Frankfurt - Moody's hat als erste Rating-Agentur die Drohung wahrgemacht und am Freitag die Kreditwürdigkeit Belgiens herabgestuft. Die Agentur senkte ihre Einstufung am Freitag von "Aa1" auf "Aa3". Den Ausblick beurteilte Moody's als negativ, was bedeutet, dass eine weitere Herabstufung drohen könnte.
Moody's begründete den Schritt am Freitag mit der Tatsache, dass es Euro-Ländern mit einem relativ hohen Schuldenstand wie Belgien zunehmend schwerer falle, sich an den Märkten Geld zu beschaffen. Die Gefahren für die mittelfristigen Wachstumsaussichten der recht kleinen Volkswirtschaft haben sich Moody's zufolge erhöht. Nicht zuletzt die Lage bei der Großbank Dexia, die sich derzeit nur mit Hilfe staatlicher Garantien in Milliardenhöhe über Wasser halten kann, berge erhebliche Risiken für den belgischen Haushalt.
Kurz zuvor hatte auch Fitch zum Rundumschlag in der Euro-Zone ausgeholt und gewarnt, die Kreditwürdigkeit von sechs Euro-Ländern bis Ende Januar zu senken. Belgien, Spanien, Slowenien, Italien, Irland und Zypern könnten innerhalb von drei Monaten herabgestuft werden, hieß es.
Bereits Anfang vergangener Woche hatte Standard & Poor's (S&P)nahezu der gesamten Euro-Zone einschließlich Deutschland die baldige Herabstufung angedroht. Ähnlich wie S&P argumentiert Fitch nun mit den Ergebnissen des EU-Gipfels zur Euro-Rettung. Eine umfassende Lösung der Schuldenkrise sei damit weder technisch noch politisch zu erreichen.
lgr/dpa-AFX/AFP/Reuters
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