Neues Geschäft Volkswagen will Ökostrom verkaufen

Deutschlands größter Autohersteller VW will bald europaweit Strom umweltfreundlich erzeugen und an Elektroauto-Besitzer verkaufen.

VW-Chef Herbert Diess
REUTERS

VW-Chef Herbert Diess


Volkswagen schafft für das Zeitalter der Elektromobilität eine neue Geschäftsparte. Besitzer batteriebetriebener Autos sollen bald in ganz Europa Ökostrom von dem deutschen Konzern beziehen können. Die Wolfsburger wollen dafür ihre Aktivitäten auf diesem Feld konzernweit in einer neuen Tochter zusammenführen. Das teilte VW am Dienstag mit.

In einem ersten Schritt soll von Februar an Strom angeboten werden, der komplett aus CO2-freier Erzeugung stamme. Dazu solle Energie aus Wasserkraftwerken und Windparks genutzt werden, die VW teils selbst erzeuge. Später soll das Angebot um eine Karte ergänzt werden, mit der Kunden Strom für E-Autos an Ladesäulen zapfen können.

Zusätzlich will VW schrittweise ein Portfolio aus Stromtarifen, Ladesäulen, so genannten Wallboxen für daheim und einem IT-basierten Energiemanagement aufbauen. Das Angebot der Marke "Elli" (Kurzform aus Electric & Life) richte sich nicht nur an eigene Kunden und Mitarbeiter, sondern auch an Halter von E-Mobilen anderer Hersteller sowie Privathaushalte und Institutionen, hieß es.

Das Stromangebot soll an den Start gehen, wenn das erste Elektroauto der neuen ID-Familie von VW Anfang 2020 auf den Markt kommt. Für den Wagen stellt VW in Zwickau seine Produktion um.

Nachdem Volkswagen es jahrelang versäumt hat, ausreichend in die Elektromobilität zu investieren, droht der Konzern nun von ausländischen Konkurrenten abgehängt zu werden. Deshalb versucht Konzernchef Diess nun mit aller Kraft, der Versäumte nachzuholen. Spätestens 2025 soll die Marke VW weltweit mehr als eine Million E-Mobile im Jahr bauen, konzernweit sollen es dann bis zu drei Millionen sein.

ssu/Reuters



insgesamt 78 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
r_dawkins 08.01.2019
1. Da VW ein seeehr vertrauenswürdiges Unternehmen ist
(Ironie), wird der Strom dann ja hoffentlich nicht aus Braunkohletagebau gewonnen . :-)
frenchie3 08.01.2019
2. Na, dann unke ich mal
Mit welcher Software wollen die dann Atom- und Braunkohlestrom in Solarstrom umwandeln?
dirkcoe 08.01.2019
3. Der Konzern braucht neue Produkte
weil Auto klappt ja nicht mehr so. Durch Massenbetrug den Diesel erfolgreich versenkt, die Marke Audi ein Sanierungsfall, der neue Abgastest eine unüberwindbar Hürde. Da macht es schon Sinn, sich ein neues Geschäftsmodell zu suchen.
syracusa 08.01.2019
4.
Zitat von frenchie3Mit welcher Software wollen die dann Atom- und Braunkohlestrom in Solarstrom umwandeln?
Dazu braucht man keine Software, sondern nur den bereits existierenden Einspeisevorrang für EE-Strom. Wenn VW eigene EE-Anlagen baut, dann geht der Strom daraus direkt ins Stromnetz und verdrängt dabei unausweichlich Strom aus Atom- und Kohlekraftwerken. VW könnte den Käufern seiner E-Autos eine Ladekarte zur Verfügung stellen, die einmalig unter 1000 € kostet, und die dann das ganze Autoleben lang kostenfreies Laden ermöglicht.
Medienkritiker 08.01.2019
5. Ganz einfach...
Zitat von frenchie3Mit welcher Software wollen die dann Atom- und Braunkohlestrom in Solarstrom umwandeln?
Die nutzen die selbe Software, welche auch Lichtblick, Naturstrom etc. verwenden...
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.