Mega-Immobilien-Deal Vonovia erhält Zuspruch für feindliche Übernahme

Es wäre der größte Deal, den es auf dem deutschen Immo-Markt je gegeben hat - und er wird immer wahrscheinlicher: Marktführerin Vonovia erhält für die geplante Übernahme der Deutsche Wohnen AG nun schon Rückendeckung von zwei Aktionärsberatern.

Firmenschild: Die Deutsche Annington heißt seit 3. September Vonovia
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Firmenschild: Die Deutsche Annington heißt seit 3. September Vonovia


In der Schlacht der Giganten auf dem deutschen Wohnungsmarkt wendet sich das Blatt zunehmend zugunsten der Marktführerin Vonovia. Mit ISS und Glass Lewis haben nun gleich zwei einflussreiche Aktionärsberater erklärt, ein Zusammengehen der Vonovia SE mit der Nummer zwei der Branche, der Deutsche Wohnen (DW) AG, sei ihre bevorzugte Lösung. Sie halten diese Variante für sinnvoller als die von der DW bevorzugte Fusion mit der kleineren Rivalin LEG.

Zur Begründung hieß es, bei der großen Lösung würde mehr Wert geschaffen, die Synergien seien höher. Die Empfehlung von Glass Lewis wurde am Mittwoch bekannt. Das letzte Wort haben nun die Aktionäre. Vor allem angelsächsische Fonds richten sich in der Regel nach dem Rat der Aktionärsberater.

Für ISS und Glass Lewis ist es eine Kehrtwende. Beide hatten zunächst den acht Milliarden Euro schweren LEG-Deal unterstützt, den Deutsche Wohnen im September angekündigt hatte. Deutsche-Wohnen-Chef Michael Zahn will sich mit der Übernahme in Nordrhein-Westfalen eine neue Wachstumsregion erschließen, da ihm das bisherige Stammgebiet Berlin zu teuer geworden ist.

14-Milliarden-Euro-Deal

Um die Pläne durchzusetzen, braucht die Deutsche Wohnen auf der Hauptversammlung am kommenden Mittwoch, 28. Oktober, aber eine Dreiviertelmehrheit der Aktionäre hinter sich. Das ist eine hohe Hürde, erst recht seit Vonovia vergangene Woche mit einer feindlichen Offerte dazwischengrätschte: Vonovia will die Deutsche Wohnen kaufen - aber nur, wenn deren Aktionäre die LEG-Pläne zuvor durchfallen lassen.

Mit 14 Milliarden Euro inklusive Schulden wäre es der größte Deal, den es auf dem deutschen Immobilienmarkt je gegeben hat. Das Deutsche-Wohnen-Management lehnt ihn allerdings ab, unter anderem weil der Preis zu niedrig sei.

Die Vonovia SE ist in diesem Jahr aus dem Zusammenschluss der Deutschen Annington mit der Gagfah hervorgegangen. Die Eintragung der neuen Firma ins Handelsregister erfolgte nach Firmenangaben Ende August, seit dem 3. September führt auch die Deutsche Börse die Vonovia SE unter neuem Namen mit dem Kürzel VNA: Der Immobilienkonzern ist in den Dax aufgestiegen - und hat den Platz des Chemiekonzerns Lanxess übernommen.

bos/Reuters



insgesamt 4 Beiträge
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noalk 21.10.2015
1. ... bei der großen Lösung würde mehr Wert geschaffen ...
Aha. Damit wären Mieterhöhungen ohne entsprechende Gegenleistung unausweichlich, denn sonst würde ja die Rendite sinken.
yacchan 21.10.2015
2. Nothing but Headlines
@ SPON: "Das letzte Wort haben nun die Aktionäre. Vor allem angelsächsische Fonds richten sich in der Regel nach dem Rat der Aktionärsberater." Woher haben Sie denn diese Weisheit, ich bin seit 16 Jahren im M&A Geschäft tätig, kenne aber keinen sogenannten "angelsächsischen" Investor der einem Aktionärsberater wie Sie Ihn nennen, folgen würde. Vielmehr haben die Mehrzahl der in UK und den USA existierenden Fonds Ihre eigenen Analyseabteilungen die entsprechend Ihren Bewertungsmethoden eigenständige Entscheidungen treffen. MfG. YC
okav 21.10.2015
3. Deutschland ist Reich
An diesem Beispiel sieht man einmal mehr, das Deutschlands Reichtum nur noch bloße Theorie ist. Nach der Auflösung der sogenannten Deutschland AG unter Rot Grün und dem folgenden Ausverkauf der Großindustrie an ausländische Investoren, wodurch der der Dax mehrheitlich in ausländische Hand geriet ist nun die Immobiliensubstanz dran. In Großstädten wie Hamburg,, Berlin und München etc. treiben die Finanzinvestoren mit dem billigen Geld die Preise dermaßen in die Höhe, dass der Normalbürger nicht mehr konkurrieren kann. Jetzt fehlt nur noch eine Anpassung der Erbschaftsteuer und eine stramme Vermögenssteuer, dann ist der Mittelstand als letzte Säule ausverkauft und es bleibt nur noch der disziplinierte, fleißige Deutsche Arbeitssklave über. Das Geldvermögen der Deutschen löst sich durch die Europolitik sowieso langsam im nichts auf, durch die Zuwanderungspolitik werden die letzten staatlichen Reserven verbrannt, sodass auch die Sozialkassen leer chlan sind und dann wartet als Geschenk die Altersarmut. So funktioniert gute Deutsche Politik, die das Land einmal mehr in die Katraatrophe führt. Über die sich entwickelnde Gewalt- und Clangesellschaft will ich mich gar nicht auslassen. Deutschland als Solidar- und Sozialstaat wird scheinbar doch abgeschafft. Wir lassen sogar lieber zu, dass sich ein IS Unterstützer wie Katar an VW beteiligt anstatt mal einen Deutschlandfond aufzulegen, der den hiesigen Arbeitern zugute kommt.
claterio 22.10.2015
4.
Zitat von noalkAha. Damit wären Mieterhöhungen ohne entsprechende Gegenleistung unausweichlich, denn sonst würde ja die Rendite sinken.
Warum muss es für eine Mieterhöhung Gegenleistungen geben? Und wie sollten die aussehen?
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