Vor geplanter Fusion Vonovia verspricht Gewinnsprung

Kurz vor der geplanten Übernahme des Konkurrenten Deutsche Wohnen hat der Immobilienkonzern Vonovia seinen Aktionären einen Gewinnsprung angekündigt. Das Unternehmen zeigte sich zuversichtlich, dass die avisierte Fusion zustande kommt.

Vonovia-Logo: Nächster Deal steht bevor
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Vonovia-Logo: Nächster Deal steht bevor


In wenigen Wochen könnte Vonovia seine Stellung als Nummer eins auf dem deutschen Wohnungsmarkt untermauern und den Konkurrenten Deutsche Wohnen schlucken. Mit den aktuellen Quartalszahlen will Vonovia zeigen, dass sich eine andere bereits abgeschlossene Übernahme offenbar ausgezahlt hat. Demnach läuft die Integration des aufgekauften Gagfah-Konzerns gut.

"Die Eingliederung der Gesellschaft wird bis Jahresende 2015 abgeschlossen sein. So können wir die Synergien schneller als erwartet heben", sagte Vonovia-Chef Rolf mit Blick auf die Gagfah-Übernahme. Der Konzern könne die Gewinnerwartungen für das Gesamtjahr anheben: Das Unternehmen verspricht nun einen operativen Gewinn zwischen 590 bis 600 Millionen Euro. Das sind 20 bis 30 Millionen Euro mehr, als bisher in Aussicht gestellt. In den ersten neun Monaten lag der operative Gewinn bei 432 Millionen Euro.

Vonovia steht bereits vor der nächsten großen Übernahme und hat ein 14 Milliarden Euro umfassendes Angebot für den kleineren Konkurrenten Deutsche Wohnen abgegeben. Dessen Vorstand hält den vorgeschlagenen Preis aber für zu niedrig.

"Das ist unser endgültiges Angebot"

Vonovia muss vor einer Übernahme nun zwei Hürden überwinden. 75 Prozent der eigenen Aktionäre müssen auf der Hauptversammlung Ende November zustimmen, danach muss mindestens die Hälfte der Anteilseigner von Deutsche Wohnen das Bar- und Aktienangebot akzeptieren. Vonovia-Chef Buch zeigte sich zuversichtlich: "Sie machen so eine Offerte nicht, wenn sie sich nicht vergewissert haben, dass einige ihrer Investoren das gut finden."

Vonovia wolle bei Deutsche Wohnen nur als Mehrheitseigentümer einsteigen, sagte Buch. "Wenn wir nicht 50 Prozent plus eine Aktie - Wandelanleihen eingerechnet - bekommen, wird unser Angebot nichtig", sagte er. Dass Vonovia seine Offerte erhöht, schloss er aus: "Das ist unser bestes und endgültiges Angebot."

Am deutschen Wohnimmobilienmarkt tobt derzeit ein Übernahmekampf zwischen den drei wichtigsten Unternehmen: der Vonovia, der Deutsche Wohnen (DW) und der LEG Immobilien. Erst kürzlich hatte Deutsche Wohnen die Übernahme der LEG abgeblasen. Damit dürfte nun der Weg frei sein, dass Vonovia Deutsche Wohnen schluckt.

mmq/Reuters

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insgesamt 13 Beiträge
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bates/norman 03.11.2015
1. Gewinnsprung...
... jaja, in die Taschen der Manager höchstens, die Leidtragenden sind in diesem Fall die Mieter der Wohnungen, die mehr Miete zählen dürfen und zukünftig in zur "Gewinnoptimierung" kaputt gespalten Häusern leben dürfen. Sollten die Häuser in guten Lagen stehen, werden die gnadenlos durchgetrifiziert und höherwertig saniert mit noch höheren Mietpreissteigerungen und die ursprünglichen Bewohner müssen raus, weil sie sich das nicht leisten können.
digade 03.11.2015
2. Wohnen
Hallo Kartellamt ! Bitte aufwachen!
OskarVernon 03.11.2015
3.
Zitat von bates/norman... jaja, in die Taschen der Manager höchstens, die Leidtragenden sind in diesem Fall die Mieter der Wohnungen, die mehr Miete zählen dürfen und zukünftig in zur "Gewinnoptimierung" kaputt gespalten Häusern leben dürfen. Sollten die Häuser in guten Lagen stehen, werden die gnadenlos durchgetrifiziert und höherwertig saniert mit noch höheren Mietpreissteigerungen und die ursprünglichen Bewohner müssen raus, weil sie sich das nicht leisten können.
Stimmt: Das ist die absehbar gewesene Folge immer mieterfreundlicherer Gesetzgebung und Rechtsprechung, die immer mehr kleine Vermieter veranlasst hat, sich aus dem Wohnungsmarkt zurückzuziehen. An warnenden Stimmen hat es nicht gefehlt: Wer nicht hören will, muss fühlen - mein Mitleid hält sich in Grenzen.
der_seher59 03.11.2015
4. und genau aus diesem Grund
habe ich mir jetzt eine Wohnung gekauft und verlasse meine Wohnung (Deutsche Wohnen). Ich arbeite auch für Geld und nehme niemanden den Wunsch nach einer akzeptablen Rendite übel. Aber was ich hier so erleben musste, reicht mir...
outsider-realist 03.11.2015
5.
Zitat von OskarVernonStimmt: Das ist die absehbar gewesene Folge immer mieterfreundlicherer Gesetzgebung und Rechtsprechung, die immer mehr kleine Vermieter veranlasst hat, sich aus dem Wohnungsmarkt zurückzuziehen. An warnenden Stimmen hat es nicht gefehlt: Wer nicht hören will, muss fühlen - mein Mitleid hält sich in Grenzen.
Fühlen müssen die Mieter und nicht die Gesetzgeber. Es wäre nett, wenn sie ihre Ausführungen anhand einiger Beispiele näher erläutern könnten. Nachvollziehen kann ich ihren Kommentar leider nicht.
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