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Vonovia und Deutsche Wohnen: Kartellamt billigt Fusion von Wohnungsgiganten

Firmenlogo von Vonovia: Grünes Licht von den Kartellwächtern Zur Großansicht
DPA

Firmenlogo von Vonovia: Grünes Licht von den Kartellwächtern

Deutschlands größter Wohnungskonzern Vonovia ist bei seinen Übernahmeplänen vorangekommen. Das Bundeskartellamt genehmigte die angestrebte Fusion mit Deutsche Wohnen.

Das Bundeskartellamt hat die angestrebte Übernahme der Immobiliengesellschaft Deutsche Wohnen durch den Marktführer Vonovia genehmigt. Die Behörde gab Vonovia grünes Licht und billigte die Pläne ohne Auflagen. Eine marktbeherrschende Stellung oder eine Beeinträchtigung des Wettbewerbs sei nicht zu befürchten, begründete Kartellamtschef Andreas Mundt die Entscheidung.

Der Konzern werde mit einem Bestand von rund 500.000 Mietwohnungen zwar seine Stellung als Marktführer ausbauen. Eine Untersuchung habe aber ergeben, dass in allen betroffenen Regionen wegen der Konkurrenz durch private Vermieter, kommunale Wohnungsunternehmen und Wohnungsbaugenossenschaften der Wettbewerb nicht in Gefahr sei.

Vonovia möchte die Deutsche Wohnen gegen deren Willen übernehmen. Gelingt Vonovia die Übernahme, entsteht ein Konzern mit rund einer halben Million Wohnungen. Vonovia will für den Konkurrenten inklusive Schulden rund 14 Milliarden Euro zahlen. Über die Offerte entscheiden nun die Deutsche-Wohnen-Eigner. Sie können ihre Papiere noch zum 26. Januar andienen. Vonovia hat die nötige Mindestquote bei 50 Prozent plus eine Aktie festgelegt, um bei Deutsche Wohnen durchzuregieren.

Die Vonovia-Aktionäre haben bereits grünes Licht für eine Kapitalerhöhung gegeben, mit der Vonovia einen Großteil des Kaufpreises für den Rivalen bezahlen will. Allerdings hatte das Management der Deutschen Wohnen zuletzt den Kauf von mehr als 10.000 Wohnungen vom kleineren Rivalen Patrizia für 1,2 Milliarden Euro angekündigt, um die eigene Übernahme zu verteuern und zu torpedieren.

Vonovia war erst im Dezember 2014 aus der Fusion von Deutsche Annington und Gagfah hervorgegangen. Die Immobiliengesellschaft verfügt derzeit über rund 367.000 Wohnungen und stieg im September in den Deutschen Aktienindex (Dax) der 30 größten börsennotierten Unternehmen auf. Deutsche Wohnen hat etwa 147.000 Wohnungen in ihrem Besitz.

mmq/Reuters/AFP/dpa

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insgesamt 16 Beiträge
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1. Ungläubiges
forumgehts? 07.12.2015
Staunen! Wer hätte das gedacht?!
2. Frage:
Susi Sorglos 07.12.2015
Haben die Leute vom Bundeskartellamt mal mit den Mietern der ehemaligen Annington gesprochen, bevor sie diese Aktion genehmigten ?
3.
Attila2009 07.12.2015
Zu was ist eigentlich dieses "Kartellamt" noch nützlich ? Könnte man da nicht paar Kostenstelle und teure Beamtenposten einsparen ? Die Genehmigungen stempeln kann ja auch ein Praktikant oder der Hausmeister.
4.
Tomde Bayonne 07.12.2015
da eigentum laut verfassung verpflichtet wird die vonovia verstaatlicht, die wohnungen zu sozialwohningen umgewandelt und ihr das wohnungsbauprogramm für die benötigten weiteren 500.000 sozialwohnungen übertragen. das ganze als warnung an die heuschrecken der finanzmärkte.
5. Nun also 500.000 mutwillig vergammelte Wohnungen!
Spr. 07.12.2015
Die Vonovia, ehemals Deutsche Annington, ist bekannt dafür, ihre Mietwohnungen verkommen zu lassen, um diese dadurch zu entmieten. Nach mindestens umfänglicher Sanierung, besser Neubau, werden die (neuen) Wohnungen dann teuer verkauft. Wer in einer Wohnung wohnt, die nun der Venovia gehört, tut gut daran, sich umgehend bei anderen Vermietern um eine neue Wohnung zu bemühen. Das kommt zwar einerseits den Interessen der Vonovia entgegen, erspart dem Mieter aber jede Menge Ärger und rechtliche Auseinandersetzungen. Die Umbenennung in Vonovia hat nicht dazu geführt, dass die Missstände bei der Deutschen Annington in Vergessenheit geraten - und werden das auch in Zukunft nicht!
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