Ex-VW-Chef Winterkorn Anspruch auf mindestens 28 Millionen Euro Pension

Wie hoch die mögliche Abfindung für den zurückgetretenen Volkswagen-Chef Martin Winterkorn ausfällt, ist noch unklar. Allein seine Pensionsansprüche belaufen sich einem Bericht zufolge auf mehr als 28 Millionen Euro.

Da sah die Welt noch besser aus: Ex-VW-Chef Winterkorn bei der Bilanz-PK im März
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Da sah die Welt noch besser aus: Ex-VW-Chef Winterkorn bei der Bilanz-PK im März


Der Rücktritt kam dann doch noch schneller als erwartet. Der bestverdienende Dax-Vorstand Martin Winterkorn legte am Mittwoch wegen der Abgas-Affäre in den USA seinen Posten als Chef von Volkswagen nieder. Die Frage, wie hoch die Abfindung ausfallen wird, ließ der Konzern zunächst unbeantwortet. Insgesamt wird der Ex-Top-Manager aber eine hohe Millionensumme einstreichen.

Seit 2007 stand Winterkorn an der Konzernspitze und theoretisch hat er Anspruch auf zwei Abfindungszahlungen, schreibt die Nachrichtenagentur Bloomberg. Dem Bericht zufolge belaufen sich allein Winterkorns Pensionsansprüche bis Ende 2014 auf 28,6 Millionen Euro. Unklar ist, ob die Auszahlung an Bedingungen geknüpft ist.

Unter bestimmten Voraussetzungen hätte Winterkorn Bloomberg zufolge Anspruch auf verschiedene Entschädigungszahlungen in Höhe von zwei Jahresvergütungen. Zur Einordnung: Im vergangenen Jahr hatte der Manager insgesamt fast 16 Millionen Euro eingestrichen. Die Entschädigung werde ausgezahlt, wenn der Aufsichtsrat den Vertrag mit Winterkorn vorzeitig beende, schreibt Bloomberg. Nicht allerdings, wenn das Gremium den Konzernchef wegen eigener Verfehlungen rauswirft.

In einer Stellungnahme des Aufsichtsrats hieß es, "dass Herr Professor Dr. Winterkorn keine Kenntnis hatte von der Manipulation von Abgaswerten", das Gremium respektiere aber sein Rücktrittsangebot. Der Manager habe sich "um Volkswagen unschätzbare Verdienste erworben".

Video: Statement des Aufsichtsrats zum Rücktritt Winterkorns

Getty Images
Winterkorn selbst hatte betont, er sei sich "keines Fehlverhaltens bewusst" und "fassungslos, dass Verfehlungen dieser Tragweite im Volkswagen-Konzern möglich waren".

Welche Ansprüche der langjährige VW-Chef ausgezahlt bekommt, wird noch zu klären sein. Auch ein weiterer Teil seiner Pension: Laut Geschäftsbericht steht Winterkorn in den Jahren, in der die Alterszahlungen geleistet werden, ein Firmenwagen zu - über die Marke steht da nichts.

nck

Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 273 Beiträge
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Seite 1
scheera 24.09.2015
1.
,,für derartig obszöne Abkassiererei werde ich bestimmt niemals einen neuen VW erwerben,die Marke war immer schon überteuert,ferner zahlt VW AG nicht die ges. Körperschaftssteuer,sondern nutzt die von Schäuble nicht verhinderte Gestaltungspraxis über zB. LUX oder NL.Solche Unternehmen,die sich durch halbseidenes Gebahren darstellen,muß niemand unterstützen.Die Porscxhefamilie hat zur Strafe mal eben 28MRD E verloren....bravo.
watch out 24.09.2015
2. Hartz IV
Puuh, das war knapp. Dachte schon, er fiele unter die nach seinem VW-Kumpel benannte Sozialgesetzgebung.
Driver 24.09.2015
3. Wer...
...16 Millionen Euro in einem Jahr erhalten hat sollte eigentlich den einen oder anderen Euro übrig gehabt haben, um privat fürs Alter vorzusorgen. Warum solchen Großverdienern auch noch eine Pension zugestanden wird, wissen wohl nur die oberen Zehntausend.
clausde 24.09.2015
4. Das Geld braucht er...
...denn mit seinem Rücktritt hat er die Verantwortung übernommen. VW-Aktionäre würden gut daran tun, sich schnell an diesem "Verantwortlichen" schadlos zu halten, bevor die Amerikaner den ersten Haftbefehl ausstellen. ;)
Maler 24.09.2015
5. Verantwortung oder Rücktritt?
Herr Winterkorn hat in den letzten 10 Jahren etwa 100 Millionen Euro verdient. Allein an Gehalt. Wenn er wirklich Verantwortung für VW übernehmen will, dann verzichtet er auf einen Pensionsanspruch, den er sowieso nicht nötig hat. Ansonsten ist sein Rücktritt eher ein sich Verdrücken in den goldenen Ruhestand.
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