Halbjahresergebnisse VW macht Milliardengewinn trotz Dieselaffäre

Bei Volkswagen stiegen im ersten Halbjahr sowohl Umsatz als auch Gewinn - obwohl die Dieselaffäre den Konzern Milliarden kostet. VW lieferte mehr Autos aus als je zuvor.

Herbert Diess
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Herbert Diess


Der Volkswagen-Konzern macht Rekordgewinne - obwohl er in der Dieselkrise Milliarden verliert. Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr 2018 auf 119,4 Milliarden Euro. Im Vorjahreszeitraum betrug er 115,3 Milliarden Euro. Der Gewinn legte gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 2,1 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro zu. Dabei kostete die Dieselkrise den Konzern allein zwischen März und Juni 1,6 Milliarden Euro.

"Die Umsatz- und Ergebniszuwächse sind sehr solide", erklärte Volkswagen-Chef Herbert Diess. "Und wir haben mehr Fahrzeuge ausgeliefert als jemals zuvor". Weltweit lieferte der Volkswagen-Konzern im ersten Halbjahr 5,5 Millionen Fahrzeuge aus. Das bedeutete ein Plus von 7,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Fast alle der insgesamt zwölf Marken des Konzerns konnten Umsatz- und Gewinnwachstum verbuchen. Besonders stark stieg der Umsatz bei der Kernmarke VW mit 7,7 Prozent. Einzig Bentley schrieb rote Zahlen.

Für das zweite Jahr rechnet Diess mit Herausforderungen im Rahmen der Dieselaffäre und durch internationale Handelskonflikte. "In den kommenden Quartalen liegen große Anstrengungen vor uns - vor allem im Hinblick auf die Umstellung auf den neuen WLTP-Prüfzyklus." Mit dem WLTP-Test sollen zuverlässigere Abgasergebnisse geliefert werden. Für die Nachrüstung mietete Volkswagen Tausende zusätzliche Stellplätze an, um nicht zugelassene Neuwagen zwischenzuparken. "Auch der wachsende Protektionismus stellt die global vernetzte Automobilindustrie vor große Herausforderungen."

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ire/afp



insgesamt 49 Beiträge
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geschneider 01.08.2018
1. Super!
Wer noch eine Bestätigung brauchte, dass nicht nur das Justizsystem und die Regierung in diesem Land völlig unbestechlich sind, der kann jetzt sehen ,dass ganz Schland wie ein Mann hinter seinen Automobil-Konzernen steht. Da stört es wenig, dass immer mehr Arbeitsplätze ins Ausland verschoben werden und die Aufsichtsräte und Vorstände die Zukunft schon fast verschlafen haben. Alles ist gut.
herrmannherrmann 01.08.2018
2. Schadenersatz für kunden wie in den usa - jetzt!
Der Umsatz wird sich rächen, da Kunden wie ich es bin, langfristig Abstand von VW nehmen werden. Es ist doch erstaunlich für wie blöd die Kunden gehalten werden. VW meint, wie es damals Nokia dachte, unangreifbar zu sein. Ich hoffe, die Revolution kommt - Apple steht in den Startlöchern und dann heißt es byebye.
Schwarze Seele 01.08.2018
3. Es ist
einfach nur unglaublich: VW betrügt massenhaft Kunden, belügt sie, den Staat und die Öffentlichkeit, immer wieder aufs Neue. Der Konzern weigert sich, für die Folgen seiner kriminellen Handlungen aufzukommen, beseitigt weder in ausreichender Weise die Probleme noch zahlt er angemessene Entschädigungen. Und was machen die Kunden? Sie kaufen weiter die völlig überteuerten Autos, als wäre nichts passiert. Dazu tut dar rot-schwarz regierte Niedersachsen als Aktionär überhaupt nichts und auch die Bundespolitik zeichnet sich, Regierung und Opposition, durch heiße Luft aus. Es gibt nur einen Weg, diese Betrüger wieder auf den richtigen Weg zu bringen: Boykottieren!
eggie 01.08.2018
4.
Ein Betrüger fährt einen Milliardengewinn ein, weil er von der Regierung und der Justiz superprotegiert wird - darüber kann sich nur der SPIEGEL wundern. Chapeau!
spmc-125536125024537 01.08.2018
5. Eine gute Nachricht,
damit kann man den Versuch, das Ende der deutschen Automobilindustrie herbeizuschreiben, getrost ad acta legen
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