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Abgas-Affäre: VW-Vorstände sollen schon früher von drohenden Strafzahlungen gewusst haben

In der VW-Abgasaffäre gab es nach SPIEGEL-Informationen offenbar schon frühe Warnungen an die Chefs: Zwei Vorstände wussten offenbar schon im August von verbotener Software und drohenden Strafzahlungen.

In der VW-Affäre geraten der Chef der Marke Volkswagen, Herbert Diess, und Konzernvorstand Francisco Javier Garcia Sanz weiter unter Druck. Beide sollen nach SPIEGEL-Informationen auf einer Sitzung des VW-Markenvorstands am 24. August 2015 nicht nur erfahren haben, dass bei Dieselmodellen in den USA eine verbotene Software eingesetzt wurde. Experten trugen nach Angaben von Teilnehmern auch vor, dass möglicherweise Strafzahlungen von mehr als 20 Milliarden Dollar drohen. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

VW gestand die Manipulation der Motoren und drohende Strafzahlungen erst Wochen später ein und erklärte, man habe dann erst die Dimension des Skandals abschätzen können. Anwälte fordern Schadensersatz in Milliardenhöhe, weil VW die Öffentlichkeit zu spät informiert habe. Der Verlauf der Sitzung vom 24. August könnte ihre Position vor Gericht stärken.

Brisant ist auch, dass VW-Markenchef Diess am Ende seinen Generalsekretär angewiesen haben soll, das Protokoll zu ändern und darin Probleme bei der sogenannten Homologation - der Zulassung von Dieselmodellen in den USA - zu erwähnen. Weder der besprochene Einsatz der verbotenen Software noch die drohenden Strafzahlungen werden nach Informationen von Insidern im Protokoll erwähnt. VW erklärt, alle vermeintlich vorliegenden Informationen seien reine Spekulation. Alle Rückschlüsse basierten auf subjektiven Darstellungen.

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insgesamt 56 Beiträge
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1. Vw
yc4 18.03.2016
sollte abgewickelt werden. Natürlich stehen unmengen von Arbeitsplätzen zur Diskussion. Aber sowohl Niedersachsen als auch Berlin sollten sich den Tatsachen stellen. VW, zur Zeit erinnert an Mafia, man geht dort bewusst über Leichen. Andere Konzerne werden gern diesen in jeder Beziehung minderwertigen Laden überenehmen wollen. Dann erst wird Besserung eintreten, sonst, dauerhaft, wohl nie.
2.
jumbing 18.03.2016
Die Person Francisco Javier Garcia Sanz in Funktion als Vorstand von VW wirft für mich Fragen zu seiner Loyalität auf. Dieser feine Herr ist auch Vorstand beim Unternehmen Hochtief und welche kriminellen Machenschaften dort bei und nach der Übernahme durch die spanische ACS gelaufen sind, sollte sicher einmal hinterfragt werden. Ich bin der Meinung, daß man den Bock zum Gärtner gemacht hat, als man diesen Herrn jetzt auch noch mit den Verhandlungen in den USA wegen der Abgasaffäre betraut hat.
3. Informationen unterschlagen = Insidergeschäfte, Aktienmanipulation?
genugistgenug 18.03.2016
Was haben die noch alles verschwiegen? Wo ist die Börsenaufsicht? Wann werden die Verkäufe überprüft? Wann wird die VW Aktie ausgesetzt? Nachdem Wiedeking, usw. freigesprochen wurden hat die Staatsanwaltschaft doch Kapazitäten frei. Obwohl dann sind auch Politiker involviert, also lieber leise sein.....
4.
joedi2 18.03.2016
Zitat von yc4sollte abgewickelt werden. Natürlich stehen unmengen von Arbeitsplätzen zur Diskussion. Aber sowohl Niedersachsen als auch Berlin sollten sich den Tatsachen stellen. VW, zur Zeit erinnert an Mafia, man geht dort bewusst über Leichen. Andere Konzerne werden gern diesen in jeder Beziehung minderwertigen Laden überenehmen wollen. Dann erst wird Besserung eintreten, sonst, dauerhaft, wohl nie.
das ist gar nicht notwendig. vw wird vom markt verdrängt. schon vor der dieselkrise stand es nicht zum besten (technisch, renditemäßig, verkaufszahlen (z. b. golf vii), jetzt geht das vertrauen sowohl - der stammkunden (wird wird schon gern betrogen), - der neukunden (wer identifiziert sich schon mit einer firma die vielfach gegen gesetze verstösst) und - der firmenkunden (dürfen öffentliche dienststellen mit unternehmen verhandeln gegen die staatsanwaltschaftlich ermittelt wird? etc.). es wird neue lösung geben, die einfach das management und die führungskultur ablöst und die produktion, den vertrieb übernimmt, vielleicht chinesisch, vielleicht us-amerikanisch (pure spekulation!), vielleicht niemand (das wäre in der tat sehr schade für nds, bs und die arbeitnehmer). der prozess läuft von zwei seiten: i) vw wird die liquidität entzogen (über die strafverfahren) und ii) vw wird keine liquidität gewinnen können (über zurückgehende verkaufszahlen). so einfach ist das. die frage ist nur: dauert es 2-3 jahre oder 5-10 jahre.
5. Ich liebe ....
Stefan_G 18.03.2016
... die immer neu erdachten Formulierungen in den Stellungnahmen von VW, diesmal "Alle Rückschlüsse basierten auf subjektiven Darstellungen." Was bedeutet das? Nun, es bedeutet, dass es nur Zeugenaussagen oder Mitschriebe von Menschen gibt, nicht aber "objektive Beweismittel" wie Video- oder Tonaufnahmen.
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