Wirtschaft

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Verdacht der Marktmanipulation

Zeuge belastet VW-Aufsichtsrat Pötsch

Ein Zeuge will den VW-Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch Monate vor dem Bekanntwerden des Dieselskandals über den Einsatz einer verbotenen Software unterrichtet haben. Eine E-Mail stützt diese Version.

Von und

DPA

Hans Dieter Pötsch

Donnerstag, 25.10.2018   17:46 Uhr

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Der Aufsichtsratsvorsitzende des VW-Konzerns, Hans Dieter Pötsch, gerät in der Abgasaffäre stärker unter Druck. Ein Zeuge belastete den ehemaligen Finanzvorstand in einer Aussage vor der Staatsanwaltschaft Braunschweig, die wegen des Verdachts der Marktmanipulation gegen Pötsch ermittelt.

Der damals für die Zulassung von Volkswagen-Modellen bei den Behörden zuständige Jurist P. sagte aus, er habe bereits Anfang Juni 2015 Pötsch und den damaligen Chefjuristen G. über den Einsatz einer verbotenen Software ("defeat device") in US-Fahrzeugen informiert. Er habe beiden die Zahl der betroffenen Autos und die drohenden Strafzahlungen genannt, ebenso die möglichen strafrechtlichen Folgen für VW-Manager in den USA bis hin zu Gefängnisstrafen.

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Der VW-Konzern informierte die Öffentlichkeit aber nicht, bis die US-Behörden den Skandal am 18. September 2015 bekannt machten. Gegenüber der Braunschweiger Staatsanwaltschaft sollen Anwälte von Pötsch und G. zunächst bestritten haben, dass es einen Termin ihrer Mandanten mit dem Zeugen gegeben habe.

E-Mail stützt Version des Zeugen

Der Zeuge erinnerte sich jedoch, seinen Vorgesetzten damals über das Gespräch mit dem Finanzvorstand informiert zu haben. Im E-Mail-Postfach des Vorgesetzten konnten Ermittler die entsprechende Nachricht tatsächlich finden. Sie stützt die Version des Zeugen.

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VW bezeichnet den Sachverhalt als nicht zutreffend. Die Darstellung durch den Zeugen P. wird nachdrücklich zurückgewiesen, da eine solche Information nach Angaben mehrerer dazu befragter Personen nicht Inhalt der fraglichen Besprechung war. Bis zu der für den Vorstand unerwarteten Veröffentlichung der Notice of Violation durch die US-Behörden am 18. Sept. 2015 hatte der Vorstand demnach zu keinem Zeitpunkt hinreichend konkrete Anhaltspunkte für eine kursrelevante Situation.

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig wird Anfang kommenden Jahres entscheiden, ob sie gegen Pötsch, Ex-Chef Martin Winterkorn und möglicherweise auch VW-Chef Herbert Diess Anklage wegen Marktmanipulation erhebt. Alle Beteiligten hatten die Anschuldigungen stets zurückgewiesen.

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