Neuer Abgastest-Standard VW muss Produktion drosseln

Von September an dürfen nur noch Autos verkauft werden, deren Verbrauch mit dem neuen WLTP-Verfahren gemessen wurde. Das schafft Volkswagen nicht bei allen Modellen - und rechnet mit Lieferengpässen.

VW-Werk in Wolfsburg
DPA

VW-Werk in Wolfsburg


Bei der Umstellung auf den neuen Abgas-Teststandard WLTP rechnet Volkswagen bei seiner Kernmarke mit vorübergehenden Lücken in der Produktion von August an. Das bedeute dann zeitweilig auch weniger Beschäftigung wegen geringerer Auslastung, sagte Personalleiter Martin Rosik dem Mitarbeitermagazin "Inside".

Der neue Prüfzyklus WLTP wird im September für sämtliche Neuwagen bindend. Er soll den tatsächlichen Verbrauch sowie die Höhe der Schadstoff- und CO2-Emissionen besser abbilden. Das Prüfverfahren ist jedoch aufwendig, Autobauer könnten gezwungen sein, einen Teil ihrer normalen Abläufe umzuplanen. Volkswagen-Konzernchef Herbert Diess hatte bereits auf der Hauptversammlung Anfang Mai vor Lieferengpässen gewarnt.

"Mit Hochdruck" werde daran gearbeitet, die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten, sagte Personalchef Rosik dem Mitarbeitermagazin. Dennoch seien Lieferengpässe bei bestimmten Modellen möglich. Einige Varianten, die bis dahin noch kein WLTP-Zertifikat hätten, müssten vorläufig aus dem Programm genommen werden.

Fotostrecke

4  Bilder
Neuer Abgastest: Die Schlupflöcher des WLTP

Derzeit sei ein Produktionsprogramm in Arbeit, "mit dem wir die Phase optimal meistern", sagte Rosik. Voraussichtlich Ende Mai oder Anfang Juni werde mit dem Betriebsrat die Umsetzung besprochen. Die Mitarbeiter an den Prüfständen arbeiteten im Dreischichtbetrieb, damit bis September so viele Fahrzeuge wie möglich nach WLTP zertifiziert seien. Dennoch werde wohl nicht jede Variante rechtzeitig zur Verfügung stehen.

Rosiks Angaben in "Inside" zufolge gibt es am Standort Wolfsburg den "größten Optimierungsbedarf". In Zwickau, wo künftig die vollelektrische ID-Modellfamilie gebaut werden soll, seien die Auswirkungen voraussichtlich geringer. In Emden spiele eher der Modellwechsel beim Passat eine Rolle.

Auch BMW hatte kürzlich bekannt gegeben, dass die Umstellung auf WLTP nicht reibungslos verläuft. Demnach stoppt der Autobauer vorübergehend die Produktion mehrerer Modelle mit Benzinmotoren für den europäischen Markt. Der 7er-BMW soll als Benziner in Europa sogar ein Jahr lang aus dem Angebot genommen werden.

fdi/dpa



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.