Trotz Abgasskandal VW zahlt Mitarbeitern Bonus

Der Abgasskandal kostet Volkswagen Milliarden. Die Mitarbeiter sollen dennoch einen Bonus erhalten - als Anerkennung für Sonderschichten und Loyalität.

VW-Mitarbeiterversammlung
DPA / Volkswagen

VW-Mitarbeiterversammlung


Die 120.000 Haustarif-Mitarbeiter von Volkswagen sollen trotz des Abgasskandals eine Sonderzahlung für das vergangene Jahr erhalten. Konzernvorstand Matthias Müller und Betriebsratschef Bernd Osterloh einigten sich auf eine "Anerkennungsprämie". Das erfuhren die Angestellten am Donnerstag aus der neuen Ausgabe der Mitarbeiterzeitschrift "Mitbestimmen".

Die genaue Höhe der Prämie steht demnach noch nicht fest. Der Haustarifvertrag sichert der Stammbelegschaft eine Gewinnbeteiligung bei der Kernmarke VW zu. Allerdings muss der Konzern Milliarden an Rückstellungen für die Abgasaffäre einplanen. Der Haustarif gilt für die sechs westdeutschen Werke Emden, Hannover, Salzgitter, Braunschweig, Wolfsburg und Kassel sowie für die VW-Bank. Der Betriebsrat hatte seine Mitarbeiter bereits im Herbst auf Einschnitte eingestimmt.

Osterloh und Müller begründen die alternative Anerkennungsprämie mit herausragenden Leistungen voll Mehrarbeit und Sonderschichten an den Standorten, aber auch mit dem Einstehen der Belegschaft für ihren Arbeitgeber in den schwierigen Zeiten des Abgasskandals.

Zur Summe der Prämie sagte Osterloh: "Über die konkrete Höhe müssen wir uns in weiteren Gesprächen verständigen." Der Bonus soll mit dem Mai-Entgelt 2016 fließen. Für 2014 hatten die Stammmitarbeiter je 5900 Euro Erfolgsbonus bekommen.

Osterloh gab mit Blick auf die Anerkennungsprämie zu bedenken, wie wichtig die Motivation der Belegschaft sei: "Wir müssen die Kräfte jetzt bündeln. Bei der Aufklärung von 'Dieselgate' werden wir weiter konsequent vorgehen. Alles kommt auf den Tisch." Zudem stünden große Aufgaben an in der Produktion, etwa der Anlauf des neuen VW-Tiguans. Das Erfolgsmodell gilt als wichtige Ertragssäule der Pkw-Kernmarke.

brk/dpa

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insgesamt 76 Beiträge
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walbers 03.03.2016
1. Kunden
und welche Entschädigung bekommen die Kunden, die ihr Auto in die Werkstatt fahren müssen, evtl. warten oder wieder arbeiten Wer erstattet die Unkosten? Man merkt wir sind nicht in den USA. Da wäre das FS und andere hinterher, aber mit unserem deutschen Staatsfernsehen und Instituten passiert. Doch die Kunden sollen dankbar sein, dass ihr Auto umgepoolt wird.
CommonSense2006 03.03.2016
2. fair enough
Finde ich eine korrekte Entscheidung, die Rückstellungen müssen zwar jetzt gemacht werden, sind aber das Ergebnis aus mehreren Jahren von Fehlern und werden auch das Ergebnis über mehrere Jahre belasten, aber müssen jetzt in diesem Geschätfsjahr gebucht werden. Das bedeutet, dass VW eigentlich im operativen Geschäft profitabel ist und daher haben die Mitarbeiter für ihre Anstrengung auch einen entsprechenden Bonus verdient. Da dürfen die Aktionäre mal zuerst leiden.
marshmellow 03.03.2016
3.
In Zwickau wird also kein Einsatz gezeigt? Die permanente Bevorzugung der alten Bundesländer trägt auch zur Unzufriedenheit der Bevölkerung bei. Im 27. Jahr nach der Wiedervereinigung sollte man nicht mehr mit zweierlei Maß messen. Meine Meinung als "Wessie" !
Bueckstueck 03.03.2016
4. Ja und?
Besser die wertschöpfenden Mitarbeiter bekommen finanzielle Anerkennung in Form von Bonuszahlungen als nur die wertabschöpfenden Bosse die den Betrug verursacht haben und Aktionäre.
mali123 03.03.2016
5. gilt das etwa auch für zeitarbeiter?
noch ehe der extra-bonus kommt dürfen genug gehen. wetten?
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