diesen im Sinne das AktG beherrscht wird. Nur 0,5% der Audi Aktien und 12 % der VW Stammaktien sind im Streubesitz. Das sind keine wirklichen Publikumsgesellschaften, für die die Ausführungen des Artikels zur Corporate Governance zutreffend wären, und Kleinanleger wie auch Vorzugsaktionäre sollten sich hier sehr bewusst sein, dass sie Trittbrettfahrer sind, die zu- oder absteigen können (und zumeist auch gut mitverdient haben, wie auch unser Fiskus), aber schon mangels der im AktG festgelegten Sperrminoritäten, nichts an der faktischen Kontrolle und erst recht nichts an der Führung, bzw. Geschäftspolitik des Konzerns mitzureden haben.
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