Volkswagen-Gewinn Winterkorn legt glänzende Zahlen vor

Volkswagen ist überraschend gut ins Jahr gestartet: Der Umsatz stieg um mehr als zehn Prozent, der Gewinn sogar um 19 Prozent auf fast drei Milliarden Euro. Konzernchef Winterkorn, Sieger im Machtkampf gegen Piëch, stärkt das zusätzlich.

VW-Chef Winterkorn: Überraschend erfolgreicher Jahresbeginn
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VW-Chef Winterkorn: Überraschend erfolgreicher Jahresbeginn


Den Machtkampf mit Ferdinand Piëch hat er gewonnen, jetzt kann VW-Chef Martin Winterkorn auch noch eine glänzende Quartalsbilanz vorlegen: Das Sparprogramm für die gewinnschwache Kernmarke des Konzerns macht sich offenbar langsam bezahlt.

Die Bemühungen für "mehr Effizienz und Kostenbewusstsein" hätten in den ersten drei Monaten einen Betrag "im niedrigen dreistelligen Millionenbereich" freigeschaufelt, teilte das Unternehmen in Wolfsburg mit.

Das im vergangenen Sommer ausgerufene Programm soll bei der Kernmarke rund um die Modelle Golf und Passat bis zum Jahr 2017 mindestens fünf Milliarden Euro einsparen.

Insgesamt erzielte Europas größter Autobauer im Startquartal sehr gute Zahlen: Der Konzern mit seinen zwölf Marken setzte in den ersten drei Monaten knapp 53 Milliarden Euro um - das entspricht einem Plus von zehn Prozent im Vergleich zum Auftaktquartal des Vorjahres. Dabei halfen allerdings auch positive Effekte aus der Währungsumrechnung.

Unter dem Strich verbuchte der Dax-Konzern 2,9 Milliarden Euro und damit einen Anstieg von 19 Prozent. Besonders gewinnträchtig waren die Tochtermarken Audi und Porsche: Sie erzielten zusammen knapp zwei Drittel der gut 3,3 Milliarden Euro, die als Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) stehen.

Vorstandschef Martin Winterkorn sagte: "Wir haben immer betont, dass 2015 ein anspruchsvolles Jahr für die gesamte Automobilindustrie und auch für uns wird. Unsere Kennzahlen für das erste Quartal beweisen aber, dass der Volkswagen Konzern trotz Gegenwinds auf Kurs fährt."

Auch die Zahlen der VW-Kernmarke verbesserten sich im Vergleich zum ersten Quartal 2014. Das operative Ergebnis stieg um fast siebzehn Prozent auf 514 Millionen Euro an, wie Volkswagen mitteilte. Ein Grund dafür seien die "positiven Effekte" des von Winterkorn gestarteten Sparprogramms für die Kernmarke. An der Börse kamen die Nachrichten gut an: Die VW-Aktie setzte sich am Morgen an die Spitze des Deutschen Aktienindex (Dax) und legte um rund ein Prozent zu.

nck/dpa/AFP

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omop 29.04.2015
1. Abwarten..
Herr Piech ist Miteigner von VW, Herr Winterkorn ist ein angestellter Manager. Bei allem Respekt vor der Leistung von Herrn Winterkorn entscheidet letztlich immer noch der/die Eigner was geschieht. Und das ist auch gut so.. Der Supergau wäre wenn Piech/Porsche ihre Mehrheit ganz oder teilweise an (Hedge)Fonds verkaufen..dabei können m.E. die Mitarbeiter und Deutschland als Standort eines grossen Industriechampion nur verlieren.
Gegendenstrom 29.04.2015
2. Das sind kurzfristige Jubelmitteilungen
Langfristig fehlt dem Unternehmen die Strategie. Man kennt keine echten Antworten zum Paradigmenwechsel bei den Konsumenten. Moderne Konzepte der Mobilität, Nutzung reichlich vorhandener elektrischer Energie, Sharing statt Besitz, usw. Überall fährt VW hinterher und hat nirgendwo die Nase vorn. Es reicht halt nicht, Karosserien eng zu verfugen. Zukunftskonzepte und richtige Modelle für die entsprechenden Märkte sind wichtig. Die Erde kreist nicht um Wolfsburg.
Banause_1971 29.04.2015
3. Ich fürchte um VW
Manager haben immer eine andere Strategie, als Eigner. Ein Manager arbeitet für die Aktionäre, ein Eigner für sein Unternehmen. Man mag über Piech denken, was man will, aber Herr Piech arbeitete zum Wohl des Unternehmens. Ich befürchte, dass es in Zunkunft nur och darum geht, Aktionäre mit immer besseren Zahlen bauchpinseln zu wollen. Das hat noch keinem Unternehmen gut getan.
messwol 29.04.2015
4. @Gegendenstrom
VW fährt überall hinterher und hat nirgendwo die Nase vorn? Genau, deshalb fährt VW in jedem Quartal neue Gewinnrekorde ein und in 2014 die meisten Autos verkauft 9,91 Mio, vor Toyota und GM ! Herr Winterkorn ist bei VW und nicht bei Fiat....evtl. mal die Brille putzen! *ironieaus*
hans-georg-pabst 29.04.2015
5. Das letzte Wort fehlt noch
Ohne Insiderwissen kann kein Mensch die Wahrheit sagen. Piech ist Insider und hat viele Ohren auf der Welt. Einnahmen der Konzerntöchter lassen sich durch zu hoch oder zu niedrig berechneten Warenaustausch beliebig manipulieren. Letztlich versteuert der Konzern seine Einnahmen in den Niederlanden. Auf meinen Reisen durch die Welt sah ich viele "schwarze Löcher”. In Südamerika läuft außer bei den Lastern gar nichts mehr. In Südafrika sieht es genau so finster aus. In Indien oder Mianmar gibt es keine Konzernfahrzeuge. Winterkorn antwortete: wir werden uns bemühen. Erfolg sah ich keinen. In den USA hat VW zum 2. Mal eine teure Fabrik in den Sand gesetzt. Viel Schuld trägt meines Erachtens auch Piech, weil er seine Interessen mit den Interessen potentieller Kunden verwechselte. Fazit: in diesen Ländern kauft man Toyota, Honda, Kia usw. Es sind nicht alle Menschen von Autos so berauscht wie bei uns und zahlen freiwillig überhöhte Preise. Nun weiß das Piech. Sein ehemaliger Vertrauter wollte offensichtlich keine neue strategische Ausrichtung mitmachen. Es ist zu befürchten, das Piech sein Kapital aus dem Konzern abzieht und evt. bei Mercedes, BMW, Nestlé oder Toyota anlegt. Die Überlebenschance für deutsche Unternehmen liegt in der vollautomatischen Produktion, Stichwort Swatch. Dazu müssen die Fahrzeuge aber anders konstruiert und aufgebaut sein. Es muß noch viel know-how geschaffen werden! Mit schlecht benoteten Schulabgängern in den Ingenieurbüros ist das nicht zu realisieren. Für unsere wenig begabten Politikern (Nahles 20 Semseter Studium): was soll dann mit den importierten, angelernten Arbeitskräften geschehen? Es wird interessant aber nicht lustig!
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