Reaktionen aus der Wirtschaft VW-Chef nennt AfD rechtsextrem

Deutschlands Konzernbosse äußern harsche Kritik am Wahlerfolg der AfD: Volkswagen-Chef Matthias Müller bezeichnet den Wahlerfolg der Partei als "historischen Einschnitt". Das Ergebnis sei schockierend.

Volkswagen-Chef Matthias Müller
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Volkswagen-Chef Matthias Müller


Ungewohnt deutlich hat sich VW-Konzernchef Matthias Müller zum Ausgang der Bundestagswahl geäußert: Das Ergebnis bezeichnete er als "historischen Einschnitt". "Die alten Volksparteien verlieren dramatisch. Gleichzeitig wird die rechtsextreme und ausländerfeindliche AfD drittstärkste politische Kraft im Bundestag", teilte Müller mit. Das zweistellige Ergebnis für eine solche Protestpartei sei "schockierend". Es werde das Land verändern und die demokratische Stabilität auf die Probe stellen.

"Deutschland ist in den vergangenen Jahrzehnten politisch und wirtschaftlich erfolgreich gewesen, weil wir ein weltoffenes, tolerantes und international orientiertes Land sind", sagte Müller der Mitteilung zufolge. "Dafür gilt es weiter zu kämpfen." Volkswagen ist Deutschlands größter Industriekonzern mit weltweit mehr als 600.000 Beschäftigten.

Zuvor hatte bereits Siemens-Vorstandschef Joe Kaeser Konsequenzen aus dem Erfolg der AfD gefordert. Dass es eine national-populistische Partei wie die AfD "fulminant" ins Parlament geschafft habe, sei "auch eine Niederlage der Eliten in Deutschland", sagte Kaeser am Montag. "Wir haben ihre Wähler als Menschen am Rande der Gesellschaft abgetan." Für den Wohlstand im Land und für den Zusammenhalt der Gesellschaft sei es entscheidend, Menschen, die sich zurückgesetzt fühlten, einzubinden und ihnen Perspektiven zu geben. Das sei Aufgabe aller.

Auch von Verbänden und Lobbygruppen gab es Kritik. "Der Rückzug ins Nationale ist für unser Land keine Alternative: Die AfD ist im Kern gegen das, was Deutschland stark gemacht hat und weiter stark machen muss", schrieb Dieter Kempf, Präsident des Bundesverbandes der deutschen Industrie, in einem Brief, der dem SPIEGEL vorliegt. Die Wahl liefere den Auftrag an die künftige Regierung, Vertrauen der Wähler zurückzugewinnen.

hej/dpa



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