Nach Missbrauchsvorwürfen Weinstein-Firma kündigt Insolvenz an

Verkauf und Namensänderung - dieser Weg schien als einzige Lösung geeignet, um die übrig gebliebenen Teile der Firma des Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein zu retten. Aber die Verhandlungen sind gescheitert.

Hauptsitz der Weinstein-Firma in New York
AFP

Hauptsitz der Weinstein-Firma in New York


Der Vorstand der Weinstein Company will Insolvenz anmelden. Nachdem die Gespräche mit möglichen Interessenten gescheitert sind, bliebe keine andere Möglichkeit, um die übrig gebliebenen Werte der Filmproduktionsgesellschaft zu sichern, berichtete die "Los Angeles Times". Das Management hatte knapp eine halbe Milliarde Dollar gefordert. Zusätzlich hatten die Bieter mindestens 40 Millionen Dollar als Ausgleich für Frauen bereitstellen sollen, die Weinstein Übergriffe vorwerfen.

Die Verhandlungen hatten sich eine ganze Weile hingezogen. Vor zwei Wochen hatten sie den wohl entscheidenden Rückschlag erlitten, nachdem bekannt wurde, dass die New Yorker Staatsanwaltschaft auch die Produktionsfirma selbst sowie die Gründer Harvey und Robert Weinstein wegen Verletzung der Bürgerrechte, Menschenrechte und des Arbeitsrechts verklagt. Die Klage wirft Weinstein "bösartige und ausbeuterische Misshandlung" von Mitarbeitern vor.

Harvey Weinstein (Archiv)
AP

Harvey Weinstein (Archiv)

Die Weinstein-Firma litt seit Jahren unter Missmanagement und Erfolglosigkeit. Der Film-Mogul hatte die Firma 2005 mit seinem Bruder gegründet. Nachdem im Herbst Vorwürfe sexueller Belästigung gegen ihn laut wurden, wandten sich reihenweise Geschäftspartner ab.

Sechs Frauen haben Klage eingereicht. Sie werfen Weinstein und seinen früheren Filmunternehmen vor, seine umfassenden sexuellen Belästigungen und Angriffe vertuscht zu haben. Weinstein weist die Vorwürfe zurück.

mik/AP



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